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Swiss Observer

Schweizer Genossenschaft unterstützt Landwirtschaftsbetriebe mit 7,2 Millionen Franken Dürrehilfe

Fenaco verteilt nach der Hitzewelle und dem Wassermangel in diesem Sommer einmalige Dürrehilfe in Höhe von 7,2 Millionen Franken an rund 13'000 Schweizer Landwirtschaftsbetriebe. Der Bericht zeigt, wie die Zahlungen abgewickelt werden, unter welchem Druck die Betriebe stehen und ob Unterstützung durch Genossenschaften die grösseren klimabedingten Verluste in der Landwirtschaft ausgleichen kann.

Schweizer Genossenschaft unterstützt Landwirtschaftsbetriebe mit 7,2 Millionen Franken Dürrehilfe
AILe News

7,2 Millionen Franken erreichen rund 13'000 Schweizer Landwirtschaftsbetriebe nach einem Sommer, der von Hitze und Wassermangel geprägt war. Fenaco, die grosse Landwirtschaftsgenossenschaft des Landes, kündigte die einmalige Zahlung am 18. September an. Die Hitzewelle habe die Betriebe stark belastet, hiess es.

Das Geld wird über Fenacos Gewinnbeteiligung ausgeschüttet. Berechtigte Mitglieder erhalten zwischen 100 und 2'000 Franken. Der Betrag wird ihnen in den kommenden Monaten über die Landi-Läden gutgeschrieben. Die Zahlung nutzt somit eine bestehende genossenschaftliche Beziehung und kein neues öffentliches Antragsverfahren.

Für Betriebe, die Vieh und Pflanzen bewirtschaften und auf saisonale Einnahmen angewiesen sind, ist der Zeitpunkt entscheidend. Dürre kann die Kosten für Futter und Wasser erhöhen, die Erträge schmälern und den Bedarf an zugekauften Betriebsmitteln steigern. Die Quelle nennt weder eine Gesamtschätzung der Verluste in der Schweizer Landwirtschaft noch eine Entschädigungsformel, die sich nach dem individuellen Schaden richtet. Sie zeigt jedoch die Grössenordnung der genossenschaftlichen Unterstützung: Tausende Betriebe erhalten direkte Hilfe, während sie in die nächste Produktionsphase starten.

Mit der Ankündigung stellt Fenaco die private genossenschaftliche Unterstützung ins Zentrum der unmittelbaren Reaktion auf die diesjährige Wetterbelastung. Die Zahlungen verschaffen den Betrieben etwas Liquidität. Die Differenz zwischen dem Beitrag und den tatsächlichen Verlusten müssen sie jedoch selbst tragen.

Landi-Läden dienen als Auszahlungskanal

Die Zahlungen an die Genossenschaftsmitglieder liegen zwischen 100 und 2'000 Franken. Fenaco zufolge wird das Geld im Rahmen des Gewinnbeteiligungssystems in den kommenden Monaten über die Landi-Läden gutgeschrieben.

Diese Regelung widerspiegelt, wie Schweizer Landwirtschaftsgenossenschaften die Betriebe mit dem breiteren Markt verbinden. Landi-Filialen sind für Produzentinnen und Produzenten vertraute Anlaufstellen, wenn sie Futter, Saatgut, Ausrüstung und andere Betriebsmittel kaufen. Die Gutschrift über dieses Netzwerk ermöglicht den Mitgliedern einen praktischen Zugang zur Unterstützung, ohne dass ein eigener Auszahlungskanal eingerichtet werden muss.

Die verfügbaren Informationen nennen nicht, wie Fenaco die Zahlung für jedes Mitglied berechnet, ob die Betriebsgrösse die Höhe bestimmt oder ob Mitglieder Nachweise für dürrebedingte Schäden einreichen müssen. Die veröffentlichte Bandbreite zeigt, dass die Zahlungen unterschiedlich hoch ausfallen. Die genauen Kriterien werden in der Ankündigung jedoch nicht offengelegt.

Fenacos Vorgehen setzt dem Beitrag auch klare Grenzen. Es handelt sich um eine einmalige Zahlung im Rahmen der genossenschaftlichen Gewinnbeteiligung, nicht um eine dauerhafte Dürreversicherung oder eine Zusage, alle belegten Verluste zu ersetzen. Dieser Unterschied wird wichtig sein, falls die Betriebe erneut eine Trockenperiode, höhere Betriebsmittelkosten oder geringere Ernten erleben. Vorerst bietet das Programm den Mitgliedern eine direkte Zahlung, während die normale Geschäftsbeziehung der Genossenschaft zu den Betrieben weiterläuft.

Hitze und Wassermangel belasten die Betriebsbudgets

Die Hitzewelle belastet die Landwirtschaftsbetriebe zusätzlich, obwohl deren Einkommen ohnehin vom Wetter abhängt. In der Fenaco-Mitteilung heisst es, die Schweizer Landwirtschaftsbetriebe seien nach der Hitze und dem Wassermangel im Sommer stark unter Druck geraten.

Dürre wirkt sich auf verschiedene Weise auf die Betriebe aus. Die Ernten können geringer ausfallen, Weiden können sich verschlechtern und Viehbetriebe müssen möglicherweise zusätzliches Wasser oder Futter beschaffen. Die Folgen enden nicht mit dem Sinken der Temperaturen. Geringere Erträge können die Einnahmen im Herbst und Winter schmälern, während Ersatzkäufe gleichzeitig mit den üblichen Betriebskosten anfallen können.

