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Loïc Meillard gewinnt historisches olympisches Slalom-Gold für die Schweiz
Der Schweizer Skifahrer Loïc Meillard hat an den Olympischen Winterspielen die Goldmedaille im Slalom der Männer gewonnen. Damit ist er nach Edy Reinalter, der 1948 siegte, erst der zweite Schweizer Mann in der Geschichte, der diesen Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

Auf den Pisten von Bormio wurde Geschichte geschrieben. Fast acht Jahrzehnte lang blieb olympisches Gold im Slalom der Männer für die Schweiz ein unerfüllter Traum, ein Preis, der Generationen von Spitzenskifahrern durch die Finger glitt. Diese Wartezeit endet heute. Loïc Meillard stürmte zum Sieg, gewann die Goldmedaille und festigte sein Vermächtnis als erst zweiter Schweizer Mann in der Geschichte, der diese Disziplin an den Winterspielen für sich entschied.
Seit Edy Reinalter 1948 auf heimischem Schnee in St. Moritz triumphierte, erklang die Schweizer Hymne nicht mehr für einen Slalom-Olympiasieger der Männer. Legenden wie Jacques Lüthi und Ramon Zenhäusern kämpften sich 1980 beziehungsweise 2018 zu Bronze und Silber, doch der oberste Podestplatz blieb hartnäckig ausser Reichweite. Meillards Leistung war mehr als ein Sieg: Sie befreite ihn vom historischen Druck. Mit einem fehlerfreien Lauf im entscheidenden Moment überbrückte er die beeindruckende Lücke von 78 Jahren und verband die goldene Ära des Skisports nach dem Krieg mit der heutigen Dominanz des Schweizer Teams.
Dominanz im technischen Bereich
Präzision, Kraft und Nerven aus Stahl prägten den Tag im Veltlin. Meillard gewann nicht einfach, er setzte sich gegen ein Feld der gefährlichsten Techniker der Welt durch. Im Duell mit den aggressiven Linien des Österreichers Fabio Gstrein und der unerbittlichen Konstanz des Norwegers Henrik Kristoffersen bahnte sich der Schweizer Spitzenfahrer den Weg zum Ruhm und liess keinen Zweifel offen. Während sich Gstrein und Kristoffersen mit Silber und Bronze begnügen mussten, stand Meillard allein an der Spitze.
Die Intensität des Wettkampfs zeigt, wie bedeutend diese Leistung ist. Slalom ist ein Kampf um Millimeter, bei dem ein einziger Ausrutscher der Kante das Aus bedeuten kann. Meillard bewältigte die eisige, ausgefahrene Strecke mit chirurgischer Genauigkeit. Hinter ihm zeigte sich die Stärke des Schweizer Teams in seiner ganzen Breite. Teamkollege Tanguy Nef zeigte eine beeindruckende Leistung und kämpfte sich auf den sechsten Platz vor, nur 2,02 Sekunden hinter der Siegerzeit. Dies war kein Alleingang aufs Podest, sondern ein deutliches Zeichen eines Teams, das die technischen Feinheiten des modernen alpinen Skirennsports beherrscht.
Die dreifache Krone von Bormio
Eine Medaille ist eine Leistung für die Karriere, drei an denselben Spielen sind das Kennzeichen einer Legende. Meillard verlässt Bormio nicht nur als Slalom-Olympiasieger, sondern als unbestrittener Allrounder dieser Olympischen Winterspiele. Mit dieser Goldmedaille vollendet er einen beeindruckenden persönlichen Hattrick. Dazu kommen das Silber, das er im Team-Kombinationswettbewerb an der Seite von Marco Odermatt gewann, und die Bronze, die er im Riesenslalom holte.
Nun gehört er zu einem erlesenen Trio Schweizer Skifahrer, zusammen mit Marco Odermatt und Franjo von Allmen, die Bormio zu ihrem persönlichen Trophäenschrank gemacht haben und alle mit drei Medaillen abreisen. Diese Vielseitigkeit ist im modernen Skisport selten, denn Spezialisierung ist die Norm. Meillard hat bewiesen, dass er sofort umschalten kann: von der puren Geschwindigkeit in den Kombinationswettbewerben zur rhythmischen Technik des Slaloms, ohne einen Takt zu verpassen. Seine Leistung in Italien ist eine Meisterklasse der alpinen Vielseitigkeit und beweist, dass er nicht nur ein Spezialist, sondern einer der komplettesten Skifahrer der Welt ist.
Eine beispiellose alpine Ära
Die Zahlen sind beeindruckend, und die Botschaft ist klar: Die Schweiz ist die unbestrittene Supermacht im alpinen Skisport der Männer. Das Schweizer Männerteam hat das Veltlin vollständig dominiert und insgesamt acht Medaillen gewonnen, darunter vier goldene. Das ist nicht nur Erfolg, sondern Vorherrschaft. In jedem der fünf ausgetragenen Rennen stand ein Schweizer Skifahrer auf dem Podest, eine Konstanz, die ihresgleichen in der olympischen Geschichte sucht.
Während die Klimasorgen weiterhin lange Schatten auf die Zukunft des Wintersports werfen, gehört die Gegenwart den Schweizern. Diese goldene Generation unter der Führung von Meillard und Odermatt hat ihr Potenzial in greifbare Medaillen verwandelt. Sie haben die erdrückenden Erwartungen der Nation nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Während die Spiele weitergehen, muss die Welt zu einem Schweizer Programm aufschliessen, das auf Hochtouren läuft. Vorerst weht die Schweizer Flagge am höchsten über Bormio, und dank Loïc Meillard ist der 78 Jahre alte Spuk um den Slalom der Männer endlich vorbei.