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Swiss Observer

Studie: Mehr als zwei Millionen Menschen in der Schweiz zeigen Anzeichen einer Smartphone-Sucht

Laut einer neuen Studie zeigen mehr als zwei Millionen Menschen in der Schweiz klare Anzeichen einer Smartphone-Sucht. 7% zeigen ausgeprägte Anzeichen von Nomophobie, also Angst davor, ohne Telefon oder Mobilfunkverbindung zu sein. Bei jüngeren Menschen wurden höhere Werte festgestellt.

Studie: Mehr als zwei Millionen Menschen in der Schweiz zeigen Anzeichen einer Smartphone-Sucht
AISWI swissinfo.ch

Mehr als zwei Millionen Menschen in der Schweiz zeigen klare Anzeichen einer Smartphone-Sucht, wie aus einer am 3. November veröffentlichten Studie von Comparis hervorgeht. Das entspricht fast einem Drittel der Bevölkerung. Weitere 7% zeigen ausgeprägte Anzeichen von Nomophobie, also Angst oder Unruhe, wenn sie ohne Smartphone oder Mobilfunkverbindung sind.

Das Marktforschungsinstitut Innofact führte die Umfrage im September 2026 im Auftrag von Comparis durch. Befragt wurden 1’027 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus allen Regionen der Schweiz. Comparis zufolge besitzen fast alle Jugendlichen und Erwachsenen im Land mindestens ein Gerät.

Die Studie zeigt ein Muster, das sich durch das ganze Land zieht, wobei die stärksten Anzeichen bei jüngeren Befragten auftreten. Die Ergebnisse unterscheiden zudem zwischen klaren Anzeichen einer Smartphone-Sucht und ausgeprägter Nomophobie, einer spezifischen Angst, den Zugang zu einem Telefon oder einer Mobilfunkverbindung zu verlieren.

Die Altersgruppen vergleichen

Junge Erwachsene weisen die höchsten Werte auf. Bei den 16- bis 35-Jährigen zeigen vier von zehn klare Anzeichen einer Smartphone-Sucht. Die Studie ergab auch, dass fast die Hälfte dieser Altersgruppe klare Anzeichen von Nomophobie aufweist: Vier von zehn zeigen klare Anzeichen, weitere 8% ausgeprägte Anzeichen.

Bei älteren Befragten sinken die Werte. Knapp ein Drittel der 36- bis 55-Jährigen zeigt klare Anzeichen einer Smartphone-Sucht. Bei den über 56-Jährigen ist es knapp jede fünfte Person.

Diese Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Messgrössen der Studie. Smartphone-Sucht bezeichnet die breiter gefassten Anzeichen, die in der Studie erfasst wurden. Bei Nomophobie geht es um die Angst, ohne Telefon oder Mobilfunkverbindung zu sein. Diese Unterscheidung ist beim Vergleich der Altersgruppen wichtig: Für die 16- bis 35-Jährigen weist der Bericht neben der Messung klarer Anzeichen auch eine separate Zahl zu ausgeprägter Nomophobie aus.

Die regionalen Unterschiede aufzeigen

Auch nach Sprachregion unterscheiden sich die Zahlen. In der französischsprachigen Schweiz zeigen 37% der Befragten klare Anzeichen von Nomophobie, verglichen mit 28% in der Deutschschweiz. Bei einer bestimmten Frage ist der Unterschied noch grösser: 42% der Befragten aus der französischsprachigen Schweiz sagten, sie fühlten sich bei der Vorstellung unwohl, mindestens 24 Stunden ohne Smartphone zu sein. In der Deutschschweiz waren es 29%.

Der Digitalexperte Jean-Claude Frick führte die Unterschiede auf verschiedene digitale Gewohnheiten zurück. Seinen Angaben zufolge nutzen Menschen in der französischsprachigen Schweiz soziale Medien und digitale Dienste intensiver als Menschen in der Deutschschweiz, sowohl zur Information als auch zur Unterhaltung.

Der Vergleich ergänzt die nationalen Ergebnisse um eine regionale Dimension. In beiden Sprachregionen misst die Studie nicht nur allgemeine Anzeichen einer Abhängigkeit, sondern auch die Reaktion darauf, vom Telefon abgeschnitten zu sein. Die Frage zu 24 Stunden zeigt konkret, welche Angst mit dem Begriff Nomophobie erfasst wird.

Alltägliche Auslöser erkennen

Ständiges Nachsehen ist das am häufigsten genannte Anzeichen. Die Hälfte der Befragten gab an, wiederholt ihr Smartphone zu prüfen, um keine Nachrichten oder Anrufe zu verpassen. Comparis stufte Stress, wenn das Telefon nicht mitgeführt wird, an zweiter Stelle ein. Diesen nannten 35% der Befragten. Darauf folgte mit 34% die Nervosität bei niedrigem Akkustand.

Die Ergebnisse stellen alltägliche Handlungen neben ausgeprägtere Ängste. Das Prüfen auf Nachrichten oder Anrufe war das am häufigsten genannte Verhalten. Auch die Sorge, das Gerät nicht dabeizuhaben oder dass der Akku zur Neige geht, spielte eine wichtige Rolle. Jedes dieser Beispiele steht für eine andere Alltagssituation, in der das Telefon den Befragten wichtig war.

Die Umfrage wurde im September 2026 von Innofact im Auftrag von Comparis unter Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren in allen Regionen durchgeführt. Zusammengenommen vermitteln die genannten Verhaltensweisen ein konkretes Bild davon, wie sich die umfassendere Messgrösse der Smartphone-Abhängigkeit im Alltag in der Schweiz zeigt.