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Swiss Observer

Wolfsangriff löst Debatte über das Schweizer Wildtiermanagement aus

Die jüngsten Tötungen von Lamas im Kanton Bern verschärfen die Diskussionen über die Regulierung des Wolfsbestands und den Schutz von Nutztieren.

Wolfsangriff löst Debatte über das Schweizer Wildtiermanagement aus
AISWI swissinfo.ch

Bei einem bedeutenden Vorfall mit Wildtieren, der eine erneute Debatte über die Schweizer Wolfspolitik ausgelöst hat, wurden in Hasliberg im Kanton Bern drei Lamas von einem Wolf getötet und eines verletzt. Der Angriff hat die anhaltenden Herausforderungen deutlich gemacht, den Schutz von Wildtieren mit dem Schutz von Nutztieren in den Schweizer Alpen in Einklang zu bringen. Der Vorfall ereignete sich Anfang Oktober 2025 und ist zum zentralen Thema der Diskussionen über die Wirksamkeit der aktuellen Strategien im Wildtiermanagement geworden.

Offizielle Reaktion und Kontroverse

Das Amt für Umwelt des Kantons Bern hat eine klare Haltung zum Vorfall eingenommen und erklärt, dass keine Abschussverfügung erlassen werde, da die Lamas nicht ausreichend gemäss den üblichen Anforderungen geschützt gewesen seien. Dieser Entscheid macht deutlich, wie komplex der regulatorische Rahmen für das Wildtiermanagement in der Schweiz ist: Schutzmassnahmen müssen nachgewiesen werden, bevor eine Bewilligung zur Bestandsregulierung in Betracht gezogen wird. Der Fall wirft Fragen zur Einstufung von Lamas im Rahmen des Herdenschutzes und zu den Kriterien für die Umsetzung von Schutzmassnahmen auf.

Forderungen und Bedenken der Bauern

Der Berner Bauernverband (BEBV) hat mit deutlichen Worten auf den Vorfall reagiert und seine ernste Besorgnis über das Verhalten des Wolfs und dessen Folgen für die Sicherheit von Nutztieren zum Ausdruck gebracht. In seiner offiziellen Stellungnahme betonte der BEBV, der Wolf habe «seine natürliche Scheu vor Nutztieren und Menschen verloren», und forderte die kantonalen Behörden zum sofortigen Handeln auf. Die Forderung nach einer Abschussverfügung während der laufenden Weidesaison spiegelt die zunehmenden Spannungen zwischen landwirtschaftlichen Interessen und der Politik zum Schutz von Wildtieren wider. Der Verband verwies zudem auf das schwierige Gelände und regte an, bei möglichen Massnahmen zur Regulierung des Wolfs Jäger einzubeziehen.

Folgen für das Wildtiermanagement

Der Vorfall hat weiterreichende Folgen für die Schweizer Politik im Bereich des Wildtiermanagements, insbesondere für das Gleichgewicht zwischen dem Schutz des Wolfs und den Interessen der Landwirtschaft. Der Fall zeigt, dass klare Richtlinien zum Schutz verschiedener Nutztierarten erforderlich sind, darunter auch weniger verbreitete Tiere wie Lamas. Er unterstreicht zudem die anhaltende Debatte darüber, wie auf die Präsenz von Wölfen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten angemessen reagiert werden soll und wie wirksam die bestehenden Schutzmassnahmen sind. Die Situation in Hasliberg könnte künftige politische Entscheide zum Wildtiermanagement in den Schweizer Alpen beeinflussen.