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Swiss Observer

Schweiz unterzeichnet Abkommen über digitalen Handel mit Singapur

EFTA-Staaten einschliesslich der Schweiz unterzeichnen ein wegweisendes Abkommen über den digitalen Handel mit Singapur und stärken damit die wirtschaftlichen Beziehungen in Asien

Schweiz unterzeichnet Abkommen über digitalen Handel mit Singapur
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz hat ihre wirtschaftliche Präsenz in Asien entscheidend gefestigt und ein wegweisendes Abkommen über den digitalen Handel mit Singapur unterzeichnet. Es soll die Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern revolutionieren. Als starkes Zeichen internationaler Zusammenarbeit unterzeichnete der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin in Bern gemeinsam mit Vertretern der EFTA-Partnerstaaten Island, Liechtenstein und Norwegen die Vereinbarung mit Grace Fu, Singapurs Ministerin für Handelsbeziehungen. Dabei handelt es sich nicht bloss um administrative Routine, sondern um einen strategischen Schritt zur Modernisierung der globalen Reichweite der Schweizer Wirtschaft.

Das Abkommen ist ein mutiger Schritt nach vorn und stärkt die Rahmenbedingungen für den Handel zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der südostasiatischen Wirtschaftsmacht. Die Schweiz hat bereits ähnliche Vereinbarungen mit neun weiteren Partnern getroffen, darunter kürzlich mit Chile. Dieses Abkommen soll jedoch «den gesamten Handel» mit dem Stadtstaat umfassend abdecken. Indem Bern diese Bedingungen nun festschreibt, sorgt es dafür, dass Schweizer Unternehmen in einem zunehmend digitalisierten globalen Markt agil und wettbewerbsfähig bleiben.

Milliarden auf dem Spiel: Die wirtschaftliche Bedeutung

Allein 2024 wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von beeindruckenden 5 Milliarden Franken zwischen der Schweiz und Singapur gehandelt. Dies unterstreicht die grosse wirtschaftliche Bedeutung dieser Partnerschaft. Singapur ist nicht nur ein Handelspartner, sondern auch ein wichtiger Knotenpunkt für Schweizer Interessen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Logistik und IT-Dienstleistungen. Das Abkommen soll noch mehr Potenzial in diesen lukrativen Märkten erschliessen und das komplexe Regelwerk vereinfachen, das den internationalen Handel oft behindert.

Durch die Vereinfachung der Handelsverfahren geht das Abkommen direkt auf die Bedürfnisse grosser Schweizer Unternehmen ein, die in Asien tätig sind. Das enorme Volumen des bilateralen Handels verlangt nach einem Rahmen, der so dynamisch ist wie die Märkte, die er regelt. Bei einem Handelsvolumen von bereits 5 Milliarden Franken dürfte der Abbau digitaler Hürden weiteres Wachstum ankurbeln. Das Abkommen stellt sicher, dass Schweizer Exporteure und Dienstleistungsanbieter nicht nur am asiatischen Markt teilnehmen, sondern auch über einen Wettbewerbsvorteil verfügen, der ihre Interessen schützt und ihre Geschäftstätigkeit beschleunigt.

Hürden abbauen: Datenverkehr und Quellcodeschutz

Hürden für digitale Innovationen fallen: Das neue Abkommen garantiert den freien Datenverkehr, eine zentrale Voraussetzung für moderne Unternehmen. Als bedeutende Entlastung für die Technologiebranche verbietet die Vereinbarung ausdrücklich Zölle auf elektronische Übermittlungen. Dadurch entsteht ein reibungsloses Umfeld, in dem digitale Dienstleistungen ohne die Belastung durch überholte Zölle florieren können. Zudem bedeutet das Abkommen einen wichtigen Erfolg für den Schutz geistigen Eigentums, da es den Schutz des Quellcodes von Computerprogrammen vorschreibt.

Rechtssicherheit ist die Grundlage für Investitionen, und dieser Vertrag schafft sie in hohem Mass. Die Schweiz stellt sicher, dass strenge Datenschutzvorschriften eingehalten werden, und verhindert gleichzeitig Hürden durch die Verpflichtung zur lokalen Speicherung von Daten. Damit setzt sie sich für ein offenes und zugleich sicheres Modell des digitalen Handels ein. Für Schweizer Technologieunternehmen und Finanzinstitute bedeutet dies, dass ihre geschützten Algorithmen und digitalen Vermögenswerte vor unbefugtem Zugriff und willkürlichen Abgaben geschützt sind. So können sie auf der globalen Bühne mit Zuversicht Innovationen vorantreiben.

Vertrauen sichern und die nächsten Schritte

Der digitale Handel ist ganz auf Vertrauen angewiesen, und das Abkommen sieht umfassende Massnahmen vor, um das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten zu stärken. Der Text verpflichtet beide Parteien, strenge Vorschriften zum Konsumentenschutz und zur Verhinderung unaufgeforderter Werbenachrichten beizubehalten oder, falls solche Vorschriften fehlen, einzuführen. Das Vorgehen gegen digitalen Spam und Betrug ist entscheidend, um ein sicheres Umfeld für den Onlinehandel zu schaffen. Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten erhalten damit die Zusicherung, dass ihre digitalen Interaktionen mit Unternehmen aus Singapur hohen Sicherheits- und Transparenzstandards unterliegen.

Das Abkommen ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Der Bundesrat will das Abkommen über den digitalen Handel im Frühjahr 2026 in die Vernehmlassung schicken. Nach dieser wichtigen Prüfungsphase steht die entscheidende Hürde an: die Vorlage an das Parlament zur endgültigen Genehmigung. Während 2026 näher rückt, konzentriert sich die Schweizer Regierung weiterhin darauf, einen Vertrag zu ratifizieren, der ein Grundpfeiler der künftigen Wirtschaftsordnung des Landes in Asien werden soll.