künstliche Intelligenz
KI-Einsatz in Schweizer KMU nimmt stark zu
Eine Umfrage zeigt, dass der Einsatz von KI in Schweizer kleinen und mittleren Unternehmen deutlich zugenommen hat, insbesondere bei Übersetzungen und in der Werbung.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in der Schweiz setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz. Damit zeichnet sich ein grundlegender Wandel in der Schweizer Unternehmenslandschaft ab. Laut einer umfassenden Umfrage, die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Versicherung Axa durchgeführt hat, ist der Anteil der KMU, die KI aktiv in ihre Arbeitsprozesse integrieren, innerhalb nur eines Jahres von 22% auf 34% gestiegen. Dieser bemerkenswerte Anstieg widerspiegelt die wachsende Erkenntnis, dass KI strategisch wichtig ist, um auf dem Schweizer Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Studie, für die im März 2025 300 Unternehmen in der Deutsch- und Westschweiz befragt wurden, zeigt, dass die Skepsis gegenüber KI deutlich abgenommen hat: Nur noch 29% der Unternehmen entscheiden sich dafür, ohne KI zu arbeiten. Im Vorjahr war es noch fast die Hälfte.
Wichtigste Einsatzbereiche von KI
Beim Einsatz von KI in Schweizer KMU zeigen sich klare Prioritäten. Übersetzungen und Korrespondenz sind die häufigsten Anwendungsbereiche: Rund 50% der befragten Unternehmen setzen dort KI ein. Knapp dahinter folgt die Erstellung von Werbeinhalten. 38% der Unternehmen nutzen KI für Marketingmaterialien.
Die Optimierung von Arbeitsaufgaben hat deutlich zugenommen: Der Anteil stieg im Jahresvergleich von 23% auf 34%. Auch der Einsatz zur Datenanalyse nahm zu, von 22% auf 32%. Diese Zahlen zeigen eine strategische Verlagerung hin zum Einsatz von KI, sowohl zur Steigerung der betrieblichen Effizienz als auch zur Unterstützung analytischer Entscheidungsprozesse.
Auswirkungen und Vorteile für Unternehmen
Die Auswirkungen des KI-Einsatzes auf Schweizer KMU sind überwiegend positiv. Inzwischen berichten 45% der Unternehmen von günstigen Ergebnissen, gegenüber 35% im Vorjahr. Ein wichtiger Vorteil ist die Zeitersparnis: 57% der Unternehmen, die KI einsetzen, berichten von deutlichen Zeiteinsparungen. Im Vorjahr waren es 46%.
Besonders bemerkenswert ist der Wandel in der Wahrnehmung von KI unter Schweizer Führungskräften. Laut der Umfrage sehen 60% der KMU KI als Chance, während nur 8% sie als Bedrohung wahrnehmen. Die Expertin von Axa Schweiz, Kathrin Braunwarth, teilt diese positive Einschätzung und betont, dass KI-Anwendungen für KMU zunehmend unverzichtbar werden.
Auswirkungen auf die Arbeitskräfte
Entgegen verbreiteten Befürchtungen, KI könne Arbeitsplätze verdrängen, zeigt die Umfrage insgesamt positive Auswirkungen auf die Beschäftigung. Nur 2% der KMU gaben an, wegen des KI-Einsatzes Personal abgebaut zu haben, während 10% ihre Belegschaft sogar vergrössert haben. Die Arbeitswelt verändert sich jedoch: Ein Drittel der KMU mit KI-Erfahrung berichtet von veränderten Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeitenden.
Sotomo-Direktor Michael Hermann weist auf die wachsende Nachfrage nach technologieaffinen Fachkräften hin und betont, wie wichtig kontinuierliches Lernen und Anpassungsfähigkeit sind. Dieser Wandel verändert den Schweizer Arbeitsmarkt, schafft neue Chancen und macht zugleich eine Weiterqualifizierung der Arbeitskräfte erforderlich.
Ausblick
Die Entwicklung des KI-Einsatzes in Schweizer KMU deutet auf eine weitere Beschleunigung der digitalen Transformation hin. 37% der Unternehmen befinden sich derzeit in der Testphase der KI-Einführung, gegenüber 33% im Jahr 2024. Der Trend dürfte anhalten. Der sinkende Anteil der Unternehmen, die keine KI einsetzen, und die zunehmend positive Wahrnehmung legen nahe, dass KI ein noch wichtigerer Bestandteil der Geschäftstätigkeit in der Schweiz werden wird.
Während Schweizer KMU weiterhin KI-Technologien einführen, verlagert sich der Fokus von der Frage, ob KI eingesetzt werden soll, hin zur Frage, wie sich ihr Einsatz zum grösstmöglichen Nutzen optimieren lässt. Diese Entwicklung bringt den Schweizer KMU-Sektor an die Spitze der technologischen Innovation und trägt dazu bei, den Ruf des Landes für unternehmerische Exzellenz und Innovation zu stärken.