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Swiss Observer

Grosser Goldschmuggel zwischen Italien und der Schweiz aufgedeckt

Schweizer Zollbehörden haben einen Goldschmuggel im Wert von 25 Millionen Franken aufgedeckt. Gegen einen 65-jährigen italienischen Staatsangehörigen wurde wegen illegaler Einfuhren von Edelmetallen Anklage erhoben.

Grosser Goldschmuggel zwischen Italien und der Schweiz aufgedeckt
AISWI swissinfo.ch

Schweizer Zollbehörden haben einen ausgeklügelten Goldschmuggel zwischen Italien und der Schweiz aufgedeckt. Dadurch entgingen dem Schweizer Staat Zollabgaben von rund 25 Millionen Franken. Der Fall kam nach umfangreichen Ermittlungen ans Licht und gehört zu den bedeutendsten Edelmetallschmuggelfällen der jüngeren Schweizer Geschichte.

Einzelheiten der Ermittlungen

Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit leitete die Ermittlungen und arbeitete eng mit den Behörden aus Deutschland, Italien und Liechtenstein zusammen. Dabei kam eine komplexe Operation ans Licht: Das Gold wurde in Italien gekauft, wobei italienische Vorschriften zum Edelmetallhandel und steuerliche Bestimmungen gezielt umgangen wurden. Ein 65-jähriger italienischer Staatsangehöriger wurde als mutmasslicher Drahtzieher der Operation identifiziert.

Schmuggelmethoden und Zeitraum

Zwischen 2016 und 2021 nutzten die Schmuggler ausgeklügelte Methoden, um das Gold über die Grenze zu transportieren und zu verbergen. Das Edelmetall wurde geschickt in verschiedenen Fahrzeugteilen versteckt, darunter Armaturenbrettern, Treibstofftanks und Autositzen. Die systematische Operation blieb mehrere Jahre unentdeckt, bevor die Behörden den Schmuggel aufdeckten.

Strafverfahren und Sanktionen

Die Schweizer Behörden haben beim kantonalen Strafgericht Tessin eine umfassende Strafanzeige eingereicht. Dem italienischen Tatverdächtigen werden gewerbsmässiger Betrug, qualifizierte Steuerhinterziehung bei der Mehrwertsteuer, Zollvergehen sowie Verstösse gegen die Edelmetallkontrollgesetzgebung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine bedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren, eine Busse von mindestens 500 000 Franken sowie ein zehnjähriges Einreiseverbot für die Schweiz. Gemäss dem Rechtsverfahren gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

Internationale Zusammenarbeit

Die erfolgreiche Zerschlagung des Schmuggelrings unterstreicht die Wirksamkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Schweizer, deutschen, italienischen und liechtensteinischen Behörden. Diese gemeinsame Anstrengung zeigt, dass sich die Schweiz dazu verpflichtet, internationale Finanzkriminalität zu bekämpfen und die Integrität ihrer Vorschriften zum Edelmetallhandel zu wahren.