Wirtschaft
Schweizer Gewerkschaften warnen vor wachsender Lohnlücke im Dienstleistungssektor
Beschäftigte im Gesundheitswesen, im Detailhandel und im Gastgewerbe erhalten trotz Inflation unzureichende Lohnerhöhungen, während die Bauberufe bessere Ergebnisse erzielen.

Die Schweizer Gewerkschaft Travail.Suisse hat ihre Besorgnis über die wachsenden Lohnunterschiede zwischen verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Ausdruck gebracht. Die jüngste Einschätzung der Organisation zu den Lohnverhandlungen für 2025 zeigt eine zunehmende Kluft zwischen traditionellen Berufen und Dienstleistungsbranchen. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Wandel auf dem üblicherweise ausgeglichenen Schweizer Arbeitsmarkt und macht die neuen Herausforderungen deutlich, die sich bei der Aufrechterhaltung eines fairen Lohnwachstums in allen Sektoren stellen.
Beschäftigte im Dienstleistungssektor vor Herausforderungen
Beschäftigte im Gesundheitswesen, im Detailhandel und im Gastgewerbe sind besonders schwierigen Bedingungen ausgesetzt, da die Lohnerhöhungen mit den steigenden Lebenshaltungskosten nicht Schritt halten. Laut Travail.Suisse hat sich in diesen Sektoren seit 2021 eine erhebliche Lohnlücke aufgebaut, die sich auf die Kaufkraft der Beschäftigten auswirkt. Die Lage ist angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz und der grundlegenden Bedeutung dieser Dienstleistungen für die Wirtschaft besonders besorgniserregend.
Bauberufe erzielen positive Ergebnisse
Im Gegensatz zu den Dienstleistungsbranchen haben die Bauberufe bei den jüngsten Lohnverhandlungen bessere Ergebnisse erzielt. Bauarbeiter, Schreiner und Maler haben zufriedenstellende bis gute Lohnerhöhungen gesichert. Diese Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich die Verhandlungsmacht in den verschiedenen Branchen ist und wie stark traditionelle Berufe auf dem Schweizer Arbeitsmarkt weiterhin sind.
Einschätzung der Gewerkschaft zu den Auswirkungen der Inflation
Travail.Suisse betont, dass die Lohnerhöhungen selbst dort, wo sie durch intensive Verhandlungen erreicht wurden, oft nicht ausreichen, um die Inflation vollständig auszugleichen. Besonders betroffen sind die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Analyse der Gewerkschaft legt nahe, dass die Kaufkraft der Beschäftigten in den betroffenen Sektoren ohne deutlich stärkere Lohnanpassungen weiter sinken wird, was möglicherweise weitreichendere wirtschaftliche Folgen haben könnte.