Wirtschaft
Schweizer Schuhhersteller On erzielt erstmals über 3 Milliarden CHF Jahresumsatz
Der in Zürich ansässige Schuh- und Bekleidungshersteller On hat Rekordumsätze bekannt gegeben. Zum ersten Mal in seiner 15-jährigen Geschichte überstiegen die Verkäufe 3 Milliarden CHF. Dazu trugen das starke Wachstum im asiatisch-pazifischen Markt sowie das wachsende Bekleidungs- und Accessoiregeschäft bei.

Das Zürcher Unternehmen On hat die Erwartungen übertroffen und eine neue Marke gesetzt: Zum ersten Mal in seiner 15-jährigen Geschichte kletterten die Verkäufe über 3 Milliarden CHF. Das ist nicht einfach nur Wachstum, sondern ein klares Zeichen dafür, dass eine Schweizer Marke nicht langsamer werden will. Das Unternehmen meldete einen beeindruckenden Umsatz von 3,01 Milliarden CHF, ein solides Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch bemerkenswerter: Ohne die dämpfende Wirkung des starken Schweizer Frankens wäre das Wachstum zu konstanten Wechselkursen auf 36 Prozent gestiegen.
Von den bescheidenen Anfängen in Zürich bis auf die Weltbühne hat sich On vom Geheimtipp unter Läuferinnen und Läufern zu einem dominierenden Lifestyle-Unternehmen entwickelt. Dieser Meilenstein unterstreicht den ungebrochenen Schwung der Marke in einem hart umkämpften Markt, der von etablierten Grosskonzernen dominiert wird. Der Umsatzschub ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer kalkulierten Premiumstrategie. Die Marke hat ihre Preissetzungsmacht gestärkt und zugleich ihre Direktvertriebskanäle ausgebaut. On feiert sein 15-jähriges Bestehen nicht mit einem Blick zurück, sondern gibt für die gesamte Branche ein rasantes Tempo vor.
Globale Dominanz: Asien legt kräftig zu, Amerika bleibt Anker
Die Marke ist zwar im Herzen schweizerisch, doch am schnellsten schlägt ihr Puls im Osten. Die Region Asien-Pazifik hat sich zum neuen Wachstumsmotor entwickelt: Die Verkäufe haben sich beinahe verdoppelt und erreichten 511 Millionen CHF. Der kräftige Anstieg signalisiert, dass On erfolgreich in lukrative asiatische Märkte vorgedrungen ist, in denen die Nachfrage nach hochwertiger technischer Ausrüstung aus dem Westen rasant zunimmt. Die dynamische Entwicklung in dieser Region hat sich als wichtiger Ausgleich zum langsameren Wachstum in reiferen Märkten erwiesen.
Unterdessen bleiben Nord- und Südamerika die verlässliche Hochburg der Marke. Als grösster Markt des Unternehmens erzielten die beiden Regionen zusammen einen Umsatz von 1,74 Milliarden CHF, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die EMEA-Region, also Europa, der Nahe Osten und Afrika, blieb nicht zurück: Sie verzeichnete ein solides Wachstum von 32 Prozent auf 763 Millionen CHF. Dieser Erfolg in drei Weltregionen zeugt von einem ausgewogenen globalen Portfolio und zeigt, dass die Attraktivität von On nicht an Grenzen oder Kulturen haltmacht. Die in Zürich ansässige und an der New Yorker Börse kotierte Gruppe ist heute wahrhaftig ein globales Unternehmen.
Mehr als Schuhe: Bekleidung und Accessoires legen kräftig zu
Es geht längst nicht mehr nur um das, was man an den Füssen trägt. On diversifiziert sein Sortiment konsequent, und die Zahlen zeigen, dass die Strategie aufgeht. Schuhe machen mit 2,8 Milliarden CHF weiterhin den Löwenanteil des Umsatzes aus, ein solides Wachstum von 28 Prozent. Das eigentliche explosive Wachstum findet jedoch bei Bekleidung und Accessoires statt. Der Umsatz mit Bekleidung stieg um beeindruckende 68 Prozent, während sich das Accessoiregeschäft mehr als verdoppelte und um 124 Prozent zulegte.
Diese Bereiche tragen mit 170 Millionen beziehungsweise 40 Millionen CHF derzeit zwar einen kleineren Teil zum Gesamtumsatz bei, doch ihre Entwicklung ist eindeutig. Der Wandel deutet auf einen erfolgreichen Übergang vom reinen Schuhhersteller zur umfassenden Lifestyle-Marke hin. Indem On Läuferinnen und Läufer von Kopf bis Fuss ausstattet, stärkt das Unternehmen die Kundentreue und erhöht den durchschnittlichen Einkaufsbetrag. Die rasche Nachfrage nach Produkten ausserhalb des Schuhsortiments zeigt, dass die Ästhetik und die technischen Versprechen der Marke weit über ihre Sohlen hinaus Anklang finden. Damit ebnet On den Weg für eine Zukunft, in der die Marke ebenso für ihre Jacken wie für ihre CloudTec-Sohlen bekannt ist.
Das Ergebnis: Profitabilität trotz starkem Franken
Die Profitabilität steigt, doch der starke Schweizer Franken bleibt ein ernst zu nehmender Gegner. On hat seine Premiumstrategie erfolgreich umgesetzt, die Rabatte deutlich reduziert und dank eigener Onlineshops und Flagship-Stores mehr Umsatz im Unternehmen behalten. Diese Disziplin liess das bereinigte EBITDA um enorme 46 Prozent auf 567 Millionen CHF steigen. Die Gewinnmarge erhöhte sich damit von 16,7 auf beeindruckende 18,8 Prozent. Das Unternehmen verdient mit jedem verkauften Schuh zunehmend effizienter.
Die Devisenmärkte waren jedoch weniger gnädig. Der anhaltend starke Schweizer Franken bremste, was sonst ein noch eindrücklicheres Finanzergebnis gewesen wäre. Negative Währungseffekte belasteten das Ergebnis und liessen den bereinigten Reingewinn um 16 Prozent auf 266 Millionen CHF sinken. Diese Gegenwinde durch Währungseffekte machten operative Gewinne zunichte, die andernfalls dem Reingewinn zugutegekommen wären. Die Aktionärinnen und Aktionäre müssen deshalb auf eine Ausschüttung warten: Trotz Rekordumsatz zahlt das Unternehmen keine Dividende und investiert stattdessen weiter in seinen ambitionierten Wachstumskurs.
Ausblick: Mit Tempo auf 2026 zu
Die von Tennislegende Roger Federer unterstützte On Group zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Das Unternehmen hat eine zuversichtliche Prognose für 2026 veröffentlicht und rechnet mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von mindestens 23 Prozent. Wird dieses Ziel erreicht, steigt der Jahresumsatz auf mindestens 3,44 Milliarden CHF. Die Geschäftsleitung strebt zudem weitere Effizienzsteigerungen an und erwartet eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,5 bis 19 Prozent.
Diese Prognose deutet darauf hin, dass On den aktuellen Schwung trotz globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten für nachhaltig hält. Mit weiterem Wachstum in Asien, einer breiteren Produktpalette und einem konsequenten Festhalten an der Premiumpositionierung will On nicht nur mit etablierten Marken konkurrieren, sondern sie möglicherweise überholen. Für die Schweiz ist On ein moderner wirtschaftlicher Vorzeigebetrieb: innovativ, global und widerstandsfähig. Während sich das Unternehmen für das nächste Geschäftsjahr bereitmacht, ist die Botschaft an den Markt klar: Das Rennen hat gerade erst begonnen.