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Swiss Observer

WHO steht in Genf vor grosser Budgetkrise

Die in Genf ansässige Weltgesundheitsorganisation steht vor einer Budgetlücke von 1,8 Milliarden US-Dollar, mit Folgen für weltweite Gesundheitsprogramme und internationale Organisationen mit Sitz in der Schweiz.

WHO steht in Genf vor grosser Budgetkrise
AISWI swissinfo.ch

Die in Genf ansässige Weltgesundheitsorganisation (WHO) steckt in einer schweren Finanzkrise, die ihre Fähigkeit bedroht, ihren globalen Gesundheitsauftrag zu erfüllen. Einem Dokument zufolge, das Health Policy Watch veröffentlicht hat, weist die UNO-Organisation für ihr anstehendes Budget für 2026 und 2027 eine Finanzierungslücke von 1,8 Milliarden US-Dollar auf. Dieser Fehlbetrag setzt die Organisation, einen Grundpfeiler des «Internationalen Genf», erheblich unter Druck und gibt Anlass zur Sorge um die Zukunft wichtiger Gesundheitsprogramme weltweit.

Die Zahlen hinter der Finanzierungslücke

Die finanzielle Herausforderung ist beträchtlich. Der Budgetantrag der WHO für 2026 und 2027 wurde von 5,3 Milliarden auf 4,2 Milliarden US-Dollar gekürzt. Dies wird weitgehend als Folge des erwarteten Rückzugs der Vereinigten Staaten gesehen, eines bedeutenden langjährigen Geldgebers. Von diesem revidierten Budget betrachtet die WHO weniger als 1,4 Milliarden Franken (1,5 Milliarden Euro) als gesichert. Erschwerend kommt eine separate Finanzierungslücke von 600 Millionen US-Dollar für das laufende Jahr 2025 hinzu. Damit beläuft sich die gesamte Finanzierungslücke auf fast 2,5 Milliarden US-Dollar. Für 43 Prozent des Budgets der kommenden zwei Jahre ist somit noch eine Lösung nötig, eine prekäre Lage für die weltweit führende Organisation für öffentliche Gesundheit.

Auswirkungen auf die globale Gesundheit und Genf

Eine Budgetkrise dieses Ausmasses hat weitreichende Folgen. Für die Schweiz, die den Hauptsitz der WHO in Genf beherbergt, ist die Instabilität einer so bedeutenden internationalen Organisation ein grosses Anliegen. Das «Internationale Genf» ist ein wichtiger Knotenpunkt der weltweiten Diplomatie und Governance. Eine Schwächung der WHO könnte sich auf das gesamte Ökosystem anderer Organisationen auswirken. Weltweit gefährdet die Finanzierungslücke Programme zur Krankheitsüberwachung, zur Notfallreaktion und zur Bekämpfung sowohl übertragbarer als auch nicht übertragbarer Krankheiten. Dadurch könnte die Welt anfälliger für Gesundheitskrisen werden.

Ein ungewisser Weg nach vorn

Die finanzielle Zukunft der WHO hängt nun von der Zustimmung ihrer 194 Mitgliedstaaten an der kommenden Weltgesundheitsversammlung im Mai ab. Die Organisation rechnet zwar damit, aus verschiedenen anderen Quellen fast eine Milliarde US-Dollar zu erhalten, doch reicht dies nicht aus, um die Lücke zu schliessen. Die Lage verdeutlicht die Verletzlichkeit der WHO und ihre Abhängigkeit vom politischen und finanziellen Willen ihrer Mitglieder. Ein nachhaltiges Finanzierungsmodell zu finden, hat nun höchste Priorität, damit die Organisation ihre wichtige Arbeit zum Schutz der globalen Gesundheit von ihrem Sitz in Genf aus fortsetzen kann.