Finanzen
Bund erhält CHF 700 Millionen aus nicht beanspruchten Banknoten
Bundesbehörden und kantonale Behörden erhalten einen unerwarteten Geldsegen aus nicht eingelösten Banknoten der sechsten Serie, ein Teil davon wird dem Fonds für Naturkatastrophen zugewiesen

Die Schweizer Finanzlandschaft erhält einen unerwarteten Schub: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kündigt einen Geldsegen von über CHF 700 Millionen (840 Millionen US-Dollar) aus nicht eingelösten Banknoten an. Diese beträchtliche Summe stammt aus der sechsten Serie Schweizer Banknoten, die zu Beginn des Jahrtausends zurückgerufen wurde. Von den insgesamt CHF 989,6 Millionen an nicht beanspruchten Banknoten wird der grösste Teil an verschiedene staatliche Stellen verteilt. Damit werden brachliegende finanzielle Mittel in historischer Weise umverteilt.
Verteilungsmechanismus und Empfänger
Die Verteilung dieser beträchtlichen Summe folgt einem sorgfältig ausgearbeiteten Zuteilungsplan. Der Schweizerische Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden (fondssuisse) erhält CHF 178,1 Millionen und kann damit die Kapazitäten der Schweiz zur Bewältigung von Naturkatastrophen stärken. Der Rest wird zwischen den kantonalen und den Bundesbehörden aufgeteilt: Die Kantone erhalten mit CHF 475 Millionen (zwei Drittel) den Löwenanteil, der Bund erhält CHF 237,5 Millionen (ein Drittel). Die SNB behält CHF 99 Millionen als Reserve für den möglichen Umtausch alter Banknoten in der Zukunft zurück.
Rechtliche Grundlagen und Zeitplan
Der gesamte Prozess ist im Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel geregelt, das klare Vorgaben für den Umgang mit nicht eingelösten Zahlungsmitteln enthält. Laut diesem Gesetz muss der Gegenwert nicht eingelöster Banknoten nach Ablauf von 25 Jahren seit dem Rückruf einer Banknotenserie nach einer festgelegten Formel verteilt werden. Die SNB hat bestätigt, dass die Empfänger ihre zugewiesenen Beträge im Mai 2025 erhalten werden. Damit endet die 25-jährige Wartefrist für die Banknoten der sechsten Serie.
Auswirkungen und künftige Bedeutung
Dieser beträchtliche Geldsegen bietet den Bundesbehörden und den kantonalen Behörden bedeutende Möglichkeiten, öffentliche Dienstleistungen und die Infrastruktur zu stärken. Die Zuweisung an den Fonds für Naturkatastrophen zeigt insbesondere, wie sehr sich die Schweiz dafür einsetzt, leistungsfähige Notfallkapazitäten aufrechtzuerhalten. Dass die SNB CHF 99 Millionen für künftige Umtausche zurückbehält, zeugt von einem umsichtigen Umgang mit der Währung und stellt sicher, dass berechtigte spätere Ansprüche weiterhin erfüllt werden können. Dieses Verteilungsmodell könnte bei künftigen Fällen nicht eingelöster Zahlungsmittel sowohl in der Schweiz als auch möglicherweise als Vorbild für andere Länder dienen.