Wirtschaft
Novartis meldet langsamere Umsatzentwicklung im 4. Quartal 2025 und gibt vorsichtigen Ausblick
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis verzeichnete im letzten Quartal 2025 eine Stagnation des Umsatzwachstums, obwohl der Jahresumsatz insgesamt um 8 Prozent auf 54,5 Milliarden Franken stieg. Das Unternehmen kündigte eine höhere Dividende für die Aktionärinnen und Aktionäre an, rechnet im kommenden Jahr jedoch mit einem langsameren, einstelligen Umsatzwachstum.

Bei Novartis ist der Wachstumsmotor abrupt ins Stocken geraten. Nachdem der Basler Pharmakonzern zu Jahresbeginn eine Phase zweistelligen Wachstums erlebt hatte, prallte er in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 regelrecht gegen eine Wand. Der Umsatz im vierten Quartal kam auf 13,3 Milliarden US-Dollar und legte gegenüber dem Vorjahresquartal lediglich um 1 Prozent zu. Noch alarmierender: Bereinigt um Wechselkursschwankungen sank der Umsatz real sogar um 1 Prozent.
Diese plötzliche Stagnation steht in starkem Gegensatz zur dynamischen Entwicklung in der ersten Jahreshälfte. Der Grund? Ein unablässiger Umsatzschwund durch «Nachahmer», also Generikahersteller, die den Marktanteilen der Kassenschlager von Novartis zusetzen. Die Zeit des mühelosen Wachstums scheint vorbei zu sein. Das Unternehmen muss sich einer harten neuen Realität stellen, in der um jeden Prozentpunkt Zuwachs hart gekämpft werden muss.
Der Milliardenpuffer: Rückblick auf 2025
Trotz des Rückschlags im vierten Quartal fällt die finanzielle Gesamtbilanz für 2025 unbestreitbar stark aus. Novartis erzielte einen Gesamtumsatz von 54,5 Milliarden Franken, ein solides Plus von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erfüllte das Unternehmen die ambitionierte Prognose des Managements für ein hohes einstelliges Wachstum und bewies, dass die zugrunde liegenden Fundamentaldaten des Schweizer Konzerns weiterhin stark sind.
Das Jahresergebnis erzählt eine noch überzeugendere Geschichte von Effizienz und Grösse. Der Jahresgewinn stieg auf beachtliche 14 Milliarden Franken, deutlich mehr als die knapp 12 Milliarden Franken im Jahr 2024. Auch wenn das Jahr mit einem schwachen Schluss endete, ist die finanzielle Gesundheit des Unternehmens alles andere als kritisch. Novartis hat sich erfolgreich durch einen turbulenten globalen Markt navigiert und einen enormen Mehrwert geschaffen. Dabei erzielte der Konzern Gewinne in Milliardenhöhe, obwohl der Gegenwind zunahm.
Dividende trotzt dem Abschwung
Bargeld bleibt Trumpf, und Novartis sorgt dafür, dass die Aktionärinnen und Aktionäre an den vollen Kassen des Unternehmens teilhaben. In einem mutigen Schritt, der den vorsichtigen Kennzahlen zum Jahresende trotzt, kündigte das Unternehmen eine Erhöhung der Dividende von 3.50 auf 3.70 Franken pro Aktie an. Das ist ein klares Signal an den Markt: Trotz des langsameren Umsatzwachstums läuft der Motor der Cashflow-Generierung auf Hochtouren.
Diese Ausschüttungsstrategie dient als wichtiger Schutz vor der Verunsicherung der Anlegerinnen und Anleger angesichts der Abschwächung im vierten Quartal. Indem Novartis den Aktionärinnen und Aktionären mehr Geld direkt zukommen lässt, stärkt das Unternehmen deren Loyalität und Geduld. Damit bekräftigt es, dass seine Fähigkeit, die Eigentümerinnen und Eigentümer zu belohnen, weiterhin intakt ist, auch wenn sich das Marktumfeld verschärft.
Die Bedrohung durch Nachahmer und ein ernüchternder Ausblick auf 2026
Der Kater hat offiziell begonnen. Mit Blick auf 2026 hat das Management von Novartis die rosarote Brille abgelegt und eine ernüchternde Prognose abgegeben. Das Unternehmen rechnet mit einem Rückgang des Kernbetriebsgewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Ziele für das Umsatzwachstum wurden auf einen niedrigen einstelligen Wert gesenkt, weit entfernt von der kräftigen Expansion zu Beginn des Jahres 2025.
Die Bedrohung ist strukturell und unmittelbar: Der Wettbewerb durch Generika schmälert den Umsatz mit wichtigen älteren Medikamenten. Zusammen mit der volatilen politischen Lage, auf deren Auswirkungen die US-Politik auf die Branche verweist, tritt Novartis in eine defensive Phase ein. Für die Schweizer Wirtschaft und die Belegschaft in Basel bedeutet dies ein Jahr der Konsolidierung statt der Eroberung. Der Konzern stürzt nicht ab, wird aber definitiv langsamer, während er sich durch ein Minenfeld aus Marktsättigung und regulatorischem Druck bewegt.