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Swiss Observer

Lausanner Studio gestaltet die nächste Generation Schweizer Banknoten

Die Schweizerische Nationalbank hat bekannt gegeben, dass das Lausanner Kreativstudio Emphase den Wettbewerb für die Gestaltung der zehnten Banknotenserie der Schweiz gewonnen hat. Die neuen Entwürfe basieren auf dem Konzept «Die Schweiz und ihre Höhenlagen».

Lausanner Studio gestaltet die nächste Generation Schweizer Banknoten
AIThe Local Switzerland

Das Erscheinungsbild des Schweizer Frankens steht vor einem grundlegenden Wandel. In einem wegweisenden Schritt, der künstlerische Innovation mit nationalem Kulturerbe verbindet, hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) das in Lausanne ansässige Kreativstudio Emphase offiziell mit der Gestaltung des neuen Gesichts der Schweizer Währung beauftragt. Das visionäre Konzept des Studios, «Die Schweiz und ihre Höhenlagen», setzte sich gegen eine beeindruckende Konkurrenz von mehr als 300 Designerinnen und Designern durch und festigt die wichtige Rolle der Westschweiz in der visuellen Kultur des Landes.

Dabei geht es nicht bloss um eine kosmetische Auffrischung, sondern darum, wie sich die Schweiz der Welt präsentiert, neu zu definieren. Emphase, geleitet vom dynamischen Duo Sebastien Fasel und Fabienne Kilchoer, erhielt den renommierten Auftrag nach einem anspruchsvollen Auswahlverfahren, bei dem Hunderte von Einreichungen auf nur zwölf Finalistinnen und Finalisten reduziert wurden. Der Sieg markiert eine bedeutende Veränderung: In der Schlussrunde setzte sich das Studio gegen fünf weitere starke Kandidaten durch. Die Bekanntgabe am 4. März 2026 in Zürich läutet eine neue Ära für eine der weltweit meistgehandelten und vertrauenswürdigsten Währungen ein.

Höhenlagen und Anpassung: Eine vertikale Sichtweise

Der Siegerentwurf von Emphase ist ein Musterbeispiel für thematisches Erzählen und setzt auf das Hochformat, das zu einem Markenzeichen der Schweizer Banknoten geworden ist. Das Konzept «Die Schweiz und ihre Höhenlagen» bildet einen roten Faden und verbindet die biologische und bauliche Beschaffenheit des Landes. Auf der Vorderseite zeigen die Noten feine, detailreiche Zeichnungen einheimischer Pflanzen, die in bestimmten Höhenlagen vorkommen. So verankert sich die Währung in der reichen botanischen Vielfalt des Landes.

Die Rückseite führt die Erzählung weiter, im wahrsten Sinne des Wortes in die Höhe. Sie zeigt, wie Menschen und Infrastruktur das Gelände erschliessen, mit ikonischen Motiven wie Seilbahnen, dem Glacier Express und dem Observatorium auf dem Jungfraujoch. «Wir haben uns stark auf die Topografie konzentriert, die das Leben in der Schweiz prägt», sagte Sebastien Fasel vor den Medien. «Wir wollten zeigen, wie sich das Leben an das Gelände anpasst.» Vom Talboden bis zu den Alpengipfeln fängt die Serie die Widerstandsfähigkeit und den Erfindungsgeist ein, die nötig sind, um in der Schweizer Landschaft zu leben und zu arbeiten. Dargestellt wird alles von der Präzision der Uhrmacherei bis zu alpinen Käsereien.

Die Stimme der Bevölkerung: Eine demokratische Auswahl

Der Auswahlprozess für die zehnte Banknotenserie war in seinem Umfang beispiellos und spiegelte die direktdemokratische politische Tradition des Landes wider. Die SNB legte die Zukunft des Frankens nicht einfach hinter verschlossenen Türen fest, sondern bezog die Bevölkerung mit ein. Im Sommer 2025 gaben über 100 000 Menschen in einer öffentlichen Umfrage ihre Stimme zu den zwölf in die engere Wahl gekommenen Konzepten ab.

Diese breite Beteiligung unterstreicht die tiefe kulturelle Bedeutung des Frankens. Bei der endgültigen Entscheidung des Bankrats der SNB wurden diese öffentliche Meinung und die sorgfältigen Bewertungen eines beratenden Expertengremiums gegeneinander abgewogen. Das Ergebnis ist ein Entwurf, der sowohl die Anerkennung von Fachleuten als auch den Rückhalt der Bevölkerung geniesst. Die zwölf konkurrierenden Entwürfe, darunter der Siegerentwurf von Emphase, sind derzeit im SNB-Forum in Zürich ausgestellt. Dort kann sich die Öffentlichkeit ein Bild von der künstlerischen Entwicklung machen, die zu diesem Moment geführt hat.

Das Bargeldparadox: Weniger Nutzung, stärkere Verbundenheit

Die Präsentation der neuen Serie fällt in eine kritische Phase für Bargeld. Die Schweiz steht vor einem deutlichen Paradox: Obwohl Bargeld weiterhin beliebt ist, wird es immer weniger genutzt. Daten der SNB zeigen einen starken Rückgang des Anteils der Barzahlungen an den Transaktionen: von 70 Prozent im Jahr 2017 auf nur noch 30 Prozent im Jahr 2024. Die digitale Revolution hat die Finanzlandschaft unbestreitbar verändert.

Die Schweizerinnen und Schweizer wollen jedoch nicht darauf verzichten. «Die Nutzung von Bargeld nimmt ab, aber die Schweizerinnen und Schweizer hängen sehr daran», sagte der Vizepräsident des SNB-Direktoriums, Antoine Martin. Er betonte die unersetzliche Rolle von physischem Geld in unvorhergesehenen Krisen, etwa bei Stromausfällen oder beim Versagen digitaler Infrastrukturen. Diese Verbundenheit ist so stark, dass die Bevölkerung an diesem Sonntag über eine Volksinitiative abstimmen wird, die die Verfügbarkeit von Bargeld in der Verfassung garantieren soll. Die neue Banknotenserie ist deshalb mehr als nur ein Zahlungsmittel: Sie ist ein klares Bekenntnis und ein physischer Anker in einer zunehmend flüchtigen digitalen Welt.

Sicherheit und der Weg bis 2030

Während heute der ästhetische Erfolg des Studios Emphase im Mittelpunkt steht, ist auch die Technik hinter dem Erscheinungsbild anspruchsvoll. Die SNB hat bestätigt, dass die neue Serie modernste Sicherheitsmerkmale enthalten wird, damit der Franken vor Fälschungen geschützt ist. Antoine Martin betonte die Notwendigkeit dieser Neuerungen. Ziel sei es, «immer einen Schritt voraus zu sein» und den zunehmend raffinierten Fälscherinnen und Fälschern einen Schritt vorauszubleiben.

Die Öffentlichkeit wird sich jedoch gedulden müssen. Der Weg vom Gestaltungskonzept zum gesetzlichen Zahlungsmittel ist ein sorgfältiger Prozess. Die neuen Noten dürften erst Anfang der 2030er-Jahre in Umlauf kommen. Bis dahin bleibt die aktuelle, 2016 lancierte Serie mit ihren Handmotiven der Standard. Während die SNB die Entwürfe von Emphase für die Massenproduktion weiterentwickelt, wächst die Vorfreude auf eine Währung, die ebenso sicher wie schön sein soll und die hohen Lagen und hohen Ansprüche der Schweiz widerspiegelt.