öffentliche Gesundheit
Früher Beginn der Zeckensaison in der Schweiz
Milde Wintertemperaturen führen zu einem frühen Beginn der Zeckensaison. Bereits sechs Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis wurden gemeldet, was die Besorgnis im Bereich der öffentlichen Gesundheit verstärkt.

Die Saison der durch Zecken übertragenen Krankheiten beginnt 2025 in der Schweiz ungewöhnlich früh. Das gibt landesweit Anlass zu erheblichen gesundheitlichen Bedenken. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat bereits sechs Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis gemeldet. So früh im Jahr wurden in den vergangenen zwölf Jahren noch nie Fälle verzeichnet.
Auswirkungen des Klimas und aktuelle Zahlen
Das frühe Auftreten von Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit Zecken steht in direktem Zusammenhang mit dem ungewöhnlich milden Winter in der Schweiz. Die Temperaturen lagen konstant 2 Grad über den langjährigen Durchschnittswerten. Wissenschaftliche Daten bestätigen, dass Zecken ab einer Temperatur von 7 Grad Celsius aktiv werden. Diese Bedingungen traten in diesem Jahr früher ein. Allein im Januar 2025 gab es 126 Fälle von Lyme-Borreliose, deutlich mehr als die 90 Fälle im Januar 2024. Das zeigt, wie unmittelbar wärmere Temperaturen die Krankheitsübertragung beeinflussen.
Gesundheitsrisiken und Prävention
Zwei durch Zecken übertragene Krankheiten bereiten den Schweizer Gesundheitsbehörden besonders Sorgen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Gegen FSME kann man sich durch eine Impfung schützen, bei Lyme-Borreliose sind sorgfältige Vorbeugung und eine frühzeitige Diagnose wichtig. Lyme-Borreliose wird durch Bakterien verursacht, die Willy Burgdorfer 1980 entdeckt hat. Typische Symptome sind eine charakteristische Hautrötung und grippeähnliche Beschwerden. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist entscheidend, um langfristige Komplikationen an Gelenken, Herz und Nervensystem zu verhindern.
Massnahmen des Schweizer Gesundheitswesens
Seit 2019 wird die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis in der Schweiz von der Grundversicherung übernommen und ist damit für alle Einwohnerinnen und Einwohner zugänglich. Die für fast die ganze Schweiz empfohlene Impfung ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Das Gesundheitssystem überwacht die Fallzahlen aufmerksam und richtet besonderes Augenmerk auf die Monate mit den meisten Infektionen, von April bis August.
Empfehlungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit
Die Schweizer Gesundheitsbehörden empfehlen dringend vorbeugende Massnahmen. Dazu gehören eine FSME-Impfung, wo sie angezeigt ist, regelmässige Körperkontrollen nach Aktivitäten im Freien und eine rasche ärztliche Konsultation beim Auftreten von Symptomen. Die Bevölkerung sollte insbesondere in den Monaten mit den meisten Infektionen, von April bis August, wachsam sein. Der frühe Saisonbeginn in diesem Jahr zeigt jedoch, dass das ganze Jahr über Aufmerksamkeit erforderlich ist. Wer Symptome feststellt, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, zumal eine frühzeitige Behandlung bei Lyme-Borreliose wichtig ist.