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Swiss Observer

Schweizer Eierkonsum erreicht 2024 mit 1,78 Milliarden Eiern historischen Höchststand

Der Eierkonsum erreicht einen Rekordwert und übertrifft das Niveau während der Pandemie. Trotz einer Zunahme der Inlandproduktion um 2,8 Prozent kann diese die wachsende Nachfrage nicht decken.

Schweizer Eierkonsum erreicht 2024 mit 1,78 Milliarden Eiern historischen Höchststand
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz hat beim Eierkonsum einen beispiellosen Meilenstein erreicht: 2024 wurden 1,78 Milliarden Eier konsumiert. Das entspricht einer bemerkenswerten Zunahme um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrifft sogar die Spitzenwerte während der Coronavirus-Pandemie. Eine durchschnittliche Person in der Schweiz konsumierte im Laufe des Jahres 197,7 Eier. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Eiern in der Schweizer Ernährung. Das Bevölkerungswachstum von 0,9 Prozent erklärt diesen Anstieg teilweise, der Hauptgrund scheint jedoch eine deutliche Zunahme des Pro-Kopf-Konsums zu sein.

Inlandproduktion und Versorgungslücke

Trotz einer beachtlichen Zunahme der Inlandproduktion um 2,8 Prozent auf 1,12 Milliarden Eier im Jahr 2024 haben Schweizer Produzentinnen und Produzenten Mühe, mit der stark steigenden Nachfrage Schritt zu halten. Die Inlandproduktion deckt derzeit nur 62,5 Prozent des nationalen Konsums. Dadurch entsteht eine erhebliche Versorgungslücke, die bedeutende Importe erforderlich macht. Der inländische Eiersektor hat sich angepasst: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Produktion deutlich in Richtung Freiland- und Biohaltung verlagert. Dies spiegelt veränderte Verbraucherpräferenzen und die stärkere Berücksichtigung des Tierwohls wider.

Importabhängigkeit und internationaler Handel

Um die wachsende Lücke zwischen Inlandproduktion und Konsum zu schliessen, ist die Schweiz stark auf Eierimporte aus den Nachbarländern angewiesen. Die Niederlande, Italien, Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Lieferländer und decken gemeinsam 37,5 Prozent des Schweizer Eierkonsums. Diese internationalen Handelsbeziehungen sind immer wichtiger geworden, da die Inlandproduktion trotz Bemühungen, die lokale Produktionskapazität auszubauen, kaum mit dem raschen Nachfragewachstum Schritt halten kann.

Konsumtrends und Marktentwicklung

Der Schweizer Eiermarkt befindet sich in einem bedeutenden Wandel, der von veränderten Verbraucherpräferenzen und einer wachsenden Nachfrage geprägt ist. Der Trend zu Freiland- und Bioeiern hat sich in den vergangenen zehn Jahren verstärkt, während konventionelle Haltungsmethoden an Bedeutung verloren haben. Dieser Wandel spiegelt das wachsende Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten für Tierwohl und nachhaltige Landwirtschaft wider. Die Rekordzahlen von 2024 zeigen, dass Eier ein fester Bestandteil der Schweizer Ernährung bleiben. Die Nachfrage wächst weiter, trotz der höheren Preise für Produkte von besserer Qualität.