Wirtschaft
Lonza verdoppelt mit Merck-Übernahme ihr US-Produktionsnetzwerk
Lonza übernimmt fünf US-Produktionsstandorte von der deutschen Merck Group und verdoppelt damit ihr US-Netzwerk für Auftragsentwicklung und -herstellung von vier auf neun Standorte. Rund 1’100 Mitarbeitende sollen zur Schweizer Life-Sciences-Gruppe wechseln.

Lonza erweitert ihr US-Netzwerk um fünf Produktionsstandorte, das damit nahezu doppelt so gross wird. Die Schweizer Life-Sciences-Gruppe gab am Dienstag, 3. November, bekannt, dass sie die Standorte von der deutschen Merck Group übernimmt. Durch die Transaktion wächst Lonzas US-Netzwerk für Auftragsentwicklung und -herstellung, kurz CDMO, von vier auf neun Standorte.
CDMOs entwickeln und produzieren Medikamente im Auftrag von Pharmaunternehmen. Lonza zufolge kann das erworbene Netzwerk Kundinnen und Kunden von der klinischen Phase bis zur Markteinführung kommerzieller Produkte unterstützen, und zwar in Wachstumsbereichen der Branche. Das Unternehmen bezeichnet die Vereinigten Staaten als grössten Markt für innovative pharmazeutische Produkte.
Für Lonza bedeutet die Transaktion eine grössere operative Präsenz in diesem Markt und zusätzliche Standorte, die Kundinnen und Kunden in verschiedenen Phasen der Arzneimittelentwicklung bedienen. Der Abschluss der Übernahme ist für Mitte 2027 geplant, vorbehaltlich der üblichen Bedingungen.
Die fünf neuen Standorte im Überblick
Die fünf Standorte liegen im Mittleren Westen und an beiden Küsten. Sie befinden sich in St. Louis, Missouri; Madison und Verona, Wisconsin; Indianapolis, Indiana; sowie Carlsbad, Kalifornien. Zusammen erweitern die Standorte Lonzas Präsenz in den USA um mehrere etablierte Produktionsstandorte.
Damit steigt die Zahl der US-CDMO-Standorte des Unternehmens von vier vor der Transaktion auf neun. Die erworbenen Betriebe gehören zur Merck Group, dem deutschen Unternehmen, das die Standorte an Lonza verkauft. Ihre bestehende Tätigkeit unterstützt Pharmaunternehmen von der klinischen Entwicklung bis zur kommerziellen Markteinführung, wie Lonza in ihrer Mitteilung erklärte.
Diese Bandbreite ist für die Struktur des Geschäfts wichtig: CDMO-Dienstleistungen umfassen sowohl Entwicklung als auch Produktion und nicht nur die Herstellung von Medikamenten. Die Übernahme fügt daher Standorte hinzu, die Kundinnen und Kunden entlang dieses Prozesses bedienen. Lonza bezahlt in bar und verwendet dafür bestehende Mittel und Kreditfazilitäten. Der Abschluss steht weiterhin unter dem Vorbehalt der üblichen Anforderungen und ist für Mitte 2027 geplant.
Die Belegschaft im Fokus
Rund 1’100 Mitarbeitende sollen zusammen mit den Standorten zu Lonza wechseln. Ihr Wechsel würde die US-Belegschaft der Schweizer Gruppe laut Mitteilung auf mehr als 6’000 Mitarbeitende erhöhen. Die Transaktion bringt damit sowohl zusätzliche Betriebskapazitäten als auch eine beträchtliche Zahl von Mitarbeitenden in Lonzas US-Geschäft ein.
Die fünf Standorte befinden sich in St. Louis, Madison, Verona, Indianapolis und Carlsbad. Zwei liegen in Wisconsin, die übrigen drei in Missouri, Indiana und Kalifornien. Das erworbene Netzwerk betreut Pharmaunternehmen von Arbeiten in der klinischen Phase bis zur kommerziellen Markteinführung.
Für die Mitarbeitenden ist der erwartete Wechsel mit dem Eigentümerwechsel dieser Betriebe verbunden. Lonza erklärte, die Transaktion werde mit Barmitteln aus bestehenden Mitteln und Kreditfazilitäten finanziert. Die Unternehmen rechnen mit dem Abschluss Mitte 2027, vorbehaltlich der üblichen Vollzugsbedingungen. Die Angaben zu Mitarbeitenden und Standorten sind Teil der am Dienstag, 3. November, angekündigten Transaktion.
Umsatzbeitrag und Zeitplan im Blick
Die erworbenen Geschäfte dürften 2028 rund CHF 250 Millionen zum Umsatz beitragen. Lonza erklärte, ihre Kern-EBITDA-Marge werde zunächst unter dem Gruppenniveau liegen, sich im Laufe der Zeit aber voraussichtlich verändern. Zusammen mit der Übernahmeankündigung bestätigte das Unternehmen seinen Ausblick für 2026 und seine mittelfristigen Finanzziele.
Der Kaufpreis basiert auf einer Unternehmensbewertung im tiefen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich in Schweizer Franken. Lonza finanziert die Transaktion bar aus bestehenden Mitteln und Kreditfazilitäten. Der erwartete Abschluss Mitte 2027 hängt von den üblichen Vollzugsbedingungen ab.
Der angekündigte Aktienrückkauf im Anschluss an den Verkauf von Lonzas Geschäft mit Kapseln und Gesundheitsinhaltsstoffen bleibt von der Transaktion unberührt, wie das Unternehmen mitteilte. Für die Schweizer Gruppe erweitert das Geschäft ihr US-CDMO-Netzwerk von vier auf neun Standorte und dürfte ihre US-Belegschaft auf mehr als 6’000 Mitarbeitende erhöhen. Der Umsatzbeitrag wird für das Geschäftsjahr 2028 erwartet.