Kultur
Barryland: Neuer Bernhardiner-Themenpark in Martigny eröffnet
Die Schweizer Präsidentin eröffnet einen interaktiven Themenpark, der die berühmten Bernhardiner der Schweiz feiert und moderne Einrichtungen sowie Live-Vorführungen bietet.

Die nationale Identität der Schweiz hat sich in Martigny einen mächtigen physischen Stützpunkt gesichert. Am Donnerstag durchschnitt die Schweizer Präsidentin Karin Keller-Sutter nicht einfach ein Band, sie weihte ein Heiligtum für eines der stärksten Symbole des Landes ein. Die offizielle Eröffnung des neuen Themenparks Barryland markiert einen entscheidenden Moment für das Schweizer Kulturerbe. Der Bernhardiner wird damit von einer historischen Randnotiz zu einem lebendigen Kulturbotschafter. Der Park empfängt zwar bereits seit Ende Juni still und leise Besucherinnen und Besucher, doch die Ankunft der Präsidentin signalisiert die volle Unterstützung des Staates für dieses ambitionierte Projekt.
«Die Bernhardiner sind Symbole unseres Landes, genau wie Käse, Schokolade und Gold», erklärte Keller-Sutter mit unverkennbarem Stolz. Das ist keine Übertreibung, sondern eine Tatsachenfeststellung. Der Bernhardiner ist tief in der Welt der Alpen verwurzelt und steht für Rettung, Widerstandskraft und Schweizer Zuverlässigkeit. Indem die Präsidentin diese Hunde auf dieselbe Stufe wie die finanziellen und kulinarischen Grössen des Landes stellte, unterstrich sie, wie wichtig es ist, dieses lebendige Erbe zu bewahren. Das neue Barryland ist nicht bloss eine Touristenattraktion, sondern eine Festung der Schweizer Kultur, die über das Erbe des Grossen St. Bernhard wacht.
Eine Legende modernisieren
Die Barry-Stiftung hat das verstaubte, statische Museumskonzept der Vergangenheit hinter sich gelassen. An dessen Stelle steht eine beeindruckende, 2'400 Quadratmeter grosse, hochmoderne und interaktive Fläche, die ein modernes internationales Publikum ansprechen soll. Dies ist ein tiefgreifender Wandel: Alte historische Ausstellungen werden durch ein lebendiges, pulsierendes Umfeld ersetzt. Der Umfang der Erweiterung zeigt, dass erheblich in die Zukunft des Tourismus im Wallis investiert wird.
Die gemeinnützige Barry-Stiftung hat ihre Vision, Tradition und Moderne zu verbinden, erfolgreich umgesetzt. Die Einrichtung wird als «modern, hell und interaktiv» beschrieben. Das ist eine notwendige Weiterentwicklung, um die Aufmerksamkeit digital geprägter Generationen zu gewinnen. Indem Barryland nicht mehr auf passives Zuschauen, sondern auf aktives Erleben setzt, sorgt der Park dafür, dass die Legende des Bernhardiners relevant bleibt. Die Einrichtung wurde nicht nur geschaffen, um Geschichte zu beherbergen, sondern um sie erlebbar zu machen. Die grosszügige Anlage ermöglicht einen Besucherfluss, der dem wachsenden Interesse an authentischen Schweizer Erlebnissen gerecht wird. Sie beweist, dass der Kulturtourismus keineswegs stillsteht, sondern sich weiterentwickelt und wächst.
Patronat der Bundespräsidentin
Diese Eröffnung war persönlich. Die Verbindung von Bundespräsidentin Keller-Sutter zur Rasse geht weit über ihre repräsentativen Pflichten hinaus: Sie ist die Patin von Zeus, einem fünfjährigen Bernhardiner, der 2020 geboren wurde. Diese besondere Verbundenheit verleiht der politischen Führung eine menschliche Seite und zeigt die tiefe kulturelle Zuneigung zu diesen Tieren. «Zeus kam mich in Bern zweimal besuchen, auch als ich zur Bundespräsidentin gewählt wurde», verriet sie nach einer privaten, 30-minütigen Führung über das Gelände.
Das Bild eines riesigen Bernhardiners, der den Bundesratspalast in Bern besucht, erinnert eindrücklich an den Stellenwert des Hundes in der Schweizer Gesellschaft. Es schlägt eine Brücke zwischen den rauen Alpentälern und den Machtzentren. Keller-Sutters aktive Unterstützung, die sich über fünf Jahre erstreckt, verleiht dem Anliegen des Parks eine Glaubwürdigkeit, die man nicht kaufen kann. Ihre Anwesenheit bei der Eröffnung würdigt die Arbeit der Barry-Stiftung und signalisiert der Welt, dass das Wohl und die Würdigung dieser Tiere eine Frage des nationalen Stolzes sind.
Interaktives alpines Erlebnis
Wer Martigny besucht, ist nicht länger bloss Zuschauerin oder Zuschauer, sondern Teil der alpinen Welt. Bei der Gestaltung des neuen Parks steht die «natürliche Umgebung» im Vordergrund. So können die Gäste den Alltag der Bernhardiner hautnah erleben. Das ist eine wichtige Abkehr von der einfachen Ausstellung hin zu einem Bildungserlebnis, das alle Sinne anspricht. Die Gäste können beobachten, wie die Hunde gepflegt werden, und erhalten damit einen beispiellosen Einblick in die täglichen Abläufe, die diese athletischen Riesen in Bestform halten.
Der Fokus auf Live-Vorführungen und Pflegeroutinen macht die Rasse verständlicher und zeigt die Tiere nicht nur als knuddelige Maskottchen, sondern als Arbeitstiere mit besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Diese Transparenz ist für die Aufklärung zum Tierschutz entscheidend. Wer die Hunde in einer Umgebung beobachtet, die ihrem historischen Lebensraum nachempfunden ist, erkennt die wahre Grösse und Kraft der Rasse. Barryland hat erfolgreich eine dynamische Arena geschaffen, in der die Geschichte des Grossen St. Bernhard täglich nachgestellt wird. So lebt das Vermächtnis Barrys, des legendären Retters, durch Taten weiter und nicht bloss durch Statuen.