Wirtschaft
Schweizer Immobilienmarkt trotzt weltweiter Unsicherheit mit starkem Wachstum im ersten Quartal
Die Schweizer Immobilienpreise sind im ersten Quartal 2025 stark gestiegen. Einfamilienhäuser verzeichneten trotz der Volatilität auf den internationalen Märkten den stärksten Anstieg.

Der Schweizer Immobilienmarkt hat sich im ersten Quartal 2025 bemerkenswert widerstandsfähig gezeigt und trotz weltweiter wirtschaftlicher Unsicherheiten in verschiedenen Segmenten kräftig zugelegt. Einfamilienhäuser verzeichneten mit einem markanten Anstieg von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal den stärksten Zuwachs, während Stockwerkeigentum um 0,7 Prozent teurer wurde. Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Einfamilienhäuser um 5 Prozent und für selbst genutzte Wohnungen um 3,5 Prozent. Dies unterstreicht die solide Basis des Marktes trotz der Volatilität auf den internationalen Märkten.
Regionale Preisentwicklung
Die Preisentwicklung auf dem Schweizer Immobilienmarkt unterscheidet sich je nach Region deutlich. Die Südschweiz lag mit einem beeindruckenden jährlichen Anstieg der Hauspreise um 8,4 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von der Ostschweiz mit 8 Prozent. In der Westschweiz und in der Genferseeregion waren hingegen leichte Rückgänge von 0,1 beziehungsweise 0,8 Prozent zu verzeichnen. Besonders stark entwickelte sich die Zentralschweiz im Segment Stockwerkeigentum: Die Preise stiegen dort im Jahresvergleich um 4,6 Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt 7683 Franken für Einfamilienhäuser und 8980 Franken für Stockwerkeigentum. Das verdeutlicht die gehobene Positionierung des Marktes.
Aussichten für Investitionen
Laut Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, dürfte der Markt weiter wachsen. Dazu tragen sinkende Finanzierungskosten und anhaltend tiefe Zinsen bei. Die steigende Nachfrage nach selbst genutztem Wohneigentum und die günstigen Finanzierungsbedingungen lassen eine positive Entwicklung der Immobilieninvestitionen erwarten. Marktdaten von Immoscout zeigen, dass die Erwartungen der Verkäuferinnen und Verkäufer steigen: Allein im März erhöhten sich die Preise monatlich um 1,3 Prozent bei Häusern und um 1 Prozent bei Stockwerkeigentum. Das deutet auf ein hohes Vertrauen in den Markt hin.
Soziale Auswirkungen
Der anhaltende Anstieg der Immobilienpreise gibt Anlass zu sozialen Bedenken. Dies zeigten jüngste Proteste in Zürich, bei denen bezahlbarer Wohnraum gefordert wurde. Die steigenden Kosten für Wohneigentum haben die Diskussion über den Zugang zu Wohnraum verschärft. In der Zentralschweiz wurden mit 1,78 Millionen Franken die höchsten Preise für Einfamilienhäuser verzeichnet. Diese soziale Dimension macht die starke Marktentwicklung komplexer und zeigt, wie wichtig ausgewogene Massnahmen sind, die sowohl dem Marktwachstum als auch der Erschwinglichkeit von Wohnraum Rechnung tragen.