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Swiss Observer

Zürich als Vorreiter eines europäischen CO2-Messnetzes

Zürich beteiligt sich zusammen mit Paris und München an einem wegweisenden Pilotprojekt, bei dem Hightech-Sensoren die städtischen CO2-Emissionen präzise messen sollen. Das Projekt unterstützt das Netto-Null-Ziel für 2040.

Zürich als Vorreiter eines europäischen CO2-Messnetzes
AISWI swissinfo.ch

Mit einer wegweisenden Initiative zur Bekämpfung des Klimawandels hat sich Zürich mit Paris und München zusammengeschlossen, um Europas modernstes städtisches CO2-Messnetz aufzubauen. Das Pionierprojekt markiert einen bedeutenden Wandel: An die Stelle herkömmlicher Methoden zur Schätzung von Emissionen treten präzise Messsysteme in Echtzeit. Damit positionieren sich diese Städte an der Spitze des städtischen Klimaschutzes.

Fortschrittliches Messnetz

Das Projekt ICOS Cities hat Zürich in ein lebendiges Klimamesslabor verwandelt. Die besondere Topografie der Stadt, eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und dem Zürichsee, erforderte einen ausgeklügelten, multimodalen Ansatz. Das Netz umfasst 60 kostengünstige Sensoren an Strassenlampen und Bäumen, hochpräzise Messgeräte an Mobilfunkantennen sowie einen zentralen Messturm in Hardau. Dieses umfassende System ermöglicht eine bisher unerreichte Genauigkeit bei der Erfassung der städtischen CO2-Emissionen.

Zürichs Klimaziele

Zürich hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, ein ganzes Jahrzehnt früher als das nationale Ziel der Schweiz für 2050. Dieses Engagement wird von der Bevölkerung stark unterstützt: 75 % der Einwohnerinnen und Einwohner stimmten für den beschleunigten Zeitplan. Die aktuellen Messungen zeigen vielversprechende Fortschritte. Seit 2012 hat die Stadt ihre CO2-Emissionen bereits um 37 % gesenkt. 2022 beliefen sie sich noch auf insgesamt 2,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Technische Umsetzung

Die technische Infrastruktur kombiniert verschiedene Messtechnologien, um eine umfassende Abdeckung sicherzustellen. Zum System gehört die Erfassung von CO2-Hintergrundwerten an drei Messtürmen ausserhalb der Stadt und an einem weiteren auf dem Jungfraujoch. Dank dieses mehrschichtigen Ansatzes können Forschende verschiedene Emissionsquellen unterscheiden und die komplexen Luftströmungen berücksichtigen, die durch die besondere geografische Lage der Stadt entstehen.

Ausblick

Mit diesem wegweisenden Messnetz wird Zürich zum Vorbild für Städte weltweit. Die präzisen Daten ermöglichen eine wirksamere Klimapolitik und liefern eine Vorlage für Strategien zur Reduktion städtischer Emissionen. Da Städte rund drei Viertel der vom Menschen verursachten globalen CO2-Emissionen ausmachen, könnte der Erfolg des Projekts weitreichende Folgen für die weltweiten Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels haben.