Eurovision
Berner Sängerin Veronica Fusaro vertritt die Schweiz am Eurovision Song Contest 2026
Die gebürtige Thunerin Veronica Fusaro wurde ausgewählt, die Schweizer Flagge am 70. Eurovision Song Contest zu vertreten. Die Alternative-Pop-Künstlerin, bekannt für ihre ausdrucksstarken Live-Auftritte, setzte sich bei einer internationalen Jury und einer Publikumsabstimmung gegen fast 500 Beiträge durch.

Aus überwältigenden 493 Beiträgen ist eine Stimme hervorgegangen, die die Hoffnungen einer Nation trägt. Veronica Fusaro, die 28-jährige Alternative-Pop-Sensation aus Thun, hat sich das begehrte Ticket für den 70. Eurovision Song Contest in Wien gesichert. Das ist nicht einfach nur eine Auswahl, sondern ein klares Mandat. Fusaro setzte sich in einem anspruchsvollen mehrstufigen Verfahren durch und überzeugte sowohl eine internationale Fachjury als auch ein Panel aus eingefleischten Eurovision-Fans. Die Abstimmung erfolgte zu gleichen Teilen, mit je 50 Prozent. Während fast 500 Hoffnungsvolle um das Rampenlicht kämpften, hob sich die Berner Künstlerin mit ihrem authentischen Sound und ihrer rohen Intensität sofort von der Konkurrenz ab.
Die Schweiz schickt keine Anfängerin nach Österreich. Sie setzt auf eine erfahrene Künstlerin, die weiss, welches Gewicht die Flagge hat, die sie trägt. Das Auswahlkomitee unter der Leitung des öffentlich-rechtlichen Senders SRF hat eine klare Vorliebe für Substanz statt Spektakel signalisiert. Während der Countdown bis zum Mai läuft, ist Fusaro bereit, den Ruf der Schweiz auf der grössten Musikbühne der Welt zu verteidigen. Sie verspricht einen Auftritt, der von «Aufrichtigkeit und ohne Künstlichkeit» geprägt ist.
Eine Veteranin auf 500 Bühnen
Mehr als 500 Konzerte. Das ist die beeindruckende, hart erarbeitete Realität in Veronica Fusaros Lebenslauf. Während andere Teilnehmende im grellen Licht des Eurovision Song Contest ins Wanken geraten könnten, hat Fusaro sich auf den Bühnen von Glastonbury, am Montreux Jazz Festival und im Amphitheater von Nîmes bewährt, wo sie als Vorgruppe für den legendären Mark Knopfler auftrat. Diese Künstlerin tritt nicht einfach nur auf, sie beherrscht die Bühne. Seit sie 2016 von SRF 3 zum «Best Talent» gekürt wurde, tourt sie unermüdlich durch die Schweiz und die Welt. Dabei hat sie bewiesen, dass ihr Live-Gesang ebenso überzeugend ist wie ihre Studioaufnahmen.
Ihr kommerzieller Erfolg spiegelt ihre Ausdauer auf Tournee wider. Ihr Debütalbum All the Colors of the Sky stieg 2023 in den Schweizer Charts bis auf Platz fünf und festigte damit ihren Status als Schwergewicht der Schweizer Musikszene. Mit ihrem zweiten Album Looking for Connection, das erst im vergangenen Oktober erschien, geht sie auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Schaffenskraft in den Wettbewerb. Fusaro verbindet Pop, Soul und Rock, und dieser Klang ist nicht am Reissbrett entstanden, sondern auf Tournee gewachsen.
Der «Benke»-Faktor kehrt zurück
Die Schweiz will gewinnen, und das zeigt sich am Team, das Fusaro zur Seite steht. Die Delegation hat Fredrik «Benke» Rydman als künstlerischen Leiter verpflichtet. Das dürfte der Konkurrenz Respekt einflössen. Rydman ist der Kopf hinter zwei der bekanntesten Siege der jüngeren Eurovision-Geschichte: Måns Zelmerlöws Triumph für Schweden 2015 und Nemos spektakulärem Sieg für die Schweiz 2024. Zudem inszenierte er 2023 Käärijäs viral verbreiteten Auftritt, der Finnland den zweiten Platz einbrachte.
Diese Zusammenarbeit ist ein grosser Vertrauensbeweis in Fusaros Potenzial. Rydman stellt seinen Namen nicht für Mittelmässigkeit zur Verfügung. Sein Engagement verspricht eine Inszenierung in Wien auf Weltniveau, die innovativ ist und Fusaros Alternative-Pop mit Soul perfekt zur Geltung bringt. Das Lied bleibt bis zum 11. März unter Verschluss. Doch Fusaros rohe Gesangskraft in Kombination mit Rydmans visionärer Inszenierung macht sie zu einer ernst zu nehmenden Anwärterin auf das Kristallmikrofon.
Wien erwartet den Sturm mit Soul
In der Wiener Stadthalle steht ein grosses Kräftemessen bevor. Mehr als 170 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer werden einschalten, wenn der 70. Eurovision Song Contest diesen Mai in Wien stattfindet. Fusaro steht am 14. Mai vor der entscheidenden Herausforderung im zweiten Halbfinale. Dort muss sie sich ihren Platz im grossen Finale am 16. Mai sichern. Es steht viel auf dem Spiel: Künstlerinnen und Künstler aus 35 Ländern kämpfen um weltweite Anerkennung.
Die Dynamik spricht jedoch für die Schweiz. Nach dem grossen wirtschaftlichen Erfolg des ESC im Vorjahr in Basel, der beeindruckende 248 Millionen Franken einbrachte, erlebt die Schweizer Musikbranche einen beispiellosen Aufschwung an Sichtbarkeit. Fusaro steht für das nächste Kapitel dieser goldenen Ära. «Der ESC bringt Kulturen ... auf einzigartige Weise zusammen», sagte sie. Im Mai wird sie nicht nur Kultur mitbringen, sondern die ganze Stärke Schweizer Musikkompetenz ins Herz Europas tragen.