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Swiss Observer

Schuhmarke On aus der Schweiz steigert Jahresumsatz auf über 3 Milliarden CHF

Das in Zürich ansässige Schuh- und Bekleidungsunternehmen On hat für sein 15. Jubiläumsjahr einen Rekordumsatz von über 3,01 Milliarden CHF gemeldet. Dieser bedeutende Meilenstein ist auf das starke Wachstum im asiatisch-pazifischen Markt und im Direktgeschäft mit den Konsumentinnen und Konsumenten zurückzuführen.

Schuhmarke On aus der Schweiz steigert Jahresumsatz auf über 3 Milliarden CHF
AISWI swissinfo.ch

On aus Zürich hat offiziell die Stratosphäre des Detailhandels erreicht. In einer beeindruckenden Demonstration ihres kommerziellen Tempos hat die Schweizer Schuhmarke erstmals in ihrer Geschichte die Umsatzmarke von 3 Milliarden CHF übertroffen. Zum 15. Jubiläum meldete On einen gewaltigen Umsatzsprung von 30 Prozent und schloss das Geschäftsjahr mit 3,01 Milliarden CHF ab. Das ist nicht einfach Wachstum, sondern eine Beschleunigung, die sich dem Sog eines schwächelnden globalen Detailhandels entzieht.

Zu konstanten Wechselkursen fällt das Ergebnis noch eindrücklicher aus: Das Wachstum betrug 36 Prozent. Was als Nischenmarke für Laufschuhe begann, hat sich zu einem globalen Schwergewicht entwickelt, das an der New Yorker Börse kotiert ist und von Tennislegende Roger Federer unterstützt wird. Die Botschaft aus Zürich ist laut und deutlich: On konkurriert nicht mehr nur mit den Grossen, sondern zieht an ihnen vorbei. Dieser Meilenstein festigt Ons Status nicht nur als Schweizer Erfolgsgeschichte, sondern auch als dominierende Kraft in der globalen Sportbekleidungsbranche.

Globale Dominanz: Der asiatisch-pazifische Markt wächst rasant

Während Amerika mit einem Umsatz von gewaltigen 1,74 Milliarden CHF weiterhin die Hochburg von Ons Imperium ist, liegt die eigentliche Geschichte des Jahres im explosiven Tempo des Wachstums im Osten. Der Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum hat sich beinahe verdoppelt und ist auf 511 Millionen CHF gestiegen. Diese dynamische Verschiebung signalisiert eine entscheidende Entwicklung von Ons globaler Präsenz und zeigt, dass die Schweizer «Cloud»-Technologie auch über Grenzen hinweg überzeugt.

Die EMEA-Region, also Europa, der Nahe Osten und Afrika, fällt ebenfalls nicht zurück und verzeichnete ein kräftiges Wachstum von 32 Prozent auf 763 Millionen CHF. Die enorme Expansion des asiatischen Markts deutet jedoch auf eine strategische Neuausrichtung hin. On erschliesst erfolgreich die wachsende Nachfrage nach hochwertiger Lifestyle- und Performance-Ausrüstung in Märkten, die einst von amerikanischen und deutschen etablierten Anbietern dominiert wurden. Die Marke ist längst nicht mehr nur ein westliches Phänomen, sondern entwickelt sich zu einer weltweiten Obsession.

Mehr als Schuhe: Bekleidung legt zu, Margen verbessern sich

Schuhe bilden zwar das Fundament und machen mit 2,8 Milliarden CHF einen grossen Teil des Gesamtumsatzes aus, doch Ons Bekleidungssparte ist der Geheimfavorit auf der Zielgeraden. Der Bekleidungsbereich verzeichnete ein rasantes Wachstum von 68 Prozent, während der Umsatz mit Accessoires um geradezu unglaubliche 124 Prozent in die Höhe schoss. Diese Bereiche machen mit 170 Millionen beziehungsweise 40 Millionen CHF derzeit zwar nur einen kleineren Teil des Umsatzes aus, doch ihre Entwicklung ist unübersehbar.

Entscheidend ist, dass On beim Verkauf immer geschickter vorgeht. Das Unternehmen führt die höhere Profitabilität auf eine konsequente «Premium-Strategie» zurück. Indem On Rabatte stark reduziert und die Kundschaft über eigene Direktvertriebskanäle, also online und über Flagship-Stores, zum Kauf bewegt, behält das Unternehmen einen grösseren Anteil jedes ausgegebenen Frankens. Dieser disziplinierte Ansatz steigerte die bereinigte EBITDA-Marge von 16,7 auf solide 18,8 Prozent. Das zeigt, dass die Marke ihr Volumen ausbauen kann, ohne ihren Premium-Anspruch einzubüssen.

Der Währungskampf: Profitabilität gegen den starken Franken

Trotz der operativen Erfolge steht On einem starken Gegner gegenüber, der näher liegt: dem unaufhaltsamen Schweizer Franken. Während das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) um 46 Prozent auf 567 Millionen CHF stieg, geriet der Reingewinn unter Druck. Der bereinigte Reingewinn sank um 16 Prozent auf 266 Millionen CHF, da negative Währungseffekte die operativen Gewinne zunichtemachten.

Das ist die Kehrseite für grosse Schweizer Unternehmen. Obwohl sich die Marke weltweit hervorragend entwickelt, bremst die Umrechnung dieser Erträge in eine starke Heimwährung den Reingewinn. Deshalb müssen die Aktionärinnen und Aktionäre dieses Jahr auf eine Dividende verzichten. Dies erinnert deutlich daran, dass das makroökonomische Umfeld selbst bei Rekordumsätzen ein entscheidendes Terrain bleibt, auf dem sich On umsichtig bewegen muss.

Tempo für die Zukunft: Sprint Richtung 2027

On nimmt sich keine Verschnaufpause. Die in Zürich ansässige Gruppe blickt äusserst zuversichtlich auf das kommende Jahr und prognostiziert für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von mindestens 23 Prozent. Damit würde der Jahresumsatz auf eindrückliche 3,44 Milliarden CHF steigen. Das Unternehmen rechnet zudem mit weiteren Effizienzsteigerungen und peilt eine EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent an.

Für die Schweiz steht On für das moderne Gesicht des Schweizer Exports: innovativ, hochwertig und konsequent global ausgerichtet. Während das Unternehmen sein 15. Jahr hinter sich lässt, lautet die Frage nicht mehr, ob es mit den traditionsreichen Sportmarken konkurrieren kann, sondern wie weit es diese hinter sich lassen wird. Mit Roger Federer an seiner Seite und einer Strategie, die rasche Expansion mit einem konsequenten Premium-Anspruch verbindet, macht sich On für eine weitere Rekordrunde bereit.