Umwelt
Zander zum Fisch des Jahres 2025 in der Schweiz gewählt
Der Schweizerische Fischerei-Verband weist auf den Schutzbedarf hin, da die Bestände des beliebten Raubfischs zurückgehen

Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) hat den Zander (Sander lucioperca) zum Fisch des Jahres 2025 gewählt. Damit hebt er sowohl die Bedeutung des Zanders in Schweizer Gewässern als auch den dringenden Schutzbedarf hervor. Mit dieser renommierten jährlichen Wahl soll die Öffentlichkeit auf die Bedeutung des Schutzes einheimischer Fischarten und ihrer Lebensräume aufmerksam gemacht werden. Die Bekanntgabe ist Teil der laufenden Bemühungen des Verbands, nachhaltige Fischereipraktiken und den Erhalt aquatischer Ökosysteme in der Schweiz zu fördern.
Zander: ein begehrter Raubfisch der Schweiz
Der Zander hat sich den Ruf als einer der bemerkenswertesten Raubfische der Schweiz verdient. Der Schweizerische Fischerei-Verband beschreibt ihn als «prächtig wie ein Fabelwesen und unbarmherzig wie ein Raubritter». Die Fischart verfügt über bemerkenswerte Jagdfähigkeiten und ist oft in Gruppen unterwegs, ähnlich wie Wolfsrudel. Seine Beliebtheit geht über seine ökologische Rolle hinaus: Er ist sowohl bei Freizeitfischerinnen und -fischern als auch in der Schweizer Küche sehr geschätzt. Die Anpassungsfähigkeit der Art hat sich für ihr Überleben in verschiedenen Gewässern als entscheidend erwiesen. Damit gehört sie zu den wenigen Fischarten, die selbsttragende Bestände erhalten können.
Herausforderungen und Lösungen beim Schutz
Trotz seiner Anpassungsfähigkeit steht der Zander in Schweizer Gewässern vor grossen Herausforderungen. Die Bestände reichen derzeit nicht aus, um die lokale Nachfrage zu decken. Jährlich werden in Schweizer Gewässern nur rund zehn Tonnen gefangen. Deshalb ist man auf Importe und Aquakultur angewiesen, um die Marktnachfrage zu befriedigen. David Bittner, Geschäftsführer des SFV, betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bewirtschaftung: «Wir müssen ihn nachhaltig nutzen, weshalb wir Schutzvorschriften brauchen.» Die Wahl des Zanders zum Fisch des Jahres 2025 ist Teil einer umfassenderen Strategie, um das Bewusstsein für die Bedeutung natürlicher Gewässerlebensräume zu schärfen und die Erholung einheimischer Fischbestände zu fördern.
Verbreitung und Lebensraum in der Schweiz
In der Schweiz kommen grössere Zanderbestände in verschiedenen Gewässern vor, darunter im Murtensee, Greyerzersee, Lac de Schiffenen, Sihlsee, Bodensee und Luganersee. Die Art hat sich zudem in zahlreichen Flüssen, Stauseen und Kanälen im gesamten Mittelland etabliert. Diese weite Verbreitung zeigt, wie gut sich der Zander an unterschiedliche Gewässer anpassen kann. Gesunde Bestände zu erhalten, bleibt jedoch eine Herausforderung. Sein Vorkommen in diesen vielfältigen Gewässersystemen macht den Zander zu einem wichtigen Indikator für den Zustand der Ökosysteme und zu einem zentralen Ziel der Schutzbemühungen.