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Swiss Observer

Schweizerischer Nationalfonds kündigt Budgetkürzungen an

Der SNF setzt aufgrund der angespannten Bundesfinanzen für den Zeitraum 2026 bis 2028 Sparmassnahmen um, die sich auf die Forschungsförderung und Programme zur wissenschaftlichen Laufbahnentwicklung auswirken.

Schweizerischer Nationalfonds kündigt Budgetkürzungen an
AISWI swissinfo.ch

Die Schweizer Forschung steht vor einer kritischen Bewährungsprobe: Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) kündigt sofortige, schmerzhafte Sparmassnahmen an. Aufgrund der angespannten Bundesfinanzen tritt der Motor der Schweizer Innovation für wichtige Förderprogramme im Zeitraum 2026 bis 2028 auf die Bremse. Dabei handelt es sich nicht bloss um eine bürokratische Anpassung, sondern um einen direkten Schlag gegen die wissenschaftlichen Fähigkeiten des Landes.

Ab nächstem Jahr werden wichtige Förderinstrumente für die Forschung abrupt auf Eis gelegt. Der SNF hat bestätigt, dass die Zahl der bewilligten Projekte im Vergleich zum heutigen Niveau deutlich sinken wird. Dieser Entscheid ist eine direkte Reaktion auf die zunehmenden finanziellen Einschränkungen des Bundes und zwingt den SNF, das Überleben über den Ausbau zu stellen. Die Botschaft ist klar: Das Zeitalter des ungehemmten Wachstums der Schweizer Forschungsförderung ist an eine Grenze gestossen. Während der Fonds mit diesen auferlegten Einschränkungen ringt, muss sich die Wissenschaft auf eine Phase der Stagnation einstellen, in der brillante Ideen möglicherweise keine Finanzierung erhalten und wegweisende Projekte schon vor ihrem Beginn auf Eis gelegt werden.

Ein gewaltiger finanzieller Schlag

Die Zahlen sind ausgesprochen alarmierend. Der Bund hat für 2027 eine drastische Kürzung der Finanzierung um 10 Prozent vorgeschlagen, die sich bis 2028 auf massive 11 Prozent erhöhen soll. Für eine Organisation, die 2024 ein Budget von über 1,3 Milliarden CHF (1,65 Milliarden US-Dollar) verwaltet, sind die Folgen katastrophal. Die Entwicklung könnte dazu führen, dass das Budget des SNF allein 2028 um ganze 270 Millionen CHF gekürzt wird.

Dieser finanzielle Absturz droht, die Grundlage für den Status der Schweiz als globaler Forschungsstandort zu untergraben. Der SNF räumt zwar ein, bereits zur Sanierung der Bundesfinanzen beigetragen zu haben, doch die neuen Vorschläge gehen weit über blosse Sparanstrengungen hinaus: Sie bedeuten einen Abbau von Ressourcen. Eine Kürzung dieser Grössenordnung bedeutet, dass Hunderte Millionen Franken aus dem Forschungsökosystem verschwinden, Mittel, die sonst Laboratorien, Feldstudien und technologische Fortschritte finanziert hätten. Das Ausmass dieser Kürzungen lässt eine düstere Prognose erwarten, bei der finanzielle Notwendigkeit wissenschaftliche Ambitionen verdrängt.

Laufbahnen im Visier

Die nächste Generation von Forschenden wird den menschlichen Preis dieser Kürzungen zahlen. Der SNF hat ausdrücklich erklärt, dass neben der Projektförderung auch die Förderung wissenschaftlicher Laufbahnen darunter leiden wird. Dadurch entsteht ein unsicheres Umfeld für junge Forschende, die auf diese Beiträge angewiesen sind, um sich in einem globalen Wettbewerbsumfeld zu etablieren. Es droht eine mögliche Abwanderung von Fachkräften, bei der die klügsten Köpfe der Schweiz gezwungen sein könnten, im Ausland nach stabilen Bedingungen zu suchen.

Mit weniger bewilligten Projekten verengt sich der Weg zu einer akademischen Laufbahn drastisch. Der Forschungsrat muss nun jährlich für den Zeitraum von 2026 bis 2028 das genaue Ausmass dieser Kürzungen festlegen. Dadurch entsteht für die Laufbahnen Tausender Forschender eine volatile Unsicherheit. Wenn die Fördermittel versiegen, geht es nicht nur um Geräte, die nicht gekauft werden: Doktoratsstellen verschwinden, Postdoc-Möglichkeiten lösen sich in Luft auf, und jahrelange spezialisierte Ausbildung droht vergeblich gewesen zu sein.

Die Zukunft der Schweizer Wissenschaft verteidigen

Trotz des Drucks zieht der SNF eine klare Grenze. Zwar erklärt die Organisation, sie sei «sich der angespannten Finanzlage des Bundes bewusst», doch lehnt sie die für 2027 und 2028 vorgeschlagenen drastischen Kürzungen im zweistelligen Prozentbereich entschieden ab. Dieser Widerstand deutet auf einen bevorstehenden Konflikt zwischen Finanzpolitik und wissenschaftlicher Notwendigkeit hin. Der SNF argumentiert, er habe seinen Beitrag bereits geleistet, doch der aktuelle Kurs des Bundes drohe die Forschungsinfrastruktur des Landes bis auf die Grundsubstanz abzubauen.

Mit Blick auf den Zeitraum 2026 bis 2028 könnte mehr auf dem Spiel stehen. Werden diese Kürzungen vollständig umgesetzt, riskiert die Schweiz, ihre Stellung als führender Innovationsstandort zu verlieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, während der Forschungsrat mit dieser Sparpolitik umgehen muss. Der Ausgang dieses Budgetstreits wird darüber entscheiden, ob die Schweizer Wissenschaft weiterhin weltweit eine führende Rolle spielt oder in eine Phase des gesteuerten Niedergangs gezwungen wird.