Handel
Schweizer Exporte in die USA brechen deutlich ein
Die Schweizer Exportindustrie erleidet einen deutlichen Rückschlag: Die Lieferungen auf den US-Markt brechen um 39,6 Prozent ein und erreichen den tiefsten Stand seit Ende 2020.

Die Schweizer Exportindustrie erlitt im Mai einen deutlichen Rückschlag. Die Gesamtausfuhren sanken saisonbereinigt um 13,6 Prozent auf 21,01 Milliarden Franken. Damit kehrte sich der bisherige Trend stark um, und es zeichnen sich mögliche Gegenwinde für die aussenhandelsabhängige Schweizer Wirtschaft ab. Hauptursache für den Rückgang war der dramatische Einbruch der Lieferungen in die USA, einen wichtigen Handelspartner.
Einbruch auf dem US-Markt
Die Ausfuhren nach Nordamerika brachen laut dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) um erstaunliche 39,6 Prozent ein und erreichten den tiefsten Stand seit Ende 2020. Vorausgegangen war eine Phase ungewöhnlicher Schwankungen: Noch im März hatten sich die Ausfuhren in die USA verdoppelt und einen Rekordwert erreicht. Beobachter vermuteten einen «Vorzieheffekt»: Unternehmen hätten ihre Waren in grosser Eile verschickt, bevor die USA möglicherweise neue Zölle einführen. Die anschliessende starke Korrektur, mit einem Rückgang um ein Drittel im April und dem Einbruch im Mai, deutet auf eine Marktanpassung nach dem vorherigen Ansturm hin.
Auswirkungen auf alle Branchen
Der Rückgang der Ausfuhren beschränkte sich nicht auf einen Bereich, sondern war in fast allen Branchen zu spüren. Die Chemie- und Pharmabranche, auf die mehr als die Hälfte aller Schweizer Exporte entfällt, trug am stärksten zum negativen Ergebnis bei: Ihre Ausfuhren sanken um 19 Prozent. Unterdessen stagnierten die Exportzahlen der angeschlagenen Maschinen- und Elektronikindustrie, was auf anhaltende Herausforderungen hindeutet. Diese breit abgestützte Schwäche zeigt, dass die aktuellen Schwierigkeiten im Export systemischer Natur sind.
Veränderte globale Handelsströme
Während der nordamerikanische Markt den stärksten Rückgang verzeichnete, schwächte sich auch der Handel mit Europa ab: Die Ausfuhren sanken um 7,2 Prozent. Einen kleinen Lichtblick bot der asiatische Markt, der leicht um 0,4 Prozent zulegte. Diese unterschiedliche Entwicklung unterstreicht, wie komplex und wandelbar die globale Handelslandschaft für Schweizer Exporteure ist. Sie müssen sich nun auf Schwankungen in westlichen Märkten einstellen und gleichzeitig im Osten nach Stabilität suchen.
Folgen für die Schweizer Wirtschaft
Der starke Rückgang der Ausfuhren führte zusammen mit einem leichten Anstieg der Einfuhren um 0,8 Prozent auf 19,02 Milliarden Franken dazu, dass der Schweizer Handelsüberschuss im Mai deutlich auf 1,98 Milliarden Franken schrumpfte. Dieser Rückgang des Überschusses, der ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftskraft des Landes ist, spiegelt die unmittelbaren finanziellen Folgen des Exporteinbruchs wider. Die Schwankungen, insbesondere auf dem wichtigen US-Markt, schaffen zusätzliche Unsicherheit für die Schweizer Wirtschaft.