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Swiss Observer

Hohe Lawinengefahr im Kanton Wallis wegen starker Schneefälle

Die Behörden haben die Lawinengefahr im Kanton Wallis wegen starker Schneefälle und kräftiger Winde auf «hoch» erhöht (Stufe vier von fünf). Die Warnung weist auf die Gefahr sowohl spontaner als auch leicht auslösbarer Lawinen hin, die exponierte Strassen und Skigebiete treffen könnten.

Hohe Lawinengefahr im Kanton Wallis wegen starker Schneefälle
AIThe Local Switzerland

Das Schweizerische Bundesforschungsinstitut für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat die Gefahrenstufe auf «hoch» erhöht, die vierte Stufe auf der fünfstufigen Skala. Dies signalisiert eine unmittelbare und erhebliche Gefahr in der Region. Das ist kein Fehlalarm: Die Kombination aus starken Schneefällen und heftigen Winden hat in den Bergen eine gefährliche Lage geschaffen, besonders in der Südwestschweiz. Die Behörden geben dringende Warnungen heraus, da die Gefahr spontaner Lawinenabgänge zunimmt und exponierte Strassen sowie Verkehrswege bedroht.

Die Lage entwickelt sich rasch. Seit Dienstagabend ist die Gefahrenkurve stark angestiegen. Die Behörden warnen deshalb, dass sich in den betroffenen Gebieten sehr grosse Lawinen spontan lösen könnten. Damit steht der Kanton Wallis im Zentrum eines heftigen Wintersturms. Die Gefahrenstufe liegt nur eine Stufe unter der höchsten Gefahrenstufe. Für die Einwohnerinnen und Einwohner sowie Reisende in der Region ist die Botschaft eindeutig: Die Berge sind derzeit instabil, und die Gefahr für die öffentliche Sicherheit ist erheblich.

Meterweise Neuschnee begräbt das Unterwallis

Enorme Schneemengen gehen auf die Alpen nieder. Der Meteorologe Peter Wick erwartet bis zum Wochenende im Unterwallis mehr als einen Meter Neuschnee. Die Niederschläge konzentrieren sich oberhalb von 1500 bis 1800 Metern und bedecken die Landschaft mit einer mächtigen Schicht frischen Pulverschnees. Das Wallis bekommt den Sturm am stärksten zu spüren, doch auch der Rest des Landes bleibt nicht verschont. In den Berner Alpen werden bis zu 80 cm Neuschnee erwartet, in den Zentral- und Ostalpen zwischen 40 und 60 cm.

Auch in Mittelbünden kommen erhebliche Schneemengen zusammen, mit prognostizierten 20 bis 40 cm. Die Schneefallgrenze sinkt auf 1200 Meter, sodass winterliche Bedingungen auch in tiefere Lagen vordringen. Diese intensiven Niederschläge sind ein zweischneidiges Schwert: Sie versprechen zwar gute Bedingungen für die Zukunft, doch die unmittelbare Schneemenge belastet die bestehende Schneedecke stark. Die Geschwindigkeit und Dichte des Schneefalls schaffen eine schwere Last, welche die Berge kaum zu tragen vermögen.

Tückische Bedingungen beherrschen die Hänge

Wintersportlerinnen und Wintersportler werden dringend aufgefordert, auf den markierten Pisten zu bleiben, denn abseits der Pisten wird es potenziell lebensgefährlich. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF warnt, dass der Neuschnee prekär auf einer älteren, schwachen Schneeschicht liegt. Dadurch entsteht eine instabile Schneedecke. Zusammen mit dem durch starke Winde verursachten Triebschnee führt dieser «Schneebrett»-Effekt dazu, dass Lawinen mit erschreckender Leichtigkeit ausgelöst werden können, oft bereits durch das Gewicht einer einzelnen Skifahrerin oder eines einzelnen Skifahrers.

Die Gefahr beschränkt sich nicht auf die roten Zonen mit «hoher» Lawinengefahr im Wallis. Vom Berner Oberland bis nach Graubünden herrscht erhebliche Gefahr (Stufe drei). Das Bulletin warnt ausdrücklich vor ungünstigen Bedingungen für Skitouren und Freeriden. Sich derzeit abseits gesicherter Pisten zu bewegen, ist ein riskantes Spiel. Die strukturelle Schwäche der Schneedecke ist mit blossem Auge nicht erkennbar. Dadurch wirkt die aktuelle Schneestabilität trügerisch und ist höchst unberechenbar.

Stürme peitschen das Flachland, eine Entspannung ist nicht in Sicht

Das Chaos beschränkt sich nicht auf die Berggipfel. Im Flachland herrscht eine heftige Westwindlage mit Windböen von 60 bis 80 km/h. Während die Berge unter dem Schnee begraben werden, werden die tieferen Lagen durchnässt. Bis Freitagmorgen werden 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet, im Westen sogar noch mehr. Diese Kombination aus stürmischen Winden und starken Niederschlägen sorgt auf dem Schweizer Mittelland für ungemütliche Bedingungen.

Auch die unmittelbare Wetterprognose lässt nicht auf Besserung hoffen. «Alle aktuellen Wettermodelle deuten zudem für die kommende Woche auf eine instabile Westwindlage mit Regen, Schnee und zeitweise Wind hin», sagt der Meteorologe Peter Wick. Die Schweiz bleibt einer turbulenten Wetterlage ausgesetzt. Deshalb dürften die hohe Lawinengefahr und die Verkehrsbehinderungen anhalten. Die Bevölkerung sollte sich auf eine längere Phase heftigen Winterwetters einstellen, das keine Anzeichen macht nachzulassen.