Detailhandel
Migros eröffnet den ersten automatisierten 24/7-Supermarkt der Schweiz
Der Detailhandelsriese Migros kündigt Pläne für den ersten vollautomatisierten 24/7-Supermarkt des Landes in Herisau an. Dies markiert einen bedeutenden Wandel bei der Innovation im Schweizer Detailhandel.

Mit einem wegweisenden Schritt für den Schweizer Detailhandel hat die Migros Pläne angekündigt, in Herisau im Kanton Appenzell Ausserrhoden den ersten vollautomatisierten 24/7-Supermarkt der Schweiz zu eröffnen. Das innovative Projekt soll im Sommer 2025 starten und stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung des Schweizer Detailhandels dar: Es verbindet den herkömmlichen Supermarktbetrieb mit modernster Automatisierungstechnologie. Die Initiative ist die strategische Antwort der Migros auf die wachsende Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten und verschiebt die Grenzen des herkömmlichen Detailhandels in der Schweiz.
Technologie und Betrieb
Der neue automatisierte Supermarkt wird mit modernster Technologie ausgestattet und baut auf dem erfolgreichen Teo-Konzept der Migros auf. Die 295 Quadratmeter grosse Filiale wird rund 7'000 Artikel anbieten. Zutritt erhalten Kundinnen und Kunden über ein ausgeklügeltes Zugangssystem mit Debit- und Kreditkarten sowie Cumulus-Codes. Während der regulären Öffnungszeiten wird der Laden konventionell mit Personal betrieben. Nach Ladenschluss wechselt er in den vollständig automatisierten Selbstbedienungsbetrieb. Zu den Sicherheitsmassnahmen gehören eine umfassende Videoüberwachung und Sensorsysteme, die medizinische Notfälle oder Unfälle erkennen können. Bezahlt werden kann an Selbstbedienungskassen oder über die Migros-App. So soll rund um die Uhr ein reibungsloses Einkaufserlebnis gewährleistet werden.
Standort und strategische Bedeutung
Die Wahl Herisaus für dieses wegweisende Vorhaben ist strategisch: Der Laden liegt an einer stark befahrenen Verkehrsachse, die ländliche und städtische Gebiete verbindet. Seine Lage in der Tourismusregion Alpstein verleiht ihm zusätzliche Bedeutung, da er sowohl Einheimischen als auch Touristinnen und Touristen dienen könnte. Die Filiale wird neun Mitarbeitende beschäftigen, eine Person mehr als die derzeitigen acht. Damit zeigt die Migros, dass sie sich auch angesichts des technologischen Fortschritts für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzt. Dank seiner Erreichbarkeit und seines touristischen Potenzials eignet sich der Standort ideal, um dieses innovative Detailhandelskonzept zu erproben.
Auswirkungen auf den Markt und Zukunftsaussichten
Mit dieser Initiative positioniert sich die Migros an der Spitze der Innovation im Schweizer Detailhandel und könnte einen neuen landesweiten Standard für den Betrieb von Läden setzen. Das Projekt baut auf dem Erfolg der acht bestehenden Teo-Selbstbedienungsläden der Migros auf und trägt zugleich der wachsenden Nachfrage nach flexiblen Einkaufsmöglichkeiten Rechnung. Allerdings steht das Vorhaben vor regulatorischen Herausforderungen, wie jüngste Rückschläge in Zürich beim Sonntagsverkauf zeigen. Der Erfolg des Pilotprojekts könnte den Weg für ähnliche Angebote in der ganzen Schweiz ebnen. Dabei müssen jedoch Sicherheitsbedenken sorgfältig berücksichtigt werden, die vergleichbare Vorhaben der Konkurrenten Valora und Spar beeinträchtigt haben.