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Swiss Observer

Schweiz wappnet sich gegen heftige Kältewelle mit Schnee und gefrierendem Regen

Eine heftige Kältewelle hält die Schweiz im Griff und bringt eisige Temperaturen, gefrierenden Regen und Schnee. Dieser Bericht fasst die neuesten Wetterprognosen von MeteoSchweiz, die offiziellen Warnungen und die erwarteten Auswirkungen auf den Verkehr und den Alltag zusammen.

Schweiz wappnet sich gegen heftige Kältewelle mit Schnee und gefrierendem Regen
AIThe Local Switzerland

Die Schweiz steckt derzeit in einem heftigen meteorologischen Klammergriff: Die erste Woche des Jahres 2026 bringt eine extreme Kältewelle, die keine Gnade kennt. Vom Flachland bis zu den höchsten Gipfeln bibbert das Land bei Temperaturen unter null, die Städte in Eiskammern verwandelt haben. In der Hauptstadt Bern ist das Quecksilber auf klirrende -11C gefallen, während auf der Dufourspitze im Wallis eisige -32C gemessen werden, der tiefste Wert im Land.

Das ist nicht bloss ein saisonaler Kälteeinbruch, sondern ein bedeutendes Wetterereignis. Zwar war es in den vergangenen Tagen sonnig, doch das täuscht über die bissige Kälte am Boden hinweg. Zürich und Basel kämpfen mit Tiefstwerten von -7C, und selbst im normalerweise milderen Lausanne herrschen frostige -5C. Der offizielle Wetterdienst MeteoSchweiz bestätigt, dass dieser «bitterkalte» Jahresbeginn nahezu alle Kantone betrifft. Die Bevölkerung ist aufgerufen, sich warm anzuziehen, denn die Kältewelle schlägt mit voller Wucht zu. Sie dürfte anhalten und sich noch verschärfen, bevor eine Entspannung eintritt.

Gefährliche Strassen und gefrierender Regen

Autofahrerinnen und Autofahrer aufgepasst: Die Gefahr auf den Schweizer Strassen nimmt rasch zu. Der Meteorologe Peter Wick hat eine eindringliche Warnung an Pendlerinnen und Pendler gerichtet. Die Kombination aus gefrorenem Boden und kommenden Niederschlägen werde gefährliche Verhältnisse schaffen. «Da der Boden gefroren ist, kann sich der Schnee auf ungesalzenen Strassen bereits ansammeln», warnt Wick. Schon wenige Zentimeter Schnee würden zu gefährlich rutschigen Strassen führen.

Am Donnerstagabend dürfte sich die Lage weiter verschlechtern. Die Prognosen sagen gefrierenden Regen voraus, den Albtraum aller Autofahrerinnen und Autofahrer. Diese unsichtbare Gefahr bildet beim Auftreffen auf den eiskalten Asphalt sofort Glatteis. Auch wenn der Schneefall im Flachland zunächst gering erscheinen mag, sind die Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit erheblich. Die Behörden raten zu äusserster Vorsicht, insbesondere auf ungesalzenen Strecken, wo praktisch keine Haftung besteht. Die Botschaft ist klar: Wer unbedingt fahren muss, sollte mit gefährlichen Verhältnissen rechnen und sich auf das Schlimmste einstellen.

Bahnnetz im Kampf gegen die extreme Kälte

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) kämpfen mit allen Mitteln gegen die Elemente, damit das Land in Bewegung bleibt. In einer gross angelegten logistischen Operation hat die SBB 7'500 Weichenheizungen in ihrem weitläufigen Netz in Betrieb genommen. Sie laufen auf Hochtouren, um zu verhindern, dass die Weichen bei den arktischen Temperaturen einfrieren. Trotz dieser enormen Anstrengungen müssen sich Pendlerinnen und Pendler angesichts der extremen Kälte auf Beeinträchtigungen einstellen.

«Störungen wie Verspätungen und sogar Ausfälle lassen sich nicht ausschliessen», räumt SBB-Sprecherin Carmen Hefti ein. Die Infrastruktur wird bis an ihre äussersten Grenzen beansprucht. Die Heizungen laufen im Dauereinsatz, doch die anhaltende Kälte legt die Anfälligkeit selbst des effizientesten Bahnnetzes der Welt offen. Reisenden wird dringend empfohlen, die Fahrpläne unmittelbar vor der Abfahrt zu prüfen, während der Kampf zwischen Schweizer Ingenieurskunst und der Natur auf den Schienen weitergeht.

Extreme Kälte in den Alpen

Während die Städte bibbern, herrscht in den Bergen eine Kälte von historischem Ausmass. Auf über 2'000 Metern ist die Kälte äusserst heftig. Skifahrerinnen und Skifahrer, die sich auf die Pisten wagen, müssen mit Durchschnittstemperaturen von -13C rechnen. An exponierten Stellen beisst der Windchill noch stärker. In St. Moritz im Kanton Graubünden wurden eisige -24C gemessen. Wer sich ins Freie wagt, muss diese Temperatur ernst nehmen und sich entsprechend vorbereiten.

Die Kältewelle beschränkt sich nicht auf die Schweiz, sondern ist Teil eines gefährlichen Wettersystems, das auf dem ganzen Kontinent verheerende Schäden anrichtet. Europa ist schwer betroffen: Sechs wetterbedingte Todesfälle sind bestätigt, und Verkehrschaos legt wichtige Verkehrsknotenpunkte wie Schiphol und Paris lahm. Für die Schweizer Alpen ist die extreme Kälte jedoch ein Vorbote heftiger Niederschläge. Die gefrorenen Berge sind bereit für die Feuchtigkeit, die diese eisigen Temperaturen in grosse Schneemengen verwandeln wird.

Aussichten fürs Wochenende: der weisse Sonntag

Der eisige Griff dieser Woche ist nur der Auftakt zu einem dramatischen Wochenende. Nach einem kurzen, trügerischen Temperaturanstieg am Freitag auf 4 bis 7C fällt das Quecksilber in der Nacht auf Samstag erneut stark. Damit ist der Weg frei für kräftigen Schneefall. MeteoSchweiz prognostiziert, dass ein «grosses Tiefdruckgebiet» über Nord- und Mitteleuropa zieht und eine westliche Strömung Schnee über das Schweizer Mittelland bringt.

Bis Sonntagmittag sollten sich die Bewohnerinnen und Bewohner oberhalb von 500 bis 600 Metern auf beträchtliche 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee einstellen. Dieser «weisse Sonntag» dürfte Reisepläne durcheinanderbringen, bietet aber ein malerisches Ende einer harten Woche. Mit sinkender Schneefallgrenze geht das Land von trockener, bissiger Kälte in eine klassische Winterlandschaft über, wenn auch in eine chaotische. Die Schweiz bleibt in höchster Alarmbereitschaft: Das Wetter ist wechselhaft, gefährlich und noch lange nicht vorbei.