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Swiss Observer

Frauenstreik macht auf anhaltenden Lohnunterschied von 17,5 Prozent in der Schweiz aufmerksam

Die Schweizer Gewerkschaft Unia macht vor dem Frauenstreik vom 14. Juni auf die anhaltende Lohndiskriminierung aufmerksam: Frauen verdienen trotz Gleichstellungsgesetz 17,5 Prozent weniger als Männer.

Frauenstreik macht auf anhaltenden Lohnunterschied von 17,5 Prozent in der Schweiz aufmerksam
AISWI swissinfo.ch

Die Schweiz bereitet sich auf einen landesweiten Frauenstreik am 14. Juni vor. Die Gewerkschaft Unia macht auf den anhaltenden und erheblichen Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern aufmerksam. Trotz der Gesetzgebung, die für Fairness sorgen soll, verdienen Frauen in der Schweiz im Durchschnitt 17,5 Prozent weniger als Männer. In ihrem jüngsten Bericht wirft Unia grossen Unternehmen vor, das Gleichstellungsgesetz zu missachten. Damit steht ein grosser nationaler Protest gegen die anhaltende Lohndiskriminierung und die fehlende Verantwortung der Unternehmen bevor.

Die Zahlen hinter dem Lohnunterschied: Diskriminierung

Laut dem jüngsten Bericht von Unia lässt sich der Lohnunterschied von 17,5 Prozent nicht einfach mit der Berufswahl erklären. Die Analyse zeichnet ein beunruhigendes Bild systematischer Diskriminierung. Rund 45 Prozent des Lohnunterschieds lassen sich auf «indirekte» Faktoren wie Beruf, Branche oder Alter zurückführen. Die übrigen 55 Prozent stellen jedoch direkte Diskriminierung aufgrund des Geschlechts dar. Das bedeutet, dass kein anderer Faktor den Lohnunterschied erklären kann. Diese deutliche Zahl zeigt, dass sich das Geschlecht für viele Frauen in der Schweiz unmittelbar und negativ auf ihren Verdienst auswirkt.

Nachlässigkeit der Unternehmen und politischer Gegenwind

Ein wesentlicher Teil des Problems besteht laut Unia darin, dass grosse Unternehmen das Schweizer Gleichstellungsgesetz nicht einhalten. Die Gewerkschaft kritisiert diese Unternehmen, weil sie die gesetzliche Pflicht ignorieren, Lohnanalysen durchzuführen und Ungleichheiten zu beseitigen. Erschwerend kommt hinzu, dass rechte politische Parteien aktiv daran arbeiten, genau diese Bestimmungen zu untergraben. Mit dem Versuch, die Pflicht zu Lohnanalysen abzuschwächen oder abzuschaffen, greifen diese politischen Kräfte eines der wichtigsten rechtlichen Instrumente zur Erkennung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung an. Das erschwert die Arbeit von Aktivistinnen und Gewerkschaften.

Ein Aufruf zur Solidarität: Der Streik am 14. Juni

Als Reaktion auf die anhaltende Ungleichheit und die ausbleibenden Fortschritte ist der Frauenstreik am 14. Juni ein eindringlicher Aufruf zum Handeln. Er soll Menschen im ganzen Land mobilisieren, damit sie konkrete Veränderungen fordern, nicht nur von den Arbeitgebern, sondern auch von der politischen Führung. Der Streik setzt den historischen Kampf für die Rechte der Frauen in der Schweiz fort und fordert, dass der Grundsatz «gleicher Lohn für gleiche Arbeit» endlich Wirklichkeit wird. Die Botschaft von Unia und ihren Unterstützerinnen und Unterstützern ist klar: Ohne die Schliessung der Lohnlücke gibt es keine echte Gleichstellung der Geschlechter.