Wirtschaft
Schweizer Arbeitsmarkt bleibt trotz regionaler Unterschiede widerstandsfähig
Die Beschäftigungsaussichten bleiben in der ganzen Schweiz gut: 45 % der Unternehmen planen Neueinstellungen. Die Region Tessin steht jedoch vor Herausforderungen, wie die neueste Manpower-Umfrage zeigt.

Der Schweizer Arbeitsmarkt beweist weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit: 45 % der befragten Unternehmen planen, im ersten Quartal 2025 neue Mitarbeitende einzustellen. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber den Vorquartalen bleibt die saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsprognose mit +29 % stark. Diese robuste Entwicklung bekräftigt die Stellung der Schweiz als einer der wettbewerbsfähigsten Arbeitsmärkte der Welt und zeigt, wie anpassungsfähig Schweizer Unternehmen unter schwierigen globalen Bedingungen sind.
Regionale Unterschiede bei der Beschäftigung
Die Beschäftigungsaussichten unterscheiden sich deutlich zwischen den Schweizer Regionen. Zürich liegt mit einer beeindruckenden Beschäftigungsprognose von +40 % an der Spitze, gefolgt von der Nordwestschweiz mit +36 %. Die Genferseeregion und die Zentralschweiz weisen mit +31 % beziehungsweise +30 % ebenfalls positive Prognosen auf. Das Tessin bildet jedoch mit einer besorgniserregenden Prognose von -14 % eine deutliche Ausnahme und verdeutlicht die erheblichen regionalen wirtschaftlichen Unterschiede. Diese Abweichungen spiegeln unterschiedliche lokale wirtschaftliche Bedingungen und Herausforderungen bei der regionalen Entwicklung wider.
Entwicklungen nach Sektoren
Das Gesundheitswesen ist mit einer Beschäftigungsprognose von +46 % der führende Sektor, gefolgt von Transport und Logistik mit +42 %. Der Finanz- und Immobiliensektor weist mit +40 % starke Einstellungsabsichten auf, während die IT- und Industriesektoren mit +32 % beziehungsweise +29 % positive Prognosen verzeichnen. Im Gegensatz dazu steht der Energiesektor mit einer Prognose von -26 % vor Herausforderungen, beeinflusst durch Preisschwankungen und regulatorischen Druck. Die Kommunikationsdienstleistungen stagnieren. Das weist trotz des insgesamt positiven Arbeitsmarkts auf sektorspezifische Herausforderungen hin.
Einfluss der Unternehmensgrösse
Zwischen der Unternehmensgrösse und den Einstellungsabsichten besteht ein klarer Zusammenhang. Grosse Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitenden weisen mit +43 % die besten Beschäftigungsaussichten auf. Das zeigt ihr Vertrauen in die Marktlage und ihre Fähigkeit zu expandieren. Kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden planen dagegen vorsichtiger und kommen auf eine Prognose von lediglich +8 %. Dieser Unterschied verdeutlicht die verschiedenen Herausforderungen und Chancen, mit denen Unternehmen unterschiedlicher Grösse auf dem Schweizer Arbeitsmarkt konfrontiert sind.
Ausblick
Trotz einiger Herausforderungen in bestimmten Sektoren und Regionen bleiben die allgemeinen Aussichten für den Schweizer Arbeitsmarkt zu Beginn des Jahres 2025 positiv. Die anhaltende Stärke wichtiger Sektoren wie Gesundheitswesen und Finanzen sowie die robuste Entwicklung in bedeutenden Wirtschaftszentren deuten auf eine anhaltende Widerstandsfähigkeit des Marktes hin. Um eine ausgewogene wirtschaftliche Entwicklung in der ganzen Schweiz zu sichern, wird es jedoch entscheidend sein, regionale Unterschiede, insbesondere im Tessin, anzugehen und das Wachstum kleiner Unternehmen zu unterstützen.