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Swiss Observer

Audrey Werro krönt ungeschlagene Saison mit Sieg bei der Ultimate Championship

Die Schweizer 800-Meter-Läuferin Audrey Werro gewann in Budapest die erste Ultimate Championship in 1:55.88 und besiegte damit die Olympiasiegerin Keely Hodgkinson. Der Sieg verlängerte ihre ungeschlagene Freiluftsaison und bescherte ihr den zehnten 800-Meter-Sieg in Folge.

Audrey Werro krönt ungeschlagene Saison mit Sieg bei der Ultimate Championship
AISWI swissinfo.ch

Audrey Werro beendete die Freiluftsaison ungeschlagen und ergänzte ein Jahr voller bedeutender Siege und Rekorde um den Titel der ersten Ultimate Championship. Die 22-Jährige aus Freiburg überquerte am Samstag in Budapest die Ziellinie in 1:55.88, deutlich vor der britischen Olympiasiegerin Keely Hodgkinson, die 1:56.26 lief. Die Niederländerin Femke Bol wurde in 1:56.74 Dritte.

Damit feierte Werro ihren zehnten 800-Meter-Sieg in Folge und sicherte sich das höchste Preisgeld ihrer Saison: 150'000 US-Dollar, umgerechnet rund 122'000 CHF. Zugleich setzte sie einen entscheidenden Schlusspunkt unter eine Saison, die sie zu einer der führenden Schweizer Leichtathletinnen gemacht hat.

World Athletics schuf die Ultimate Championship als Saisonfinale und brachte dafür führende Athletinnen und Athleten in Budapest zu einem hochdotierten Meeting zusammen. Werro ging mit viel Schwung ins Rennen, den sie sich im Sommer mit Siegen in Lausanne, Zürich, im Diamond-League-Final in Brüssel und an den Europameisterschaften in Birmingham erarbeitet hatte.

Ihre Leistung in Budapest erreichte zwar nicht das aussergewöhnliche Tempo ihrer persönlichen Bestzeit in Zürich, brachte aber auf der letzten Bühne der Saison das wichtigste Resultat. Werro kontrollierte das Rennen gegen ein Feld, angeführt von einer Olympiasiegerin, und beendete das Jahr ohne Niederlage im Freien.

Eine Saison voller Tempo und Konstanz

Werros Zeit von 1:55.88 reichte, um sich um 0,38 Sekunden von Hodgkinson abzusetzen, ein knapper Vorsprung über 800 Meter, aber ein klares Statement in einem Finale mit international hochkarätiger Besetzung. Hodgkinson, die britische Olympiasiegerin, wurde Zweite. Bol belegte mit einer Zeit von 1:56.74 den dritten Platz.

Das Rennen in Budapest war ein weiterer hochkarätiger Sieg in Werros Bilanz für 2026. Zuvor hatte sie in Lausanne und Zürich gewonnen und ihre Form anschliessend ins Finale der Diamond League in Brüssel und an die Europameisterschaften in Birmingham mitgenommen. Damit kam sie auf zehn Siege in Folge über zwei Stadionrunden.

Die Resultate der Schweizer Läuferin zeigen auch die Bandbreite ihrer Saison. Ihre Zeit in Budapest war schnell genug, um ein bedeutendes Meisterschaftsfinale zu gewinnen, während ihre 1:53.70 in Zürich ein noch höheres Tempo bewies. Diese Leistung wurde zur persönlichen Bestzeit und brachte sie bis auf 0,42 Sekunden an den Weltrekord von 1:53.28 heran, den die Tschechoslowakin Jarmila Kratochvilova 1983 aufgestellt hatte.

Werro stellte im Verlauf der Saison auch mehrere Meetingrekorde auf. Diese Bestmarken spiegeln die Konstanz hinter ihrer Siegesserie wider: Sie meisterte wiederholt unterschiedliche Austragungsorte, Teilnehmerfelder und Rennsituationen und behauptete sich zugleich an der Spitze des europäischen 800-Meter-Laufs.

