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Swiss Observer

Zug führt das Ranking der wettbewerbsfähigsten Schweizer Kantone an

Eine UBS-Studie stuft Zug, Basel-Stadt und Zürich als die wettbewerbsfähigsten Kantone der Schweiz ein und zeigt wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Regionen auf.

Zug führt das Ranking der wettbewerbsfähigsten Schweizer Kantone an
AISWI swissinfo.ch

In der neuesten UBS-Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Kantone liegt Zug klar an der Spitze, gefolgt von Basel-Stadt und Zürich. Damit behaupten die drei Kantone ihre Spitzenplätze aus dem Ranking von 2023. Die Studie zeigt eine erhebliche wirtschaftliche Kluft zwischen diesen führenden Kantonen und dem Rest der Schweiz. Die Top Ten werden durch Waadt (78), Aargau (77), Genf (73), Basel-Landschaft (73), Luzern (72), Schwyz (71) und Schaffhausen (68) vervollständigt. Dies verdeutlicht die Konzentration der Wirtschaftskraft in der Zentral- und Nordschweiz.

Methodik und Bewertungssystem

Der kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) beruht auf einer umfassenden Methodik mit 57 verschiedenen Parametern und dient dazu, die langfristigen Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung zu beurteilen. Das Bewertungssystem vergibt 100 Punkte an den leistungsstärksten Kanton; die übrigen Kantone werden proportional dazu eingestuft. Dieser differenzierte Ansatz berücksichtigt verschiedene Faktoren, darunter die Wirtschaftsstruktur, die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Erreichbarkeit der Regionen. Die Methodik betont, dass niedrigere KWI-Werte nicht zwingend auf ein geringes absolutes Potenzial hindeuten, sondern auf unterdurchschnittliche Chancen im Vergleich zu anderen Kantonen.

Regionale Unterschiede und Herausforderungen

Die Studie hebt erhebliche regionale Unterschiede zwischen den Schweizer Kantonen hervor. Am unteren Ende des Rankings stehen Graubünden (44), Wallis (44) und Jura (33), die vor beträchtlichen Herausforderungen stehen. Die tiefere Platzierung Graubündens ist in erster Linie auf geografische Einschränkungen zurückzuführen, welche die Erreichbarkeit beeinträchtigen und die Einzugsgebiete für Unternehmen begrenzen. Das Tessin verbesserte sich zwar auf den 20. Platz mit einem KWI von 52, verzeichnet aber ein gemischtes Ergebnis: Bei der Wirtschaftsstruktur schneidet es gut ab (74), hat jedoch Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt (5). Die Analyse zeigt zudem Unterschiede innerhalb der Kantone: Städtische Zentren schneiden in der Regel besser ab als ländliche Gebiete.

Exportabhängigkeit und internationaler Handel

Die Studie zeigt, dass die Kantone unterschiedlich stark vom Export abhängig und manche besonders anfällig für Entwicklungen im internationalen Handel sind. Nidwalden und Neuenburg weisen eine deutliche Abhängigkeit vom US-Markt auf: 44 beziehungsweise 38 Prozent ihrer Exporte gehen dorthin. Kantone wie Zürich, Waadt, Genf, Zug und Basel-Stadt sind dank breiter diversifizierter Exportportfolios widerstandsfähiger gegenüber Handelshemmnissen. Dieser Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit hat angesichts des zunehmenden globalen Protektionismus und der sich wandelnden Industriepolitik an Bedeutung gewonnen.

Ausblick und Auswirkungen

Mit Blick auf die Zukunft werden mehrere Faktoren die Wettbewerbsfähigkeit der Kantone beeinflussen. Laut der Studie wird in den kommenden zehn Jahren in mehr als der Hälfte der Kantone die erwerbstätige Bevölkerung stagnieren oder schrumpfen, was sich erheblich auf ihre Wettbewerbsposition auswirken dürfte. Zwar haben die Mindestbesteuerungsregeln der OECD den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen etwas abgeschwächt, doch bleiben die kantonalen Steuersätze für Standortentscheidungen von Unternehmen entscheidend. Zu den neuen Herausforderungen zählen zudem Wohnungsknappheit, steigende Mieten und höhere Strompreise. Diese Faktoren werden bei der Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit insgesamt immer wichtiger.