Wissenschaft
Schweizer Studie zeigt Anti-Aging-Wirkung von Omega-3-Präparaten
Eine Studie der Universität Zürich zeigt, dass die tägliche Einnahme von Omega-3 in Kombination mit Vitamin D und Bewegung die biologische Alterung um bis zu vier Monate verlangsamen könnte.

In einer wegweisenden Studie der Universität Zürich haben Schweizer Forschende überzeugende Belege dafür gefunden, dass die tägliche Einnahme von Omega-3-Präparaten den biologischen Alterungsprozess deutlich verlangsamen kann. Die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Aging veröffentlichte Studie zählt zu den umfassendsten Untersuchungen zu Anti-Aging-Massnahmen in Europa. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Bewegung auf biologische Alterungsmarker.
Studiendesign und Methodik
Das Forschungsteam konzipierte eine sorgfältige Studie mit 777 Schweizer Teilnehmenden im Alter von 70 bis 91 Jahren, die Teil der grösseren «Do Health Study» war. Die Teilnehmenden wurden in acht Gruppen aufgeteilt, die jeweils unterschiedliche Kombinationen von Massnahmen erhielten: Omega-3-Präparate (1 Gramm täglich), Vitamin D und strukturierte Bewegungsprogramme. Die dreijährige Studiendauer ermöglichte es den Forschenden, langfristige Auswirkungen zu beobachten. Zur Messung des biologischen Alters anhand von DNA-Methylierungsmustern wurden epigenetische Uhren eingesetzt.
Wichtigste Erkenntnisse und Auswirkungen
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die biologische Alterung bei Teilnehmenden, die Omega-3-Präparate einnahmen, über den dreijährigen Zeitraum deutlich um 2,9 bis 3,8 Monate verlangsamte. Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt über verschiedene demografische Gruppen hinweg einheitlich war und unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Alter und Body-Mass-Index auftrat. Die Kombination von Omega-3 mit Vitamin-D-Präparaten und regelmässiger Bewegung verstärkte die Anti-Aging-Wirkung und führte zu einer Verringerung des biologischen Alters um annähernd vier Monate.
Wissenschaftliche Bedeutung
Frühere Tierversuche hatten zwar auf mögliche Anti-Aging-Vorteile von Omega-3 und Vitamin D hingedeutet, doch diese Studie liefert die ersten substanziellen Belege am Menschen. Zur Messung des biologischen Alters verwendete die Studie epigenetische Uhren. Die Forschenden räumen jedoch ein, dass es für solche Messungen keinen allgemein anerkannten Goldstandard gibt. Die Erkenntnisse eröffnen neue Wege, um zu verstehen, wie Ernährungsmassnahmen den Alterungsprozess auf molekularer Ebene beeinflussen können.
Schweizer Kontext und weitere Forschung
Diese Forschung veranschaulicht die führende Position der Schweiz in der Altersforschung und bei Innovationen im Gesundheitswesen. Als Teil der grössten Altersstudie Europas sind die Ergebnisse für die alternde Bevölkerung der Schweiz und die Gesundheitspolitik besonders relevant. Das Forschungsteam der Universität Zürich untersucht weiterhin mögliche Anwendungen und Auswirkungen auf Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmend alternden Schweizer Gesellschaft.