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Swiss Observer

Chinesische Onlinehändler gewinnen Marktanteile in der Schweiz

Eine Studie zeigt, dass 52 % der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten inzwischen auf chinesischen Plattformen einkaufen. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: Die Nutzung ist in der Romandie und im Tessin stärker verbreitet.

Chinesische Onlinehändler gewinnen Marktanteile in der Schweiz
AISWI swissinfo.ch

Chinesische E-Commerce-Plattformen haben auf dem Schweizer Markt einen bemerkenswerten Durchbruch erzielt: 52 % der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten kauften 2024 mindestens einmal bei chinesischen Onlinehändlern ein. Temu hat sich als klarer Marktführer etabliert und erreicht 47 % der Schweizer Onlinekundinnen und -kunden. AliExpress und Shein folgen mit Marktanteilen von 20 % beziehungsweise 16 %. Diese bedeutende Marktdurchdringung stellt einen grundlegenden Wandel der Einkaufsgewohnheiten in der Schweiz dar und fordert traditionelle Einzelhandelsmodelle heraus.

Regionale Nutzungsmuster

Die Nutzung chinesischer E-Commerce-Plattformen unterscheidet sich deutlich von Region zu Region. In der Romandie kaufen 58 % der Konsumentinnen und Konsumenten auf solchen Plattformen ein, während das Tessin mit einer beeindruckenden Nutzungsrate von 69 % an der Spitze liegt. In der Deutschschweiz ist die Nutzung mit rund 50 % moderater. Diese regionalen Unterschiede spiegeln verschiedene Einstellungen und Einkaufspräferenzen in den vielfältigen Sprachregionen der Schweiz wider.

Konsumverhalten und Präferenzen

Die Preissensibilität erweist sich als wichtigster Grund für die Nutzung chinesischer E-Commerce-Angebote: 71 % der Konsumentinnen und Konsumenten nennen tiefe Preise als Hauptmotivation. Die Studie zeigt höhere Nutzungsraten bei einkommensschwächeren Gruppen: 60 % der Personen mit einem Monatseinkommen von weniger als CHF 4'000 kaufen auf chinesischen Plattformen ein. Die Kundenzufriedenheit bleibt ausgesprochen hoch: 72 % der Käuferinnen und Käufer sind mit ihren Einkäufen zufrieden. Frauen nutzen diese Plattformen etwas häufiger als Männer, was auf geschlechtsspezifische Einkaufspräferenzen hindeutet.

Auswirkungen auf den Schweizer Detailhandel

Der Aufstieg chinesischer E-Commerce-Plattformen setzt Schweizer Einzelhändler erheblich unter Wettbewerbsdruck. Temu hat sich mit einem Marktanteil von 18 % an die Spitze gesetzt, dicht gefolgt vom Schweizer Anbieter Digitec Galaxus (17 %) und Zalando (15 %). Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass chinesische Plattformen zwar bei der Anzahl der Transaktionen dominieren, höherpreisige Einkäufe aber weiterhin die Domäne der Schweizer Anbieter bleiben. Diese Entwicklung verändert die Einzelhandelslandschaft und zwingt Schweizer Händler, ihre Strategien anzupassen, während sie ihre Stärke im Premiumsegment bewahren.