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Swiss Observer

Schweizer Ständerat untersucht Verbot sozialer Medien für Minderjährige

Das Parlament gibt eine Studie zu möglichen Einschränkungen des Zugangs von unter 16-Jährigen zu Plattformen wie TikTok und Instagram nach australischem Vorbild in Auftrag.

Schweizer Ständerat untersucht Verbot sozialer Medien für Minderjährige
AISWI swissinfo.ch

In einem wegweisenden Schritt hat der Schweizer Ständerat eine umfassende Untersuchung zu möglichen Einschränkungen des Zugangs zu sozialen Medien für Minderjährige unter 16 Jahren eingeleitet. Der einstimmig gefasste Entscheid ist der erste wichtige Schritt der Schweiz, um auf die wachsenden Sorgen über die Auswirkungen sozialer Medien auf junge Menschen einzugehen. Im Zentrum der Untersuchung stehen beliebte Plattformen wie TikTok und Instagram, wobei ähnliche Initiativen im Ausland als Vorbild dienen.

Umfang der Untersuchung

Die Untersuchung, die der Ständerat mit zwei separaten Postulaten in Auftrag gegeben hat, wird verschiedene Aspekte der Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen in der Schweiz beleuchten. Zu den zentralen Themen gehören die mögliche Einführung von Altersbeschränkungen, plattformspezifische Kontrollen und die Umsetzbarkeit von Durchsetzungsmechanismen. Der Bundesrat wird die Auswirkungen solcher Einschränkungen auf den Schutz Minderjähriger beurteilen und die technischen sowie rechtlichen Voraussetzungen für ihre Umsetzung prüfen.

Internationaler Kontext und australisches Modell

Die Schweizer Initiative folgt auf den wegweisenden Entscheid Australiens, den Zugang zu sozialen Medien für Nutzerinnen und Nutzer unter 16 Jahren einzuschränken. Die Untersuchung wird das australische Modell sorgfältig prüfen und dabei die besonderen Merkmale der Schweizer Gesellschaft und des Schweizer Rechtsrahmens berücksichtigen. Zudem wird die Studie Massnahmen analysieren, die in verschiedenen europäischen Ländern getroffen wurden, um einen umfassenden Überblick über international bewährte Praktiken zum Schutz junger Menschen in sozialen Medien zu gewinnen.

Auswirkungen auf die Bildung und Massnahmen an Schulen

Ein wichtiger Teil der Untersuchung betrifft den Bildungsbereich. Dabei wird insbesondere geprüft, ob in Schweizer Schulen Einschränkungen für Smartphones eingeführt werden könnten. Die Studie wird bestehende Regelungen in Ländern wie Frankreich, Italien, Griechenland und den Niederlanden analysieren, wo bereits verschiedene Formen schulischer Einschränkungen gelten. Ziel der Untersuchung ist es, die Vorteile für die Bildung mit dem Bedarf an digitaler Kompetenz in Einklang zu bringen.

Nächste Schritte und Zeitplan

Nach der einstimmigen Zustimmung des Ständerats wird der Bundesrat nun mit der detaillierten Untersuchung beginnen. Ein konkreter Zeitplan wurde noch nicht bekannt gegeben. Von der Studie werden jedoch umfassende Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit und zu den möglichen Auswirkungen von Einschränkungen sozialer Medien erwartet. Die Ergebnisse werden in künftige politische Entscheide und mögliche Gesetzesmassnahmen zum Schutz junger Menschen in der digitalen Welt einfliessen.