Die Quelle nennt weder die am stärksten betroffenen Kantone und Anbaubereiche noch die Verluste einzelner Betriebe. Deshalb lassen sich die regionalen Schäden nur begrenzt beurteilen. Auch die Betroffenheit der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe ist sehr unterschiedlich und hängt unter anderem von Höhenlage, Boden, Zugang zu Bewässerung, Viehbestand und angebauten Kulturen ab. Eine einheitliche nationale Zahlungsspanne kann diese Unterschiede nicht abbilden.

Fenacos Massnahme trägt einem Liquiditätsproblem Rechnung, ohne zu behaupten, die gesamten wirtschaftlichen Kosten der Dürre zu beziffern. Für die Produzentinnen und Produzenten kann selbst ein bescheidener Beitrag unmittelbare Anschaffungen erleichtern. Die breitere finanzielle Lage hängt von den Erträgen, Marktpreisen, Versicherungsvereinbarungen und dem Wetter in den kommenden Monaten ab. Diese Faktoren fallen nicht unter das am 18. September angekündigte Hilfsprogramm.

Genossenschaften schliessen einen Teil der Unterstützungslücke

Die von Swissinfo genannten Ankündigungen privater Hilfen summieren sich auf mindestens 9,2 Millionen Franken. Fenacos Beitrag von 7,2 Millionen Franken folgt auf den Entscheid von Migros von Ende August, der Landwirtschaft 2 Millionen Franken zur Verfügung zu stellen.

Die beiden Initiativen zeigen, wie Lebensmittelunternehmen und Genossenschaften direkt reagieren, wenn das Wetter die Finanzen der Landwirtschaftsbetriebe belastet. Sie machen zugleich die Grenzen privater Hilfen deutlich. Die Zahlungen stammen von einzelnen Organisationen, folgen jeweils eigenen Regelungen und beziehen sich auf die aktuelle Dürreperiode. Sie schaffen keinen gemeinsamen nationalen Entschädigungsfonds.

Keine der Quellen beziffert, wie die privaten Beiträge im Verhältnis zum Wert der verlorenen Ernten, den zusätzlichen Futterkosten, der Bewässerung oder anderen dürrebedingten Ausgaben stehen. Ohne diese Angaben wäre es irreführend, die Zahlungen als vollständige Entschädigung zu bezeichnen. Ihre klarste Funktion ist die kurzfristige Unterstützung von Betrieben mit Liquiditätsengpässen.

Die Schweizer Landwirtschaft ist Teil einer Wertschöpfungskette, die Produzentinnen und Produzenten, Genossenschaften, Detailhandel und Konsumentinnen und Konsumenten verbindet. Wenn Wetterbelastungen die Betriebe schwächen, kann Unterstützung aus dieser Kette dazu beitragen, ihre Kaufkraft und Betriebsfähigkeit zu erhalten. Ob damit wiederkehrende klimabedingte Verluste aufgefangen werden können, ist eine andere Frage. Dafür wären anhaltende Investitionen in Anpassungsmassnahmen und klarere Informationen zu den Schäden auf Betriebsebene nötig. Beides geht aus Fenacos Ankündigung der Zahlung nicht hervor.

Die Hilfe verschafft Zeit, Anpassungsmassnahmen geben die Richtung vor

Die Zahlung von 7,2 Millionen Franken soll den unmittelbaren Druck lindern. Wie die Betriebe künftig mit Wetterextremen zurechtkommen, hängt jedoch von den Anpassungsmassnahmen ab. Swissinfo berichtete separat über Landwirtinnen und Landwirte, die Möglichkeiten erproben, Wasser zurückzuhalten und Futter für das Vieh zu sichern, während Dürre und Starkregen zunehmend wiederkehrende Probleme darstellen.

Fenacos Ankündigung enthält weder ein neues nationales Anpassungsprogramm noch einen Bewässerungsplan oder einen langfristigen Versicherungsmechanismus. Sie sieht einen einmaligen Beitrag über das genossenschaftliche Gewinnbeteiligungssystem vor. Die Zahlung ist für die Mitglieder konkret und rasch nachvollziehbar, lässt aber grössere Fragen offen: Wer kommt für Verluste auf, wenn sie wiederkehren? Wie investieren die Betriebe in die Wasserspeicherung? Und wie gehen die Produzentinnen und Produzenten mit Saisons um, in denen sich Trockenperioden und heftige Niederschläge abwechseln?

Diese Fragen betreffen nicht nur die Bilanzen der Landwirtschaftsbetriebe. Die Landwirtschaft versorgt die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten, unterstützt Unternehmen im ländlichen Raum und prägt die Landnutzung im ganzen Land. Wiederholte Produktionsausfälle könnten die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Betriebe und die Kosten für die Sicherung der Inlandversorgung beeinflussen. Die genannten Quellen beziffern diese Risiken allerdings nicht.

Vorerst stellt Fenaco rund 13'000 Mitgliedern Geld zur Verfügung. Als Nächstes wird sich zeigen, ob einmalige genossenschaftliche Hilfe mit praktischem Wassermanagement, Massnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit auf Betriebsebene und einem breiteren finanziellen Schutz verbunden werden kann, während sich die Schweizer Landwirtschaft auf ein schwankungsreicheres Klima einstellt.