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Swiss Observer

SBB plant grossen Ausbau des internationalen Angebots

Die Schweizerischen Bundesbahnen planen, bis zu 40 Hochgeschwindigkeitszüge zu leasen, um die Verbindungen nach Frankreich, Italien und Grossbritannien auszubauen.

SBB plant grossen Ausbau des internationalen Angebots
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben ehrgeizige Pläne angekündigt, ihr internationales Hochgeschwindigkeitsnetz deutlich auszubauen. Die nationale Bahngesellschaft beabsichtigt, bis zu 40 moderne, mehrstromfähige Hochgeschwindigkeitszüge zu leasen, um die Verbindungen mit den Nachbarländern zu stärken. Mit diesem strategischen Schritt soll die Schweiz zu einem zentralen Knotenpunkt in Europas wachsendem nachhaltigem Verkehrsnetz werden. Für die 2030er-Jahre sind neue und verbesserte Angebote geplant. Der Ausbau konzentriert sich auf wichtige Ziele in Frankreich und Italien. Zudem besteht die spannende Möglichkeit, die Verbindungen auf weit entfernte Städte wie Barcelona und London auszudehnen.

Leasen statt kaufen: ein strategischer finanzieller Schritt

Die Entscheidung, die neue Flotte zu leasen statt zu kaufen, ist wohlüberlegt und auf die derzeit «angespannte finanzielle Situation» der SBB zurückzuführen, wie eine Sprecherin des Unternehmens bestätigte. Ein direkter Kauf ist zwar nicht vollständig ausgeschlossen, im Vordergrund steht jedoch ein Leasingmodell. In früheren Mitteilungen hatte die Bahngesellschaft einen Operating-Lease-Vertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren ins Spiel gebracht. Dieser «asset-light»-Ansatz ermöglicht es der SBB, ihre internationale Flotte zu modernisieren und das Angebot auszubauen, ohne sofort hohe Investitionen für einen Kauf im Umfang mehrerer Milliarden Franken tätigen zu müssen. Dadurch erhält sie mehr finanzielle Flexibilität.

Europa verbinden: neue Strecken nach Frankreich, Italien und darüber hinaus

Die geplante Beschaffung mehrstromfähiger Züge ist entscheidend für nahtlose grenzüberschreitende Reisen. Diese Züge sind dafür ausgelegt, mit den unterschiedlichen Stromsystemen der Bahnen in den Nachbarländern zu verkehren. Dadurch entfällt der zeitaufwendige Lokomotivwechsel an der Grenze. Im Zentrum des Angebotsausbaus stehen die beliebten Strecken nach Frankreich und Italien. Die Ambitionen der SBB gehen jedoch darüber hinaus. Dank der technischen Möglichkeiten der neuen Flotte könnten Direktverbindungen zu Zielen wie Barcelona konkret möglich werden. Damit würde die Schweiz noch stärker in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz eingebunden.

Die Perspektive London: eine direkte Verbindung nach Grossbritannien

Besonders reizvoll an diesem Ausbau ist die Aussicht auf eine direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen der Schweiz und London. Die Idee gewinnt an Fahrt: Die Schweizer und die britische Regierung haben kürzlich einen Plan vorgestellt, mit dem Betreiber zur Einführung eines solchen Angebots ermutigt werden sollen. Eine Direktverbindung durch den Eurotunnel könnte die Reisezeit auf nur fünf Stunden verkürzen und damit eine konkurrenzfähige und nachhaltige Alternative zum Flugverkehr bieten. Die SBB prüft gemeinsam mit internationalen Partnern aktiv die Möglichkeiten. Damit rückt der Traum einer direkten Zugverbindung von den Alpen an die Themse näher an die Realität.