Politik
Schweizer Parlament eröffnet Herbstsession mit Fokus auf Aussenpolitik
Zu den wichtigsten Themen gehören ein Sozialversicherungsabkommen mit Argentinien und Pensionsreformen, die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer betreffen

Das Schweizer Parlament hat seine Herbstsession am 8. September 2025 mit einem starken Fokus auf Aussenpolitik und internationale Beziehungen eröffnet. Die Session dauert bis zum 26. September und bringt mehrere wichtige Gesetzesvorlagen auf die Tagesordnung, die die innen- und aussenpolitische Landschaft der Schweiz prägen werden. Diese Parlamentssession zeichnet sich durch einen deutlichen Schwerpunkt auf Themen aus, die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sowie die internationale Zusammenarbeit betreffen.
Wichtige aussenpolitische Vorhaben
In dieser Session steht die Aussenpolitik im Mittelpunkt. Dabei werden mehrere wichtige internationale Abkommen behandelt. Ein zentrales Thema ist das vorgeschlagene Sozialversicherungsabkommen mit Argentinien, das Schweizer Rentnerinnen und Rentnern, die dort leben, einen besseren Rechtsschutz bieten soll. Die Session befasst sich auch mit dem umstrittenen Thema der Schweizer Söldner. Dazu liegen Vorschläge aus beiden politischen Lagern vor, die Kämpfer in der Ukraine und jene betreffen, die in Syrien gegen den IS gekämpft haben.
Rentenreformen und soziale Sicherheit
Ein Schwerpunkt der Session ist die Einführung der 13. Rentenzahlung, die für Dezember 2026 vorgesehen ist. Diese bedeutende Reform erfordert jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von CHF 4 bis 5 Milliarden. Die Finanzierung ist weiterhin umstritten: Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider spricht sich für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, während der Ständerat Lohnabzüge bevorzugt. Der Nationalrat steht nun vor der wichtigen Aufgabe, die endgültige Lösung festzulegen. Übergangsmassnahmen sollen mögliche Lücken bei der Umsetzung überbrücken.
Finanzregulierung und Kryptowährungen
Der Ständerat berät über eine wegweisende Gesetzgebung zu Kryptowerten. Diese sollen denselben Transparenzanforderungen unterstellt werden wie herkömmliche Bankkonten. Die Initiative, die von der zuständigen Ständeratskommission einstimmig unterstützt wurde, würde sich insbesondere auf Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer auswirken, die Kryptowerte in der Schweiz halten. Das vorgeschlagene System zum automatischen Informationsaustausch würde die Aufsicht über Kryptowerte an internationale Bankenstandards angleichen.
Initiativen der Volkspartei
Die Schweizerische Volkspartei hat drei wichtige Initiativen vorgelegt, darunter die Neutralitätsinitiative. Diese steht im Spannungsfeld zwischen der Schweizer Rüstungsindustrie und dem internationalen Waffenhandel. Die strenge Auslegung der Neutralität in der Initiative hat Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf einheimische Rüstungsunternehmen ausgelöst, insbesondere angesichts der geltenden Einschränkungen für Wiederausfuhren in die Ukraine. Auch die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» wird beraten. Sie widerspiegelt die anhaltenden Debatten über Bevölkerungswachstum und Einwanderung.