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Swiss Observer

Weitverbreitete TFA-Verunreinigung in Schweizer Mineralwasser festgestellt

Aktuelle Tests zeigen, dass 10 von 13 Mineralwassermarken in der Schweiz Trifluoressigsäure (TFA) enthalten. Dies wirft Umwelt- und Gesundheitsfragen auf.

Weitverbreitete TFA-Verunreinigung in Schweizer Mineralwasser festgestellt
AILe News

Eine aktuelle Untersuchung hat in Schweizer Mineralwassermarken bedenkliche Mengen an Trifluoressigsäure (TFA) nachgewiesen und damit erhebliche Umwelt- und Gesundheitsbedenken ausgelöst. Tests des Schweizer Rundfunksenders RTS ergaben, dass 10 von 13 beliebten Mineralwassermarken, die in der Schweiz verkauft werden, nachweisbare Mengen an TFA enthielten. TFA ist eine langlebige chemische Verbindung aus der PFAS-Familie, die auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet wird.

Die Entdeckung dieser weit verbreiteten Verunreinigung hat eine Debatte über die Standards für die Wasserqualität und den Umweltschutz in der Schweiz ausgelöst, einem Land, das traditionell für seine reinen Wasserquellen bekannt ist.

Detaillierte Testergebnisse und Markenanalyse

Die Tests zeigten je nach Marke unterschiedliche TFA-Konzentrationen. Nur drei Marken, Cristallo, Denner und Saskia, wiesen TFA-Werte unterhalb der Nachweisgrenze von 0,1 Mikrogramm pro Liter auf. Unter den betroffenen Marken verzeichnete Henniez mit 0,8 Mikrogramm pro Liter die höchste Konzentration. Die niedrigsten nachweisbaren Werte von 0,1 Mikrogramm pro Liter enthielten Aquata, Evian und Saguaro.

Weitere bekannte Marken wiesen mittlere Verunreinigungswerte auf: Aproz (0,2), San Pellegrino (0,3), M-Budget (0,3), Swiss Alpina (0,4), Valser (0,4) und Prix Garantie von Coop (0,4). Der Hersteller von Saguaro hat die Testergebnisse angefochten und erklärt, bei internen Tests sei in seinem Produkt noch nie TFA nachgewiesen worden.

Auswirkungen auf die Umwelt und Ursachen

Das Vorkommen von TFA in Mineralwasser ist Teil einer umfassenderen Umweltproblematik in der Schweiz. Im Schweizer Mittelland, insbesondere in intensiv bewirtschafteten Gebieten, weist das Grundwasser bedenkliche TFA-Konzentrationen zwischen 1 und 10 Mikrogramm pro Liter auf. Die Verunreinigung hat mehrere Ursachen, wobei Pestizide einen wesentlichen Beitrag leisten.

Die Langlebigkeit von TFA in der Umwelt ist besonders problematisch, da diese «Ewigkeitschemikalien» dem natürlichen Abbau widerstehen und sich dadurch kontinuierlich in Wasserquellen anreichern. Die weitverbreitete Verwendung der Verbindung in Pestiziden, Arzneimitteln und der Elektronikindustrie hat ein komplexes Netz von Verunreinigungsquellen geschaffen, das sowohl Oberflächengewässer als auch das Grundwasser betrifft.

Gesundheitliche Auswirkungen und Sicherheit für Konsumentinnen und Konsumenten

Der Nachweis von TFA in Mineralwasser wirft wichtige Fragen zur Sicherheit für Konsumentinnen und Konsumenten sowie zu langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen auf. Die gemessenen Werte werden zwar mit Sicherheitsstandards verglichen, doch die Langlebigkeit dieser Chemikalien in der Umwelt und im menschlichen Körper gibt Anlass zur Sorge. Besonders bedeutsam ist die Situation in der Schweiz, wo Mineralwasser häufig konsumiert wird und die Konsumentinnen und Konsumenten traditionell auf die Reinheit ihrer Wasserquellen vertraut haben.

Das Vorkommen dieser Ewigkeitschemikalien in Mineralwasser, das von Konsumentinnen und Konsumenten oft als «sicherere» Alternative zu Hahnenwasser gewählt wird, unterstreicht den Bedarf an einer umfassenderen Überwachung der Wasserqualität und strengeren Vorschriften zur chemischen Verunreinigung.

Reaktionen der Branche und künftige Massnahmen

Die Reaktionen der Mineralwasserindustrie auf diese Ergebnisse fallen unterschiedlich aus. Während einige Hersteller wie Saguaro die Testergebnisse angefochten haben, überprüfen andere ihre Beschaffungs- und Reinigungsverfahren. Die Ergebnisse haben Diskussionen über die Notwendigkeit strengerer Qualitätskontrollen und einer regelmässigen Überwachung neu auftretender Verunreinigungen in Mineralwasserprodukten ausgelöst.

Die Situation hat auch eine Debatte über mögliche Änderungen der Vorschriften und über branchenweite Standards für TFA und andere langlebige chemische Verbindungen in Mineralwasser angestossen. Es wird erwartet, dass Schweizer Behörden und Umweltstellen die geltenden Richtlinien überprüfen und umfassendere Testvorgaben in Betracht ziehen.