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Swiss Observer

Nach starken Schneefällen steigt die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen, Skifahrer stirbt im Wallis

Ein jüngster Todesfall im Kanton Wallis unterstreicht die erhöhte Lawinengefahr in den Schweizer Alpen. Nach heftigen Schneefällen haben die Behörden vielerorts Warnungen herausgegeben. Dieser Artikel berichtet über den jüngsten Vorfall und erläutert die aktuelle Gefahrenlage für Wintersportlerinnen und Wintersportler.

Nach starken Schneefällen steigt die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen, Skifahrer stirbt im Wallis
AIThe Local Switzerland

Die Schweizer Alpen haben erneut ein Menschenleben gefordert und auf drastische Weise gezeigt, wie unberechenbar die Natur ist. Ein 42-jähriger Schweizer Skifahrer ist nach einem gewaltigen Lawinenniedergang in der Gemeinde Chamoson im Kanton Wallis ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich um 12.15 Uhr an der Ostflanke der Pointe de Chemo, auf schwindelerregenden 2500 Metern Höhe.

Eine Gruppe von vier Skitourengängern war gerade im Abstieg, als sich der Berghang löste und drei von ihnen in die weisse Tiefe riss. Die Rettungskräfte reagierten umgehend und mit grossem Aufgebot: Teams der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) eilten mit Unterstützung von zwei Helikoptern der Air-Glaciers und einem Flugzeug der Air Zermatt zum Unglücksort. Trotz ihrer heldenhaften Bemühungen, die verschütteten Skifahrer zu finden und auszugraben, erlag der 42-Jährige am Berg seinen Verletzungen. Zwei weitere Personen, ein 41-jähriger Mann und eine 53-jährige Frau, überlebten verletzt und wurden in Spitäler in Bern und Sitten geflogen. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall, sondern eine drastische Verschärfung der winterlichen Gefahren, die die Region derzeit im Griff haben.

Alarmstufe Rot: Gefahr in den Alpen

Die Behörden haben Alarm geschlagen und die Lawinengefahr auf die kritische Stufe 4 von 5 angehoben, die zweithöchste Warnstufe. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) warnt ausdrücklich davor, dass die Gefahr im Wallis und im Berner Oberland besonders gross ist.

Auslöser der erhöhten Gefahr ist eine trügerisch schöne Schneedecke: In nur vier Tagen sind in den Bergen 20 bis 40 cm Neuschnee gefallen. Doch diese frische Schicht ist eine tödliche Falle. Starker Wind hat den Pulverschnee verfrachtet, sodass er «an vielen Stellen schlecht mit der älteren Schneedecke verbunden» ist. Dadurch ist eine fragile Oberfläche entstanden, die schon bei geringster Belastung brechen kann. Die Warnung des SLF ist eindeutig: Die Berge sind derzeit instabil, und die Gefahr spontaner oder von Skifahrenden ausgelöster Lawinen ist gross. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, sorglos zu sein: Die Hänge sind abrutschbereit.

Ikonen im Schnee verloren

Die Berge machen keinen Unterschied zwischen Anfängerinnen und Anfängern und Legenden. Die Schweizer Sportgemeinschaft muss einen erschütternden Verlust verkraften: Der Snowboarder und Olympiamedaillengewinner Ueli Kestenholz kam erst vor wenigen Tagen, am 13. Januar 2026, ums Leben. Der Snowboard-Pionier, der bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano Geschichte schrieb, wurde im Wallis von einer Lawine mitgerissen. Das zeigt, dass selbst die erfahrensten Meister der Berge den aktuellen Bedingungen schutzlos ausgeliefert sind.

Dieser prominente Todesfall ist ein düsterer Hinweis auf die weit verbreitete Gefahr. Anfang des Monats, am 11. Januar, riss die erste Lawine des Jahres 2026 im Lötschental einen Snowboarder mit. Er wurde verletzt und musste ins Spital. Jenseits der Grenze sind in den französischen Alpen bereits sechs Freerider ums Leben gekommen. Der Verlust eines Nationalhelden wie Kestenholz hat die Schweiz erschüttert und macht deutlich, dass die Instabilität in diesem Winter niemand unterschätzen darf, unabhängig vom Können.

Eine tödliche Saison in Zahlen

Die Zahlen zeichnen ein erschreckendes Bild der Wintersaison 2025/26. Die traurige Bilanz steigt in alarmierendem Tempo. Laut SLF sind in dieser Saison allein in den Schweizer Alpen bereits zehn Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen.

Die Saison hat zwar gerade erst begonnen, doch die Entwicklung ist besorgniserregend, wenn man sie mit dem Winter 2023/24 vergleicht, in dem insgesamt 23 Menschen ums Leben kamen. Da noch Monate mit Wintersport bevorstehen, deutet die derzeitige Unfallrate darauf hin, dass frühere traurige Rekorde übertroffen werden könnten, wenn nicht mit der nötigen Vorsicht gehandelt wird. Die meisten Todesfälle ereignen sich abseits der Pisten, in der verlockenden freien Natur, wo der Schnee unberührt, die Gefahr aber unkontrolliert ist. Hinter jeder Zahl in dieser Statistik stehen eine zerstörte Familie und ein traumatisiertes Rettungsteam. Die Zahlen mahnen zu Respekt: Derzeit sind die Berge stärker.

Überleben im Schneesturm

Unter diesen Bedingungen zu überleben, ist eine Frage der Entscheidung, nicht des Zufalls. Der gesunde Menschenverstand gebietet es, gesperrte Pisten und ausgewiesene Gefahrenzonen zu meiden. Diese Bereiche sind nicht ohne Grund klar gekennzeichnet. Wer die Hinweise ignoriert, geht ein lebensgefährliches Risiko ein.

Wer sich trotzdem ins Gelände wagt, muss sich unbedingt vorbereiten. Das Lawinenbulletin des SLF ist für Wintersportbegeisterte in der Schweiz unverzichtbar. Es bietet laufend aktualisierte Angaben zu Gefahrengebieten und zur Schneehöhe. Auch der Bund hält aktuelle Informationen zu Naturgefahren bereit. Informieren Sie sich, bevor Sie die Ski oder das Snowboard anschnallen. Prüfen Sie die Karten, beachten Sie die Warnungen der Stufe 4 und denken Sie daran: Bei Tonnen von rutschendem Schnee bietet keine Ausrüstung eine Überlebensgarantie. Die klügste Abfahrt, die Sie heute machen, könnte diejenige sein, auf die Sie verzichten.