Schweiz
Ausschuss des EU-Parlaments bringt Schweizer Vertragspaket voran
Ein Ausschuss des Europäischen Parlaments hat das Paket neuer Abkommen zwischen der Schweiz und der EU gutgeheissen und dem gesamten Parlament empfohlen, die Verträge anzunehmen. Die Abstimmung bringt den Ratifizierungsprozess für ein Abkommen voran, das die bilateralen Beziehungen stabilisieren und ausbauen soll.

Eine grosse Mehrheit in Brüssel hat das Vertragspaket Schweiz-EU der Ratifizierung nähergebracht. Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments hat die Abkommen am Donnerstag, 10. September, gutgeheissen und dem gesamten Parlament empfohlen, sie anzunehmen. Laut Swissinfo erledigte der Ausschuss das Geschäft innerhalb weniger Minuten und führte keine Diskussion.
Der Entscheid bringt das Paket verfahrensmässig deutlich voran, schliesst das Genehmigungsverfahren des Europäischen Parlaments jedoch nicht ab. Für die Abstimmung im Plenum wurde noch kein Datum bekannt gegeben. Auch das Schweizer Parlament muss die Abkommen in Bern beraten.
Zusammen mit den Verträgen genehmigte der Ausschuss eine begleitende Resolution. Darin wird die politische Begründung für die Annahme des Pakets dargelegt und dieses als «ausgehandelt und als ausgewogenes Ganzes abgeschlossen» bezeichnet. Die Formulierung signalisiert, dass die Parlamentarierinnen und Parlamentarier die Abkommen als zusammenhängende Vereinbarung und nicht als Sammlung einzelner Massnahmen betrachten.
Für die Schweiz hält die Abstimmung die wichtigste aussenpolitische Beziehung des Landes in den formellen Institutionen auf Kurs. Der nächste Schritt liegt beim gesamten Europäischen Parlament, während die Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier die Abkommen weiterhin prüfen.
Verträge treten in einen beidseitigen Ratifizierungsprozess ein
Die Empfehlung des Ausschusses folgt auf Verhandlungen, die die Schweiz und die Europäische Kommission 2024 abgeschlossen haben. Daraus ging eine neue Gruppe bilateraler Verträge hervor, die die bestehende Beziehung zwischen Bern und Brüssel stabilisieren und ausbauen soll.
Die Quelle führt die einzelnen Abkommen nicht auf und nennt keinen Zeitplan für die Umsetzung. Sie umreisst jedoch den allgemeinen Zweck des Pakets: Nach Abschluss der Verhandlungen soll es einen neuen Rahmen für die bilateralen Beziehungen schaffen und den Parlamenten beider Seiten vorgelegt werden.
Der doppelte Ratifizierungsprozess ist für das politische System der Schweiz von Bedeutung. Eine Zustimmung in Brüssel allein kann die Abkommen nicht in Kraft setzen. Das Schweizer Parlament muss das Paket in Bern prüfen, wo die Beziehungen des Landes zur EU seit Langem von Parteien, Wirtschaftsverbänden und kantonalen Interessen aufmerksam verfolgt werden. Auch das Europäische Parlament muss zunächst im Plenum abstimmen, bevor die EU ihre parlamentarische Prüfung abschliessen kann.
Der jüngste Ausschussentscheid ist daher ein Fortschritt, aber keine endgültige Zustimmung. Er enthält eine positive Empfehlung an das gesamte Parlament und ergänzt sie um eine formelle Resolution, die erläutert, warum der Ausschuss das Paket unterstützt. Der Zeitpunkt der nächsten Abstimmung im Europäischen Parlament ist weiterhin offen.
Ein «ausgewogenes Ganzes» wird geprüft
Die begleitende Resolution bezeichnet das Paket politisch als ausgewogenes Ganzes. Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten verwendete diese Formulierung bei der Genehmigung des Textes zur Unterstützung der Verträge. Damit begründet der Ausschuss seine Empfehlung an das gesamte Europäische Parlament, das Paket anzunehmen.
Die Formulierung wird für die bevorstehende Debatte wichtig sein, denn die Abkommen treten nun aus der Verhandlungsphase in die Prüfung ein. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden das Paket schliesslich im Plenum beurteilen. Die Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier werden es ihrerseits prüfen, wobei die föderale Struktur des Landes und die innenpolitischen Gegensätze die Diskussion in Bern prägen werden.
Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU haben sich über ein Netz bilateraler Abkommen und nicht über eine EU-Mitgliedschaft entwickelt. Laut der Quelle sollten die Verhandlungen von 2024 diese Beziehungen stabilisieren und ausbauen. Nun steht dem Paket die institutionelle Prüfung bevor, die auf jedes bedeutende internationale Abkommen folgt: Werden die gewählten Gremien auf beiden Seiten den ausgehandelten Bedingungen zustimmen?
Ein Datum für die Plenarabstimmung wurde nicht bekannt gegeben. Bis diese Abstimmung stattfindet, ist die Empfehlung des Ausschusses ein wichtiges Signal, aber noch kein endgültiger Entscheid. Dasselbe gilt für die Schweiz, wo die parlamentarische Prüfung weitergeht.
Die nächsten Abstimmungen werden den Kurs bestimmen
Die nächsten Etappen sind verfahrensmässiger Natur, doch ihr Ausgang wird den bilateralen Kurs der Schweiz gegenüber der EU prägen. Das Europäische Parlament muss ein Datum für die Plenarabstimmung festlegen, und das parlamentarische Verfahren in der Schweiz muss in Bern weitergehen. Mit seiner Zustimmung hat der Ausschuss eine Hürde aus dem Weg geräumt, die endgültigen Entscheide stehen jedoch noch bevor.
Für die Schweizer Bevölkerung, Unternehmen und Institutionen bedeutet dies vorerst weiterhin Ungewissheit darüber, wann der neue Rahmen in Kraft treten könnte. Die Quelle nennt weder ein Umsetzungsdatum noch Einzelheiten zu den politischen Bereichen des Pakets. Sie bestätigt jedoch die beabsichtigte Richtung: die Beziehungen zur Europäischen Union zu stabilisieren und auszubauen.
Der politische Prozess verläuft nun auf zwei Gleisen. In Brüssel liegt eine Empfehlung des Ausschusses zugunsten der Verträge vor. In Bern läuft das eigene Ratifizierungsverfahren der Schweiz, das darüber entscheiden wird, wie das Land mit der ausgehandelten Vereinbarung umgeht. Beide Prozesse müssen vorankommen, bevor die Abkommen die Beziehungen neu gestalten können.
Die Abstimmung im Ausschuss war kurz und eindeutig. In der nächsten Phase wird eine ausführlichere Debatte nötig sein. Solange das Europäische Parlament keinen Zeitplan für die Plenarabstimmung bekannt gibt und die Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentarier ihre Prüfung nicht abgeschlossen haben, bleibt das Vertragspaket ein ausgehandelter Vorschlag, der noch der Zustimmung harrt.