Wirtschaft
Zug an der Spitze der Schweizer Rangliste zur kantonalen Wettbewerbsfähigkeit
Eine UBS-Studie stuft Zug als wettbewerbsfähigsten Kanton der Schweiz ein, gefolgt von Basel-Stadt und Zürich. Sie zeigt die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Regionen auf.

In einer umfassenden Analyse der kantonalen Wirtschaftslandschaft der Schweiz hat sich Zug laut der jüngsten UBS-Studie als wettbewerbsfähigster Kanton des Landes erwiesen. Der Finanzplatz behauptete seine Spitzenposition, gefolgt von Basel-Stadt und Zürich. Zusammen bilden sie ein starkes wirtschaftliches Trio, das die Schweizer Wirtschaftslandschaft weiterhin dominiert. Diese Rangierung widerspiegelt die robusten wirtschaftlichen Grundlagen des Kantons und seine Fähigkeit, sich in einem zunehmend anspruchsvollen globalen Umfeld einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.
Der kantonale Wettbewerbsindikator
Der kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) beruht auf einer ausgeklügelten Methode mit 57 verschiedenen Parametern, anhand derer das langfristige wirtschaftliche Wachstumspotenzial jedes Kantons bewertet wird. Der Kanton mit der besten Leistung erhält 100 Punkte, die übrigen werden anteilsmässig eingestuft. Bei dieser umfassenden Beurteilung werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, darunter die Wirtschaftsstruktur, die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Erreichbarkeit der Regionen. Das System ermöglicht ein differenziertes Verständnis der wirtschaftlichen Stärken und Herausforderungen der Kantone und berücksichtigt zugleich, dass tiefere Werte nicht zwingend auf ein begrenztes absolutes Potenzial hinweisen.
Wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Regionen
Die Studie zeigt erhebliche wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Schweizer Regionen auf. Während die Spitzenreiter ihre starken Positionen behaupten, stehen Kantone wie Graubünden (44 Punkte) und Jura (33 Punkte) vor anhaltenden Herausforderungen. Diese Unterschiede hängen oft mit geografischen Faktoren zusammen. So sind manche Regionen durch eine eingeschränkte Erreichbarkeit und kleinere Einzugsgebiete benachteiligt. Die Analyse zeigt auch Unterschiede innerhalb einzelner Kantone auf. Besonders deutlich ist dies im Tessin, wo die Region Lugano bessere wirtschaftliche Perspektiven aufweist als andere Gebiete desselben Kantons.
Exportabhängigkeiten und internationaler Handel
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zu den Exportabhängigkeiten der Kantone, die angesichts des zunehmenden globalen Protektionismus besonders relevant sind. Nidwalden und Neuenburg sind stark von der Lage auf dem US-Markt abhängig: 44 Prozent beziehungsweise 38 Prozent ihrer Exporte gehen in die Vereinigten Staaten. Im Gegensatz dazu sind Kantone wie Zürich, Waadt, Genf, Zug und Basel-Stadt widerstandsfähiger gegenüber internationalen Handelshemmnissen. Sie profitieren von stärker diversifizierten Exportmärkten und robusten Binnenwirtschaften.
Künftige Herausforderungen und Ausblick
Mit Blick auf die Zukunft stehen die Schweizer Kantone vor mehreren wichtigen Herausforderungen, die ihre Wettbewerbsposition beeinträchtigen könnten. Laut der Studie wird in mehr als der Hälfte der Kantone die erwerbstätige Bevölkerung im nächsten Jahrzehnt stagnieren oder zurückgehen, was die wirtschaftliche Dynamik beeinträchtigen könnte. Die Mindestbesteuerung der OECD hat die steuerlichen Wettbewerbsbedingungen teilweise angeglichen. Die Kantone müssen sich nun jedoch mit zusätzlichen Herausforderungen auseinandersetzen, darunter Wohnungsknappheit, steigende Mieten und zunehmende Energiekosten. Diese Faktoren werden zusammen mit den Veränderungen im globalen Handel eine strategische Anpassung erfordern, um Wettbewerbsvorteile zu bewahren.