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Swiss Observer

UNO warnt: Klimakatastrophen bedrohen fast 90 Millionen Vertriebene

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk sind fast 90 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene von klimabedingten Katastrophen bedroht, während die Finanzierung die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften nicht erreicht. Drei Viertel der gewaltsam vertriebenen Menschen leben gemäss dem Hilfswerk in Ländern, die stark oder äusserst stark vom Klimawandel bedroht sind.

UNO warnt: Klimakatastrophen bedrohen fast 90 Millionen Vertriebene
AISWI swissinfo.ch

Fast 90 Millionen Vertriebene sind von klimabedingten Katastrophen bedroht, erklärt das UN-Flüchtlingshilfswerk und macht damit auf die Risiken aufmerksam, denen Flüchtlinge und Menschen ausgesetzt sind, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben wurden. Die Warnung des Hilfswerks verbindet zwei miteinander verknüpfte Tatsachen: Viele gewaltsam vertriebene Menschen sind Katastrophenrisiken ausgesetzt, und die meisten leben in Ländern, die stark oder äusserst stark vom Klimawandel bedroht sind. Zudem erreicht die Finanzierung laut dem Hilfswerk die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften nicht. Zusammengenommen rücken diese Erkenntnisse die Gefährdung und die Unterstützung ins Zentrum der Debatte über klimabedingte Vertreibung. Die Zahlen beschreiben eine Herausforderung, die Menschen über Landesgrenzen hinweg und innerhalb von Ländern betrifft. Zugleich unterstreichen sie, dass sich die Klimarisiken auf jene Länder konzentrieren, in denen drei Viertel der gewaltsam vertriebenen Menschen leben. Die Botschaft des UN-Hilfswerks ist klar: Die Gemeinschaften, die den grössten Risiken ausgesetzt sind, erhalten die dafür vorgesehene Finanzierung nicht.

Die Gefährdung nachzeichnen

Drei Viertel der gewaltsam vertriebenen Menschen leben in Ländern, die stark oder äusserst stark vom Klimawandel bedroht sind. Diese Zahl verdeutlicht das Ausmass der Gefährdung, auf die das UN-Flüchtlingshilfswerk hinweist. Sie umfasst Menschen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, darunter Flüchtlinge und Binnenvertriebene, und verweist auf die Bedingungen in den Ländern, in denen sie leben. Separat erklärt das Hilfswerk, dass fast 90 Millionen Menschen dieser Gruppen von klimabedingten Katastrophen bedroht sind. Zusammengenommen zeigen die Zahlen, wie sich Vertreibung und Klimarisiken weltweit überschneiden. Die Warnung betrifft Menschen, die bereits aus ihrer Heimat vertrieben wurden, sowie Gemeinschaften, die dort, wo sie Zuflucht gefunden haben oder weiterhin vertrieben leben, mit Katastrophenrisiken konfrontiert sind. Damit stehen die Lebensumstände gewaltsam vertriebener Menschen im Fokus, statt Klimabedrohungen als fernes, von Vertreibung getrenntes Problem zu behandeln. In der Einschätzung des UN-Hilfswerks ist ihre Gefährdung ein zentraler Bestandteil seines Aufrufs zu mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Finanzierung gezielt den Gefährdeten zukommen lassen

Die Finanzierung erreicht die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften nicht, erklärt das UN-Flüchtlingshilfswerk. Damit wird die Verteilung der Unterstützung zu einem wesentlichen Teil der klimabedingten Herausforderung, der sich Vertriebene gegenübersehen. Das Hilfswerk verknüpft die Finanzierungsfrage mit den fast 90 Millionen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen, die von klimabedingten Katastrophen bedroht sind. Laut seiner Einschätzung leben zudem drei Viertel der gewaltsam vertriebenen Menschen in Ländern, die stark oder äusserst stark vom Klimawandel bedroht sind. Diese Zahlen veranschaulichen das Ausmass der Gefährdung und werfen zugleich die Frage auf, ob die Ressourcen jene erreichen, die den grössten Risiken ausgesetzt sind. Die Botschaft des Hilfswerks lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gemeinschaften, die klimabedingten Katastrophen besonders stark ausgesetzt sind, und auf die Lücke zwischen ihren Risiken und der Finanzierung, die sie erreicht. Für bereits vertriebene Menschen gehören die Klimabedrohung und der Zugang zu Unterstützung zur selben umfassenden Krise, auf die das UN-Flüchtlingshilfswerk hinweist.

Die Warnung nach Genf bringen

Genf ist der Schauplatz einer Warnung von globaler Tragweite. Die Einschätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks rückt die klimabedingten Katastrophenrisiken für Vertriebene auf die internationale Agenda: Fast 90 Millionen Menschen sind betroffen, und drei Viertel der gewaltsam vertriebenen Menschen leben in Ländern, die stark oder äusserst stark bedroht sind. Für die Schweiz schafft der Bezug zu Genf eine klare institutionelle Verbindung: Das Hilfswerk richtet seine Botschaft aus der Stadt aus, in der die UNO präsent ist. Inhaltlich geht es um Gefährdung und Ressourcen. Vertriebene sind von klimabedingten Katastrophen bedroht, während die Finanzierung die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften nicht erreicht. Die Zahlen vermitteln den Leserinnen und Lesern in der Schweiz das Ausmass des Problems und zeigen, weshalb sich das Hilfswerk um die Unterstützung sorgt. Im Zentrum seiner Warnung steht die Frage, ob die Hilfe jene Menschen erreicht, die den grössten Klimarisiken ausgesetzt sind, darunter Flüchtlinge und Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben wurden.