Die Zürcher Bestzeit setzt den Massstab

Die persönliche Bestzeit von 1:53.70 in Zürich bleibt der deutlichste Beleg für Werros Leistungsvermögen. Damit lag sie nur 42 Hundertstelsekunden hinter Kratochvilovas seit Langem bestehendem Weltrekord, der seit 1983 Bestand hat. Werros Sieg in Budapest zeigte zugleich, dass ihre Saison nicht auf einer einzigen aussergewöhnlichen Nacht beruhte.

Über 800 Meter ist eine schwierige Balance zwischen Tempo und Kontrolle gefragt. Die Athletinnen müssen zwei Runden mit nahezu Sprintintensität absolvieren und gleichzeitig den taktischen Druck in einem dicht besetzten Feld bewältigen. Zehn Rennen in Folge zu gewinnen, erfordert mehr als eine einmalige Höchstleistung. Es braucht eine wiederholbare Vorbereitung und die Fähigkeit, auf Tempowechsel der Konkurrentinnen zu reagieren.

Werros Siege in Lausanne, Zürich, Brüssel und Birmingham verschafften ihr vor dem Finale in Budapest eine starke Wettkampfgrundlage. Die Meetingrekorde und die persönliche Bestzeit in der Saisonbilanz deuten auf anhaltenden Fortschritt statt auf ein einzelnes, isoliertes Resultat hin.

Ihre Leistung stärkt auch die Präsenz der Schweiz in der internationalen Leichtathletik. Das Land hat eine wachsende Gruppe erfolgreicher Läuferinnen und Läufer hervorgebracht, und Werros Durchbruchsjahr gibt den Schweizer Fans eine Spezialistin, die sie in einer der umkämpftesten Disziplinen des Sports verfolgen können. Ihre Wurzeln in Freiburg schaffen eine klare regionale Verbindung zu einer Saison, die sich quer durch Europa abspielte, von Schweizer Stadtmeetings über Meisterschaftsstätten bis in die ungarische Hauptstadt.

Der Sieg in Budapest erhöht die Erwartungen an die Schweiz

Der Sieg in Budapest war rund 122'000 CHF wert und bescherte Werro am Ende ihrer stärksten Freiluftsaison eine beträchtliche finanzielle Belohnung. Das ausgewiesene Preisgeld von 150'000 US-Dollar unterstreicht die wachsende Bedeutung der Ultimate Championship als Ziel für Athletinnen und Athleten, die während der Saison auf der globalen Wettkampfserie angetreten sind.

Für die Schweizer Leichtathletik geht der Wert des Resultats über das Preisgeld hinaus. Werro hat nun bei bedeutenden Meetings im In- und Ausland gewonnen, darunter das Finale der Diamond League in Brüssel und die Europameisterschaften in Birmingham. Ihre Erfolgsserie beschert dem Land eine weitere prominente internationale Athletin, während die Schweizer Leichtathletik weiterhin ein breites Medaillenprofil aufbaut.

Der Sieg lässt auch die Erwartungen an Werros nächste Saison steigen. Die Konkurrentinnen haben nun ein ganzes Jahr voller Resultate zu analysieren, darunter ihr offensives Tempo in Zürich und ihre Fähigkeit, in Budapest ein Meisterschaftsfinale zu gewinnen. Hodgkinsons Präsenz im Feld zeigte, an welchem Niveau sich Werro weiterhin messen muss, während Bols dritter Platz die Stärke der Konkurrenz verdeutlichte.

Mit dem Resultat aus Budapest wurde kein weiterer Wettkampfplan bekannt gegeben. Vorläufig kann Werro die Freiluftsaison mit einer ungewöhnlich makellosen Bilanz abschliessen: ungeschlagen, zehn Siege in Folge, eine persönliche Bestzeit nahe am Weltrekord und eine Trophäe aus der ersten Ultimate Championship.