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Swiss Observer

Uhrensammlung aus Privatmuseum in Le Locle gestohlen

Diebe brachen in das Ulysse-Nardin-Museum in Le Locle ein und entwendeten Uhren aus Vitrinen. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln, während das Museum den Wert und das Inventar der gestohlenen Sammlung zu ermitteln versucht.

Uhrensammlung aus Privatmuseum in Le Locle gestohlen
AISWI swissinfo.ch

Mehrere Personen brachen am Montag gegen 3 Uhr in das Ulysse-Nardin-Museum ein und entwendeten Sammleruhren aus Vitrinen in Le Locle im Kanton Neuenburg. Der Diebstahl rückt eine Privatsammlung ins Zentrum einer strafrechtlichen Untersuchung in einer der historischen Uhrmacherstädte der Schweiz.

Die Neuenburger Polizei teilte mit, die Täter hätten sich gewaltsam Zutritt zum Museum verschafft und die Vitrinen mit den Uhren aufgebrochen. Sie entkamen, bevor die Polizei benachrichtigt wurde. Das Museum prüft nun seine Unterlagen und Ausstellungen, um genau festzustellen, was fehlt.

Der Einbruch ereignete sich laut dem von Keystone-SDA zitierten Polizeibericht in der Nacht von Sonntag auf Montag. Der Vorfall wurde am 15. September 2026 öffentlich bekannt gemacht, während der Wert der gestohlenen Uhren weiterhin unbekannt war.

Le Locle ist eng mit der Schweizer Uhrmacherei verbunden. Das Uhrmachererbe der Stadt verleiht den dort aufbewahrten Sammlungen sowohl kulturelle als auch kommerzielle Bedeutung. In diesem Fall haben die Behörden jedoch noch keine Liste der fehlenden Stücke, ihrer Marken oder ihres geschätzten Marktwerts veröffentlicht. Diese Informationen hängen vom Inventar des Museums und vom Fortgang der Ermittlungen ab.

Alarm ausgelöst, Sicherheitsfirma sucht, Diebe entkommen

Die Alarmanlage des Museums löste einen Sicherheitseinsatz aus, doch der Diebstahl wurde nicht sofort entdeckt. Nach Auslösung des Alarms wurde eine Sicherheitsfirma aufgeboten. Beim ersten Einsatz wurde die Einstiegsstelle nicht gefunden. Erst rund eine Stunde später wurden die gestohlenen Uhren entdeckt.

Diese Verzögerung ist ein zentraler Bestandteil des bekannten zeitlichen Ablaufs. Laut der Mitteilung der Polizei hatten die Täter den Tatort bereits verlassen, als der Einbruch entdeckt wurde. Daraufhin wurde die Neuenburger Polizei benachrichtigt und übernahm die Ermittlungen.

Die Behörden haben nicht bekannt gegeben, wie viele Personen in das Museum eindrangen, wie sie entkamen oder ob die Ermittler Überwachungsaufnahmen oder andere Beweismittel sichergestellt haben. Sie haben auch nicht mitgeteilt, ob der Alarm durch den gewaltsamen Zutritt, die Beschädigung der Vitrinen oder eine andere Bewegung im Gebäude ausgelöst wurde.

Die verfügbaren Angaben zeigen, wie begrenzt die Informationen in diesem frühen Stadium sind. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft konzentrieren sich darauf, die Täter zu identifizieren, während das Museum unabhängig davon daran arbeitet, das Ausmass des Verlusts festzustellen. Weitere Informationen könnten den Ablauf des Alarms, den Einsatz der Sicherheitsfirma und den Fluchtweg klären.

Das Inventar ist entscheidend für die Bezifferung des Verlusts

Der finanzielle Wert der gestohlenen Sammlung ist noch nicht bestimmt. Das Museum erstellt ein Inventar der aus den Vitrinen entwendeten Uhren, bevor es den Verlust beziffert. Die Polizei hat weder die Anzahl der fehlenden Stücke veröffentlicht noch die betroffenen Modelle genannt.

Dieses Inventar wird für die Ermittler, Versicherungen, Auktionsexperten und Uhrenhändler wichtig sein. Genaue Beschreibungen, Seriennummern, Fotos und Eigentumsnachweise können den Behörden helfen, Warnmeldungen zu verbreiten und zu prüfen, ob Stücke auf dem Sekundärmarkt auftauchen. Im Bericht über den Einbruch wurden keine dieser Angaben veröffentlicht.

Der Diebstahl ereignet sich zudem vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über gestohlene Luxusuhren. Swissinfo berichtete 2023, dass weltweit Uhren im Wert von mehr als 1 Milliarde Pfund oder rund 1,1 Milliarden Dollar als gestohlen oder vermisst gemeldet worden waren. Diese Zahl betrifft den Luxusuhrenmarkt insgesamt und gibt keinen Hinweis auf den Wert der Sammlung in Le Locle.

Vorläufig werden die Unterlagen des Museums das Ausmass dieses konkreten Falls bestimmen. Solange diese Arbeit nicht abgeschlossen ist, wäre jede Schätzung verfrüht. Die Behörden haben keine Hinweise darauf gegeben, dass die gestohlenen Uhren gefunden worden sind.

Staatsanwaltschaft beginnt mit der Suche nach Antworten

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Neuenburg hat eine strafrechtliche Untersuchung eröffnet. Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei versuchen, die für den Einbruch Verantwortlichen zu identifizieren und festzunehmen. Der Fall befindet sich noch in einem frühen Stadium. Die Behörden haben keine Angaben zu Verdächtigen, Festnahmen, gestohlenen Modellen oder einem möglichen Fluchtfahrzeug gemacht.

Die nächsten Schritte dürften vom abgeschlossenen Inventar des Museums und den am Tatort gesicherten Beweismitteln abhängen. Die Ermittler könnten Unterlagen zu den Vitrinen, Alarmdaten, Berichte der Sicherheitsfirma, Überwachungsmaterial und forensische Untersuchungen heranziehen. Dies sind übliche Ermittlungsansätze, doch die Polizei hat nicht bestätigt, welche Beweismittel sie in diesem Fall untersucht.

Der Diebstahl gibt der Schweizer Uhrenregion Anlass, zu überprüfen, wie wertvolle Sammlungen geschützt und dokumentiert werden. Die Museen und Privatsammlungen in Le Locle bewahren sowohl Industriegeschichte als auch wertvolle Gegenstände. Eine gestohlene Uhr kann über ihren Wiederverkaufswert hinaus von Bedeutung sein, insbesondere wenn ihre Herkunft mit der Entwicklung der Schweizer Uhrmacherei verbunden ist.

Bis die Staatsanwaltschaft oder die Polizei weitere Informationen veröffentlicht, beschränkt sich der öffentlich bekannte Sachstand auf den nächtlichen Einbruch, die beschädigten Vitrinen, die fehlenden Uhren und die laufenden Bemühungen, die Täter zu identifizieren.