Wirtschaft
Schweizerische Post stellt mit 7,5 Millionen Black-Friday-Paketen neuen Rekord auf
Die Schweizerische Post bewältigt während der Black-Friday-Zeit eine beispiellose Zahl von 7,5 Millionen Paketen und setzt 14’500 Zustellmitarbeitende ein

In nur neun Tagen strömten unglaubliche 7,5 Millionen Pakete durch das Netzwerk der Schweizerischen Post und übertrafen damit bisherige logistische Richtwerte bei Weitem. Vom 25. November bis zum 3. Dezember sah sich der nationale Postdienst einer regelrechten Kartonlawine gegenüber, ausgelöst durch die ungebrochene Konsumnachfrage am Black Friday und Cyber Monday. Das war nicht einfach eine geschäftige Woche, sondern ein historischer Anstieg. Die Schweizerische Post bestätigte am Freitag, dass dieses Volumen einen beispiellosen Rekord darstellt und die Zahlen des Vorjahres um massive 500’000 Pakete übertrifft.
Die enorme Dichte dieses Paketaufkommens ist ein Zeichen für einen dramatischen Wandel im Schweizer Einkaufsverhalten, denn der Onlinehandel gewinnt in der Wirtschaft immer mehr an Bedeutung. Während die Geschäfte in den Innenstädten Schwankungen unterliegen mögen, boomt der digitale Marktplatz. Der Logistikriese hat diese erste Welle erfolgreich bewältigt, doch die Zahlen zeichnen das Bild eines Systems, das mit maximaler Geschwindigkeit arbeitet. Dass drei Viertel einer Million Pakete mehr als im Vorjahr verarbeitet wurden, zeigt, dass die Begeisterung für rabattgetriebenen Konsum in der Schweiz nicht nur wächst, sondern rasant zunimmt.
Die gelbe Armee wird mobilisiert
Um der logistischen Flut Herr zu werden, hat die Schweizerische Post ein riesiges Personalaufgebot mobilisiert, das mit der Bevölkerung einer Kleinstadt vergleichbar ist. Derzeit stehen über 19’000 Mitarbeitende im Einsatz und sorgen dafür, dass der Warenfluss nicht ins Stocken gerät. Dazu gehören 14’500 Zustellmitarbeitende, die täglich auf den Strassen unterwegs sind und bei winterlichen Bedingungen sowie engen Zeitplänen den Rückstand abarbeiten. Innerhalb dieser Gruppe sind 3’400 Mitarbeitende ausschliesslich für die Paketzustellung zuständig. Diese spezialisierte Einheit bringt Pakete von den Depots bis an die Haustüren.
Hinter den Kulissen herrscht in den Sortierzentren emsige Betriebsamkeit. Dort sorgen 4’500 Mitarbeitende dafür, dass jede Sendung richtig weitergeleitet wird. Im Bewusstsein, wie entscheidend diese Zeit ist, hat die Schweizerische Post ihre Belegschaft deutlich verstärkt. Das Unternehmen hat rund 500 zusätzliche temporäre Mitarbeitende eingestellt, um das Stammpersonal zu unterstützen. Es ist ein Einsatz, bei dem alle mitanpacken müssen und menschliche Belastbarkeit ebenso wichtig ist wie logistische Software.
Die Infrastruktur wird bis an die Grenze belastet
Die Schweizer Logistik läuft derzeit auf Hochtouren. Die Schweizerische Post hat drastische Massnahmen ergriffen, um ihre Infrastruktur bis an die Kapazitätsgrenze auszuschöpfen. In den drei grössten Paketzentren, dem Herzstück des nationalen Verteilnetzes, laufen die Förderbänder nun 22 Stunden am Tag, statt wie üblich 18. Die Maschinen stehen kaum still und werden nur für kurze Wartungsarbeiten angehalten, bevor die nächste Sortierwelle beginnt.
Die Betriebsabläufe wurden vollständig überarbeitet, um der grossen Nachfrage gerecht zu werden. Die Postmitarbeitenden führen nun über 350 zusätzliche Zustelltouren durch und erweitern so ihre Reichweite und Häufigkeit, um Engpässe zu verhindern. Zudem wurde die traditionelle Arbeitswoche ausgeweitet: Sendungen werden nun auch samstags intensiv sortiert. So entfällt die Wochenendpause, die sonst am Montag zu einem massiven Rückstau führen könnte. Das sind keine geringfügigen Anpassungen, sondern Notfallmassnahmen, die sicherstellen sollen, dass die Schweizer Wirtschaft während der intensivsten Geschäftszeit des Jahres in Bewegung bleibt.
Das Rennen bis Weihnachten
Der Ansturm am Black Friday ist zwar vorbei, doch das Ziel ist noch in weiter Ferne. Die Schweizerische Post hat eine klare Ansage gemacht: Die «Pakethochsaison» ist längst nicht vorbei, sie dauert bis Weihnachten an. Die rekordverdächtigen 7,5 Millionen Pakete waren lediglich der Auftakt zu einem einmonatigen logistischen Kraftakt. Während die Konsumentinnen und Konsumenten vom Einkaufen für sich selbst zu den Weihnachtseinkäufen übergehen, bleibt das Netzwerk stark gefordert.
Die Schweizerische Post zeigt sich jedoch zuversichtlich und betont, dass zahlreiche Massnahmen getroffen wurden, damit jedes Geschenk rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum landet. Doch angesichts der bereits gebrochenen Rekorde ist der Spielraum für Fehler äusserst gering. Das Unternehmen setzt darauf, die letzte Etappe dank längerer Betriebszeiten, zusätzlichem Personal und 22-stündigen Maschinenzyklen zu bewältigen. Für die Schweizer Bevölkerung ist die Botschaft klar: Der gelbe Riese arbeitet Überstunden, doch das enorme Volumen der diesjährigen Festtagssaison bringt die nationale Logistik stärker denn je an ihre Grenzen.