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Swiss Observer

Schweizerische Post stellt während der Einkaufssaison neuen Paketrekord auf

Die Schweizerische Post meldet, dass zwischen dem 25. November und dem 3. Dezember beispiellose 7,5 Millionen Pakete verarbeitet wurden. Das sind 500'000 mehr als im Vorjahr. Für die Festtage wurden 19'000 Mitarbeitende mobilisiert.

Schweizerische Post stellt während der Einkaufssaison neuen Paketrekord auf
AISWI swissinfo.ch

In nur neun Tagen strömten unglaubliche 7,5 Millionen Pakete durch das Schweizer Logistiknetz. Damit wurden bisherige Rekorde gebrochen und das Ausmass des Einkaufstrubels während der Festtage neu definiert. Zwischen dem 25. November und dem 3. Dezember sah sich die Schweizerische Post mit einem beispiellosen Anstieg konfrontiert, der von der ungebrochenen Nachfrage am Black Friday und Cyber Monday angetrieben wurde. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2023 entspricht diese Zahl einem deutlichen Anstieg um fast 500'000 Pakete. Sie zeigt, wie stark und zunehmend der E-Commerce in der ganzen Schweiz genutzt wird.

Die schiere Menge an Waren, die das System durchlaufen, ist historisch. Während die Detailhändlerinnen und Detailhändler die Preise senkten, um Kundinnen und Kunden anzulocken, musste das logistische Rückgrat des Landes einer Flut aus Karton und Klebeband standhalten. Die Schweizerische Post bestätigte am Freitag, dass dieser Wert einen absoluten Rekord für die Rabattwoche darstellt. Die diesjährige «Pakethochsaison» ist mit voller Wucht angekommen, und die Zahlen lassen keinen Zweifel: Die Schweizer Lust auf Online-Shopping nimmt zu. Das setzt die Zustellinfrastruktur des Landes unter enormen Druck, mit den digitalen Kassen Schritt zu halten.

Infrastruktur im Hochbetrieb: der 22-Stunden-Marathon

Um der Paketflut entgegenzuwirken, hat die Schweizerische Post ihre Anlagen bis an die äusserste Grenze ausgelastet. Die Förderbänder in den drei grössten Paketzentren laufen nun 22 Stunden am Tag, deutlich länger als die üblichen 18-Stunden-Schichten. Diese Verlängerung um vier Stunden ist eine entscheidende taktische Anpassung. Sie schöpft jede mögliche Sekunde Produktivität aus der Infrastruktur, um Engpässe zu verhindern. Die Anlagen kommen kaum zur Ruhe und laufen die ganze Nacht, damit der Warenfluss in den Kantonen nicht unterbrochen wird.

Über die automatisierten Förderbänder hinaus wurde auch der Betriebsablauf auf Notbetrieb umgestellt. Sortiert wird nicht mehr nur von Montag bis Freitag: Samstagsarbeit ist nun nötig, um den Rückstand abzubauen. Zudem hat die Schweizerische Post mehr als 350 zusätzliche Zustelltouren eingerichtet und damit ihr Verteilnetz ausgeweitet, um jedes Tal und jeden Stadtteil zu erreichen. Hier wird ein logistischer Krisenstab aktiv: Stillstand ist der Feind, und ständige Bewegung ist die einzige Strategie, um die wachsenden Berge an Festtagsbestellungen zu bewältigen.

Die Gelbe Armee wird mobilisiert

Hinter den beeindruckenden Zahlen steht eine gewaltige Belegschaft: 19'000 Mitarbeitende wurden mobilisiert, um die Schweizer Lieferkette am Laufen zu halten. Zu dieser «Gelben Armee» gehören 14'500 Zustellmitarbeitende, die derzeit auf vereisten Strassen und belebten Wegen die letzte Strecke bis zur Haustür zurücklegen. 3'400 Mitarbeitende aus dieser Gruppe sind ausschliesslich für die Paketzustellung zuständig. Diese spezialisierte Einheit konzentriert sich ganz darauf, die grosse Menge an Paketen zu bewältigen. In den geschäftigen Sortierzentren arbeiten unterdessen weitere 4'500 Personen unermüdlich daran, Millionen Sendungen an ihre richtigen Bestimmungsorte zu leiten.

Die Schweizerische Post erkannte früh, dass die übliche Belegschaft nicht ausreichen würde, um die diesjährige Nachfrage zu bewältigen. Deshalb hat sie rund 500 zusätzliche befristete Mitarbeitende eingestellt. Diese Verstärkung ist entscheidend: Sie springt ein und unterstützt das Stammpersonal, das vor den anspruchsvollsten Wochen des Jahres steht. Die Mobilisierung ist umfassend und zeigt, dass sich das Unternehmen der Tragweite bewusst ist: Wenn Millionen Menschen auf ihre Lieferungen warten, ist ein Scheitern keine Option.

Der Weihnachtssprint beginnt

Die rekordverdächtige Rabattwoche war nur der Auftakt. Der Höhepunkt steht noch bevor. Die Schweizerische Post hat ausdrücklich erklärt, dass die «Pakethochsaison» bis Heiligabend andauern wird. Die derzeitige Auslastung ist der neue Richtwert für den Dezember. Da die Festtage näher rücken, verlagert sich der Schwerpunkt von der Bewältigung der Paketmengen auf die Präzision: Die Geschenke sollen rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum liegen.

Die Schweizerische Post hat zahlreiche Massnahmen getroffen, um eine pünktliche Zustellung während der Festtage sicherzustellen. Die Herausforderung bleibt jedoch enorm. Das Tempo nach dem Anstieg auf 7,5 Millionen Pakete muss weitere drei Wochen beibehalten werden. Für die Schweizer Bevölkerung ist diese logistische Meisterleistung eine Bestätigung, dass die nationale Post trotz des überwältigenden Volumens auf Hochtouren läuft. Während der Countdown bis Weihnachten weiterläuft, bleibt das Logistiknetz in höchster Alarmbereitschaft und sprintet dem Ziel eines rekordverdächtigen Jahres entgegen.