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Swiss Observer

Tetra-Pak-Innovator stirbt im Alter von 101 Jahren in der Schweiz

Ake Gustafson, Erfinder des modernen rechteckigen Tetra-Pak-Kartons, ist in Châtel-St-Denis gestorben. Er hinterlässt ein Vermächtnis wegweisender Verpackungsinnovationen.

Tetra-Pak-Innovator stirbt im Alter von 101 Jahren in der Schweiz
AISWI swissinfo.ch

Ake Gustafson, der visionäre Erfinder, der mit dem Tetra-Pak-Karton die Getränkeverpackung revolutionierte, ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Er starb am Donnerstag, 19. Dezember, in seinem Wohnsitz in Châtel-St-Denis im Schweizer Kanton Freiburg, wie sein Treuhänder in einer offiziellen Todesanzeige bestätigte. Gustafson wurde am 7. Mai 1923 in Schweden geboren. Sein Lebensweg führte ihn schliesslich in die Schweiz, wo er auch in seinen letzten Jahren die Verpackungsindustrie weiter prägte.

Vermächtnis der Innovation

Gustafsons grösster Beitrag zur Verpackungsindustrie kam nach seinem Eintritt bei Tetra Pak im Jahr 1959. Damals stellte das Unternehmen pyramidenförmige Milchkartons her. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Verpackung jedoch zum heute allgegenwärtigen rechteckigen Tetra-Brik-Design. Die Einführung im Jahr 1963 veränderte die Getränkeverpackungsindustrie grundlegend. Die Anfänge waren nicht ohne Herausforderungen: Einige Kartons waren undicht und Probleme beim Ausgiessen führten zum scherzhaften Spruch: «Kauf Tetra Pak, und du hast immer Milch auf dem Tisch.» Trotz dieser anfänglichen Rückschläge erwies sich das Design als revolutionär. Weltweit werden noch immer jährlich Hunderte Milliarden Einheiten hergestellt.

Verbindung zur Schweiz

Gustafsons Verbindung zur Schweiz begann 1965, als er sich im Kanton Freiburg niederliess. Sein Wohnhaus in Châtel-St-Denis wurde zum Zeugnis seines Innovationsgeists: Das Gebäude war bemerkenswerterweise mit Tetra-Pak-Verpackungsmaterial isoliert. Diese ungewöhnliche Wahl spiegelte sowohl seine praktische Art als auch seinen tiefen Glauben an die Vielseitigkeit seiner Erfindung wider. Die Schweiz, bereits bekannt für ihre Präzisionsingenieurskunst und Innovationskraft, wurde nicht nur zu seiner Heimat, sondern auch zur Basis seiner weiteren unternehmerischen Tätigkeiten.

Wirtschaftlicher Einfluss

Neben seinen Erfolgen bei Tetra Pak bewies Gustafson 1977 seinen Geschäftssinn, als er Sokymat übernahm, ein angeschlagenes Unternehmen, das Spulen für kleine Motoren herstellte. Unter seiner Führung verwandelte sich das beinahe bankrotte Unternehmen in einen erfolgreichen Betrieb, der 2003 schliesslich von der schwedischen Assa Abloy Gruppe übernommen wurde. Diese Erfolgsgeschichte zeigte Gustafsons Fähigkeit, nicht nur Innovationen zu entwickeln, sondern Unternehmen auch erfolgreich zu führen und auszubauen. Damit hinterliess er bleibende Spuren in der Verpackungsindustrie und in der Schweizer Industrielandschaft.