Kultur
Art Basel 2025 startet mit Rekordverkäufen
Die führende Kunstmesse meldet am Eröffnungstag mehrere Verkäufe im Millionenbereich. Ein Gemälde von Hockney erzielt bis zu 17 Millionen Dollar und signalisiert einen starken Schweizer Kunstmarkt.

Die Art Basel 2025 ist mit Vollgas gestartet und hat Wirtschaftsskeptiker mit einer überwältigenden Demonstration von Wohlstand und Zuversicht verstummen lassen. Bereits am ersten Preview-Tag klingelten die Kassen ohrenbetäubend laut, angeführt von einem riesigen Verkauf, der den Ton für die ganze Woche angibt. Ein Meisterwerk aus dem Jahr 2006 des britischen Künstlers David Hockney, Mid November Tunnel, erzielte einen Preis zwischen 13 und 17 Millionen Dollar (10,6 bis 14 Millionen Franken) und wurde damit auf Anhieb zum Glanzstück der Messe.
Das Werk wurde von der Londoner Galerie Annely Juda Fine Art angeboten und von einem privaten Sammler erworben. Dies signalisiert, dass die Nachfrage nach Kunst als erstklassiger Anlage weiterhin enorm ist. Das ist nicht einfach eine Transaktion, sondern ein Statement. Während andere globale Märkte mit Volatilität zu kämpfen haben, bewegt sich die Spitze der Kunstwelt, die hier in Basel verankert ist, in einer eigenen Realität. Die schiere Geschwindigkeit dieses Geschäfts im zweistelligen Millionenbereich unterstreicht eine entscheidende Tatsache: Wenn sich die Türen am Messeplatz öffnen, ist die Weltelite bereit, Geld auszugeben, und sie gibt viel aus.
Hauser & Wirth aus Zürich dominiert auf heimischem Boden
Die Zürcher Grossmacht Hauser & Wirth hat auf heimischem Boden eine Meisterleistung in Sachen Marktdominanz vollbracht. Die Galerie nahm nicht einfach teil, sondern eroberte die Messehalle und meldete allein am ersten Tag sieben separate Verkäufe von jeweils über einer Million Dollar. Diese Leistung festigt ihren Status als einer der unbestrittenen Schwergewichte der Schweizer und internationalen Kunstszene.
Das Verkaufsbuch der Galerie liest sich wie die Wunschliste eines Kurators. Zwei Gemälde von Mark Bradford fanden für je 3,5 Millionen Dollar rasch Käuferinnen und Käufer, während George Condos psychologische Porträts insgesamt 4,9 Millionen Dollar einbrachten. Zwei Werke wurden für je 2,45 Millionen Dollar verkauft. Auch im Bereich Skulptur gab es rege Verkäufe: Ein Werk von Louise Bourgeois erzielte eine Million Dollar. Der durchschlagende Erfolg von Hauser & Wirth zeigt, dass Schweizer Galerien trotz des globalen Wettbewerbs weiterhin einen beträchtlichen Vorsprung haben, wenn es darum geht, erstklassige Werke mit finanzkräftigen Käufern zusammenzubringen.
Internationale Schwergewichte zeigen ihre Finanzkraft
Auf der anderen Seite der Messe fahren die New Yorker Grossgalerien ihre finanziellen Muskeln mit ebenso grosser Entschlossenheit spielen. Die David Zwirner Gallery, seit Jahren ein Titan der Branche, orchestrierte den Verkauf einer Skulptur von Ruth Asawa für atemberaubende 9,5 Millionen Dollar. Asawa, die 2013 starb, hat einen erheblichen Wertzuwachs auf dem Kunstmarkt erlebt. Dieser Verkauf stellt eine wichtige Messlatte für ihren Nachlass dar.
Doch Zwirner hatte noch nicht genug. Die Galerie schloss auch einen Verkauf eines Werks des deutschen bildenden Künstlers Gerhard Richter für 6,8 Millionen Dollar ab. Diese Transaktionen verdeutlichen die Zweiteilung des Marktes: Während Werke im mittleren Preissegment länger liegen bleiben können, ist die Nachfrage nach bewährten historischen Meisterwerken unersättlich. Dass Sammler bereit sind, am Eröffnungsnachmittag fast 10 Millionen Dollar für eine einzelne Skulptur auszugeben, beweist, dass die Liquidität an der Spitze der Pyramide nicht nur vorhanden ist, sondern überquillt.
Baselitz-Fieber: ein Markt im Bann des Künstlers
Wenn dieses Jahr ein Name in aller Munde ist, dann ist es Georg Baselitz. Der deutsche Neoexpressionist erlebt derzeit einen Nachfrageboom, der an Besessenheit grenzt. Sammler bemühen sich fieberhaft um seine Werke, was an den Ständen mehrerer Galerien einen regelrechten Ansturm ausgelöst hat. Die Salzburger Galerie Thaddaeus Ropac nutzte diese Nachfrage und verkaufte zwei Werke von Baselitz für 1,8 Millionen beziehungsweise 1,2 Millionen Dollar.
Unterdessen schloss sich auch die Londoner Galerie White Cube dem Ansturm an und erzielte 2,2 Millionen Euro für ein weiteres Gemälde von Baselitz. Dieses breit angelegte Kaufverhalten deutet auf ein gemeinsames Vertrauen in den langfristigen Wert des Künstlers hin. Wenn mehrere grosse Galerien gleichzeitig bedeutende Bestände desselben Künstlers verkaufen, signalisiert das einen robusten und gesunden Marktkonsens. Baselitz besteht nicht einfach den Test der Zeit, sondern erlebt 2025 eine Blütezeit.
Die Schweiz bleibt das globale Zentrum der Kunstwelt
Wenn sich der Staub nach einem hektischen Eröffnungstag legt, steht eine Wahrheit ausser Frage: Die Schweiz bleibt das pulsierende Herz der globalen Kunstwirtschaft. Die schiere Zahl der Transaktionen im Millionenbereich, von Hockneys Spitzenpreis von 17 Millionen Dollar bis zur Verkaufsserie bei Hauser & Wirth, zeigt eine Widerstandsfähigkeit, um die andere Branchen die Schweiz nur beneiden können. Die Art Basel ist mehr als eine Handelsmesse: Sie ist ein Gradmesser für die Gesundheit des Ultraluxusmarktes.
Für die Schweizer Wirtschaft ist dieser Zustrom an internationalem Kapital und Prestige von unschätzbarem Wert. Die Messe stärkt Basels Ruf nicht nur als Kulturstandort, sondern auch als bedeutender Finanzplatz, an dem sich die reichsten Menschen der Welt bei Geschäften wohlfühlen. Bis zum Ende der Messe sind noch einige Tage Zeit, und die Dynamik zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung. Wenn der erste Tag ein Hinweis ist, wird 2025 als herausragendes Jahr für den Schweizer Kunstmarkt in die Geschichte eingehen.