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Swiss Observer

Genf geht mit Verbot von Einweg-E-Zigaretten voran

Der Kanton ergreift entschlossene Massnahmen gegen Einweg-E-Zigaretten und verweist auf Gesundheits- und Umweltbedenken.

Genf geht mit Verbot von Einweg-E-Zigaretten voran
AISWI swissinfo.ch

Genf hat das Ende der Ära der Einweg-E-Zigaretten mit sofortiger Wirkung eingeläutet. In einem entschlossenen Schritt, der im ganzen Kanton nachhallt, hat das Kantonsparlament ein Gesetz verabschiedet, das den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten mit sofortiger Wirkung verbietet. Es gibt keine Übergangsfrist, keine Auslaufphase und kein Zögern. Mit einer Dringlichkeitsklausel haben die Abgeordneten die üblichen Fristen umgangen, um diese Produkte umgehend aus den Verkaufsregalen zu verbannen.

Der politische Konsens ist schlicht überwältigend. Das Gesetz wurde fast einstimmig verabschiedet und signalisiert einen seltenen Moment völliger Einigkeit in der Genfer Politik. Die Abgeordneten sind nicht länger bereit, die Verbreitung von «Puff Bars» hinzunehmen, die in den vergangenen fünf Jahren den Schweizer Markt überschwemmt haben. Mit dem Inkrafttreten mit sofortiger Wirkung sendet Genf eine klare Botschaft: Die Gesundheit der Bevölkerung und der Schutz der Umwelt haben Vorrang vor kommerziellen Interessen. Dies ist nicht bloss eine politische Kursänderung, sondern ein dringendes Eingreifen gegen ein Produkt, das längst überfällig ist.

Eine «Schande» für die öffentliche Gesundheit und die Natur

Die Wortmeldungen im Parlamentssaal waren scharf. «Diese Produkte, die darauf ausgelegt sind, junge Menschen anzusprechen, sind eine Schande», erklärte die Parlamentarierin Jennifer Conti und brachte damit die Empörung der Versammlung auf den Punkt. Die Verurteilung richtete sich gleichermassen gegen das aggressive Marketing an Jugendliche und die katastrophalen Folgen der Geräte für die Umwelt.

Diese «Puff Bars» stellen eine doppelte toxische Bedrohung dar. Gesundheitsbehörden kämpfen mit stark steigenden Nutzungszahlen unter Jugendlichen, die von süssigkeitenartigen Aromen angelockt werden, während Umweltschützerinnen und Umweltschützer mit dem Problem entsorgter Lithiumbatterien im gewöhnlichen Abfall konfrontiert sind. Das Parlament bezeichnete die Folgen für die öffentliche Gesundheit als unbestreitbar und die Umweltkosten als inakzeptabel. Genf zieht eine klare Grenze und weigert sich, innerhalb seiner Kantonsgrenzen ein Produkt zuzulassen, das Jugendlichen den Einstieg in die Nikotinsucht erleichtert und für die Umwelt gefährlichen Abfall verursacht.

Die Verbotswelle erfasst die ganze Schweiz

Genf handelt nicht allein, sondern schliesst sich einer wachsenden Verbotsbewegung im ganzen Land an. Der Kanton reiht sich damit neben Wallis, Bern und Jura ein, die bereits entschlossene Schritte unternommen haben, um diese Geräte zu verbieten. Die Schweiz wird für die Einweg-E-Zigaretten-Branche rasch zu einem schwierigen Pflaster.

Unterdessen wächst der Druck in weiteren Regionen. Ähnliche Vorstösse gewinnen derzeit in Basel-Stadt, im Tessin, in Solothurn, Schaffhausen und im Waadtland an Unterstützung. Die Dynamik ist unübersehbar. Was als vereinzelte Bedenken in einzelnen Kantonen begann, hat sich zu einer landesweiten Ablehnung der Wegwerfkultur entwickelt, die mit dem Dampfen verbunden ist. Genfs sofortiges Verbot verleiht dieser Bewegung entscheidendes Gewicht und zeigt, dass auch grosse urbane Zentren bereit sind, das Gemeinwohl über den unregulierten Handel zu stellen.

Bern bereitet den letzten entscheidenden Schritt vor

Während die Kantone um einzelne Massnahmen ringen, bereitet der Bund den entscheidenden Schritt vor. Ein landesweites Verbot steht unmittelbar bevor. Nach einem entschlossenen Vorstoss des Grünen-Nationalrats Christophe Clivaz verabschiedete der Nationalrat das Verbot im Juni 2024, ein Jahr später folgte der Ständerat. In Bern ist das Gesetzgebungsverfahren zur Änderung des Tabakproduktegesetzes nun in Gang.

Die Zukunft des Dampfens in der Schweiz wird deutlich anders aussehen. Die Änderung auf Bundesebene wird sicherstellen, dass «Puff Bars» nirgendwo im Land mehr zum Verkauf angeboten werden dürfen. Damit werden allfällige Schlupflöcher geschlossen, die durch unterschiedliche kantonale Regelungen bestehen bleiben könnten. Eine wichtige Unterscheidung bleibt jedoch bestehen: Wiederaufladbare E-Zigaretten sollen von diesem Verbot ausgenommen sein. Das Ziel ist klar: Die Schweiz will die Verschwendung und die Anziehungskraft des Einwegmodells auf Jugendliche beseitigen. Die Tage der Einweg-E-Zigarette sind gezählt, und der Countdown läuft.