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Swiss Observer

Klimawandel bedroht Schweizer Buchenwälder, warnt WSL-Studie

Eine Bundesforschungsstudie zeigt, dass Buchen in Mitteleuropa stark zurückgehen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Schweizer Waldökosysteme.

Klimawandel bedroht Schweizer Buchenwälder, warnt WSL-Studie
AISWI swissinfo.ch

Eine bahnbrechende Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) liefert alarmierende Erkenntnisse über die Zukunft der Buchenwälder in der Schweiz und in Mitteleuropa. Die Forschung zeigt, dass diese charakteristischen Bäume, die einen wichtigen Teil des Schweizer Waldökosystems bilden, durch den Klimawandel stark bedroht sind. Diese umfassende Untersuchung bestätigt frühere Warnungen vor der Anfälligkeit der Buchen gegenüber veränderten Klimabedingungen.

Historischer Forschungskontext

Die aktuelle WSL-Studie baut auf widersprüchlichen Forschungsarbeiten aus den Jahren 2004 und 2005 auf, in denen zwei Teams zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen über die Zukunft der Buchenwälder kamen. Während eine Studie erhebliche Herausforderungen voraussagte, betonte die andere die Anpassungsfähigkeit der Art. Daten und Beobachtungen aus den folgenden zwanzig Jahren haben nun die pessimistischere Einschätzung bestätigt. Die verbesserte Qualität der heutigen Datenerhebung und Analysemethoden hat den Forschenden ein klareres Bild der Herausforderungen für diese wichtigen Waldökosysteme ermöglicht.

Auswirkungen des Klimawandels

Die Studie zeigt die verheerenden Auswirkungen der jüngsten extremen Wetterereignisse auf Buchenwälder. Besonders schwierig waren die Jahre 2018 bis 2023: Beispiellose Trockenheit verursachte massive, sichtbare Schäden an den Bäumen. Laut Arthur Gessler, Forscher bei der WSL, führt Trockenstress zu einem teilweisen Absterben der Baumkrone, was oft dazu führt, dass der Baum im folgenden Jahr abstirbt. Dieses Muster der Verschlechterung wurde in ganz Mitteleuropa beobachtet, wobei Schweizer Wälder besonders anfällig für diese veränderten Bedingungen sind.

Folgen für die Zukunft und Lösungsansätze

Die Forschung legt nahe, dass Buchenwälder auch bei einer deutlichen Senkung der CO2-Emissionen vor erheblichen Herausforderungen stehen werden. Um sich auf diese Zukunft vorzubereiten, empfehlen WSL-Forschende, hitze- und trockenheitstolerante Arten wie die Eiche in bestehende Bestände einzubringen. Sie betonen ausserdem, wie wichtig es ist, die Struktur- und Artenvielfalt sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Buchenpopulationen zu erhalten. Diese Anpassungsmassnahmen sind entscheidend, um die Schweizer Waldökosysteme und ihre wichtigen Umweltfunktionen zu bewahren. Die in der Allgemeine Forst- und Jagdzeitung veröffentlichten Erkenntnisse sind ein Aufruf zum Handeln für die Waldbewirtschaftung in der Schweiz und darüber hinaus.