digitale Dienste
Zürich ist Vorreiter bei der digitalen Polizeiarbeit mit virtueller Polizeiwache
Nach einem erfolgreichen Test mit 2’000 Nutzerinnen und Nutzern sowie 1’750 Meldungen führt der Kanton Zürich dauerhaft eine Online-Polizeiwache ein und revolutioniert damit die Dienste für die öffentliche Sicherheit.

Zürich hat die traditionellen Vorstellungen von Polizeiarbeit offiziell aufgebrochen. Seit Juli 2025 hat der Kanton seinen Status als digitaler Vorreiter dauerhaft gefestigt, indem er die Online-Polizeiwache institutionalisiert hat. Damit verändert sich grundlegend, wie die Bevölkerung mit den Strafverfolgungsbehörden in Kontakt tritt. Das Urteil steht fest und ist eindeutig: Die Bevölkerung verlangt digitalen Zugang. Nach einer gründlichen einjährigen Testphase, in der die Möglichkeiten und Grenzen der virtuellen Meldung ausgelotet wurden, hat die Kantonspolizei Zürich das Experiment als uneingeschränkten Erfolg bezeichnet.
Dabei handelt es sich nicht bloss um eine Aktualisierung der Website, sondern um einen Paradigmenwechsel bei der öffentlichen Sicherheit. Die dauerhafte Einführung bedeutet eine deutliche Abkehr von bürokratischen Hürden und bietet der Bevölkerung rund um die Uhr Zugang zu polizeilichen Dienstleistungen. Nicht mehr an Öffnungszeiten oder die geografische Nähe gebunden, hat die Bevölkerung die Möglichkeit begrüsst, Straftaten zu melden und sofort Rat einzuholen. Die Behörden haben auf die grosse Nachfrage und die positiven Rückmeldungen reagiert und das Pilotprojekt rasch zu einem Grundpfeiler der Sicherheitsinfrastruktur des Kantons Zürich gemacht. Mit diesem entschlossenen Schritt positioniert sich Zürich an der Spitze der Innovation in der Schweizer Verwaltung und setzt einen Massstab für andere Kantone.
Die Zahlen: ein durchschlagender Erfolg
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Allein während der Testphase gingen digital mehr als 1’750 Meldungen ein. Diese beeindruckende Zahl macht einen grossen, bislang ungedeckten Bedarf an unkomplizierten Meldewegen sichtbar. Fast 2’000 Personen nutzten den Dienst. Das zeigt, dass die Bevölkerung nicht nur für digitale Polizeidienste bereit ist, sondern diese aktiv nachfragt. Auch die Effizienz des Systems ist bemerkenswert: 230 konkrete Anfragen wurden erfolgreich bearbeitet, ohne dass ein persönlicher Besuch auf einem Polizeiposten nötig war.
Diese Zahlen stehen für einen deutlichen Zuwachs an Zugänglichkeit. Indem die Hürde wegfällt, persönlich auf einen Polizeiposten zu gehen, haben die Behörden wahrscheinlich Straftaten sichtbar gemacht, die wegen des Aufwands sonst möglicherweise nicht gemeldet worden wären. Das System bearbeitet ein breites Spektrum an Straftaten und ist dabei schnell und effizient, womit herkömmliche Methoden kaum mithalten können. Dieser statistische Erfolg bestätigt die Investitionen in die digitale Infrastruktur und zeigt: Wenn staatliche Dienstleistungen modernisiert werden, reagiert die Bevölkerung mit grosser Begeisterung.
Stadt und Kanton: gemeinsam digital
Das Projekt entwickelte sich von einer kantonalen Initiative zu einer gemeinsamen regionalen Kraft und wurde damit entscheidend ausgeweitet. Angesichts des unbestreitbaren Erfolgs der Testphase unterstützte die Stadtpolizei Zürich das Vorhaben ab Februar 2025 mit zusätzlichem Personal und weiteren Ressourcen. Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt für die Kooperation zwischen Behörden und stellt sicher, dass das digitale Sicherheitsnetz sowohl das urbane Zentrum Zürichs als auch das übrige Kantonsgebiet nahtlos abdeckt.
Diese strategische Abstimmung verhindert Unklarheiten über Zuständigkeiten. Ob sich jemand im belebten Stadtzentrum oder in einer ruhigen Gemeinde ausserhalb der Stadt befindet: Das digitale Portal ist die zentrale Anlaufstelle für Sicherheitsdienste. Der Einsatz von Mitarbeitenden der Stadtpolizei hat nicht nur die Kapazität der Online-Polizeiwache erhöht, sondern auch die Qualität der Beratung und der verfügbaren Unterstützung verbessert. Das zeigt eindrücklich, wie Stadt und Kanton ihre Arbeit miteinander verbinden können, um den heutigen Steuerzahlenden besser zu dienen.
Hybride Polizeiarbeit: Tradition trifft auf Innovation
Während die digitale Welt voranschreitet, hält Zürich an seiner physischen Präsenz fest. Die Behörden geben eine klare Zusicherung: Die dauerhafte Einrichtung der Online-Polizeiwache hat keinerlei Einfluss auf die Zahl der traditionellen Polizeiposten. Es handelt sich um ein hybrides Modell der Polizeiarbeit, nicht um eine Strategie, bei der Bestehendes ersetzt wird. Die physischen Polizeiposten bleiben wichtige Stützen der Sicherheit in den Gemeinden, während die Online-Wache das grosse Volumen routinemässiger administrativer Aufgaben übernimmt.
Dieser doppelte Ansatz schafft ein robustes Sicherheitsökosystem. Werden 1’750 administrative Meldungen digital bearbeitet, können sich Mitarbeitende auf den physischen Polizeiposten theoretisch stärker auf komplexe Ermittlungen, Notfalleinsätze und Patrouillen in den Gemeinden konzentrieren, also auf Aufgaben, bei denen der menschliche Kontakt wichtig ist. Zürich beweist, dass Modernisierung nicht bedeutet, Tradition aufzugeben. Im Gegenteil: Sie stärkt sie. Während die Schweiz zuschaut, zeigt Zürich, wie die Polizei der Zukunft aussehen könnte: überall zugleich, auf der Strasse und auf dem Bildschirm.