Wirtschaft
Frauenanteil in Schweizer Führungspositionen steigt auf 28,4 %, regionale Unterschiede bleiben
Eine zehnjährige Studie zeigt einen allmählichen Anstieg des Frauenanteils in Führungspositionen. Die deutschsprachigen Kantone liegen vorn, während die französisch- und italienischsprachigen Regionen zurückliegen.

Die Schweiz hat stetige Fortschritte bei der Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen erzielt. Im Februar 2025 waren Frauen mit 28,4 % in allen im Handelsregister eingetragenen Führungspositionen vertreten. Das entspricht einem Anstieg um 2,9 Prozentpunkte innerhalb des vergangenen Jahrzehnts und zeigt die allmähliche, aber stetige Zunahme der Geschlechtervielfalt in Schweizer Unternehmensleitungen.
Regionale Unterschiede
Beim Frauenanteil in Führungspositionen gibt es in der Schweiz erhebliche regionale Unterschiede. Die deutschsprachigen Kantone, insbesondere Aargau und Basel-Landschaft, liegen vorn: Fast ein Drittel der Führungspositionen ist dort mit Frauen besetzt. Zürich und Glarus folgen mit 29,8 % dicht dahinter. In den französischsprachigen Regionen und im Tessin ist der Frauenanteil hingegen tiefer. Den niedrigsten Wert verzeichnet Freiburg mit 25,5 %. Diese Unterschiede spiegeln tiefere kulturelle und wirtschaftliche Differenzen zwischen den Sprachregionen der Schweiz wider.
Unterschiede zwischen den Branchen
Der Veterinärbereich liegt beim Frauenanteil in Führungspositionen mit 55 % vorn. Es folgen die sozialen und persönlichen Dienstleistungen mit einem Anteil von nahezu 50 %. In traditionell männerdominierten Branchen liegen die Werte hingegen deutlich tiefer: Im Tiefbau, Maschinenbau und Baugewerbe beträgt der Frauenanteil in Führungspositionen höchstens 15 %. Der Detailhandel weist ein interessantes Paradox auf: Nur 35 % der Führungskräfte sind Frauen, obwohl sie zwei Drittel der Belegschaft ausmachen.
Frauen in Verwaltungsräten
Der Frauenanteil in Verwaltungsräten hat 24,7 % erreicht und ist im Untersuchungszeitraum um 2,8 Prozentpunkte gestiegen. Basel-Stadt liegt mit einem Frauenanteil von 26,5 % in den Verwaltungsräten vorn, gefolgt vom Aargau (26 %) und Zürich (25,9 %). Auffällig ist, dass der Finanzstandort Zug mit 19,5 % den tiefsten Anteil aufweist. Dieser Trend zeigt Fortschritte bei der Vielfalt in der Unternehmensführung, allerdings in einem langsameren Tempo als bei Führungspositionen im operativen Management.
Ausblick
Der Trend zeigt zwar eine stetige Verbesserung des Frauenanteils sowohl in Führungspositionen als auch in Verwaltungsräten. Das Tempo der Veränderung macht jedoch deutlich, dass weitere Anstrengungen nötig sind, um die Geschlechterparität zu erreichen. Die Erfolge bestimmter Kantone und Branchen könnten wertvolle Erkenntnisse liefern, wie sich die Fortschritte in allen Regionen und Wirtschaftszweigen beschleunigen lassen. Die unterschiedlichen Fortschrittsraten zwischen den deutsch- und französischsprachigen Regionen unterstreichen zudem, dass gezielte Initiativen nötig sind, um regionale Unterschiede anzugehen.